SPD fordert neues Sicherheitskonzept für den Baumblütenumzug

Joachim Lindicke fordert ein neues Sicherheitskonzept für den Baumblütenumzug. Foto: wsw

Werder (Havel), 28. Juni 2018 – „Wir haben zwar in jedem Jahr einen sehr schönen Baumblütenumzug, aber in diesem Jahr war es für die Teilnehmer, die mit Traktoren oder anderen älteren Fahrzeugen unterwegs waren, mehr als riskant, wieder von der Insel zu kommen“, begründet Joachim Lindicke (SPD) den Antrag seiner Fraktion in der  Stadtverordnetenversammlung, ein neues Sicherheitskonzept für den Baumblütenumzug zu erstellen.

„Das Schlimmste war die Rückfahrt vom Schützenhaus Richtung Fischer Mai. Die Fahrzeuge mussten immer wieder stoppen, angetrunkene und zum Teil aggressive Jugendliche sind uns trotz der Sicherheitsvorkehrungen regelrecht in die Traktoren reingerannt“. Bremsen sei mit den landwirtschaftlichen Maschinen natürlich möglich, aber schwieriger. „Es war äußerst gefährlich. Wir bitten die Verwaltung, eine Variante zu finden, dass die Fahrzeuge, teilweise mit Anhängern mit Menschen darauf, ohne Unfälle durch den Baumblütenumzug kommen“, drängte Lindicke. Joachim Thiele, Kemnitzer Ortsvorsteher (SPD) unterstützte den Antrag: „Die An- und Abfahrt war eine Katastrophe!“. Selbst wenn man sechs bis acht Personen neben dem Fahrzeug laufen lassen würde, könnte man vielfach Betrunkene nicht abhalten.

Der 1. Beigeordnete Christian Große verwies auf das vorhandene Sicherheitskonzept und darauf, dass das Feedback vieler Teilnehmer in der Verwaltung ein ganz anderes sei. „Wir haben Ihren Antrag zum Anlass genommen, die Teilnehmer zu befragen. Knapp 60 Prozent haben bereits geantwortet. 40 davon waren mit der Durchführung und Organisation des Umzuges sehr zufrieden. Wenn alle Antworten bei uns eingegangen sind, können wir gern die Ergebnisse vorstellen“, so Große. Es gebe nur drei Alternativen: Den Umzug so weiter durchzuführen, den Umzug an der Carl-von-Ossietzky-Schule stoppen zu lassen und über die Potsdamer Straße hinaus zu führen, oder auf jegliche motorisierten Fahrzeuge zu verzichten, um den Umzug wie bisher auf die Insel zu führen. Ohnehin müssten Teilnehmer mit Fahrzeugen Sicherheitspersonal als Begleitung einsetzen.  Wenn der Verein nicht in der Lage ist, ausreichend Sicherheitspersonal einzusetzen, müsse er eben auf Fahrzeuge  verzichten.

Peter Hinze von den Linken versuchte, die Schärfe aus der Diskussion zu nehmen, indem er auf die schöne Tradition des Umzuges verwies. Wenn man jetzt noch mehr Sicherheitskräfte einsetzen müsste, würde der Umzug „zum militärischen Sicherheitsgebiet“. Das wolle man nicht und das ginge nur mit externen Fachkräften. Die Vereine gäben sich wirklich Mühe, auch die Feuerwehr hätten ihre Aufgabe bei der Sicherung sehr gut erfüllt. Laufen könnten viele Teilnehmer auf Grund ihres Alters auf keinen Fall – gerade auf die Senioren möchte man aber nicht verzichten. Ein neues Sicherheitskonzept brauche es nicht.

Der CDU-Fraktionschef Hermann Bobka und sein Fraktionskollege Peter Kreilinger regten an, den Antrag in die Ausschüsse zu verweisen. „Ein solch’ schönes Traditionsfest sollte man sich nicht von Chaoten kaputt machen lassen“, so Kreilinger. Verbesserungsbedarf gebe es aber – jedoch nicht beim Umzug sondern beim Umgang mit dem Alkoholmissbrauch bei den Jugendlichen. „Bevor der Antrag in die Ausschüsse verwiesen wird, sollte die Stadt externen Sachverstand einholen – von jemandem, der bei der Alkoholprävention und beim Jugendschutz Kompetenz hat“.

Keiner wünsche sich diese Debatte, wenn es erst einen Personenschaden gibt, mahnte Robert Dambon (SPD). „Wir wollen es nicht dazu kommen lassen, dass es einen Unfall gibt“.

Mit dem Landkreis und dem Jugendschutzbeauftragten hätte man bereits Gespräche vereinbart, um das Thema Jugendschutz und Prävention in Vorbereitung auf das 140. Baumblütenfest im kommenden Jahr verstärkt zu beachten, informierte Christian Große.

Der Antrag wurde einstimmig in die Ausschüsse verwiesen. (wsw)