Stadt sucht weiter alternative Kita-Standorte

Stadtverwaltung legte in der Stadtverordnetenversammlung eine Liste mit möglichen Übergangs-Kita-Standorten in Gemeindezentren vor - einzig in Kemnitz wäre Umnutzung möglich

Werder (Havel), 19. Dezember 2018 – Kita-Plätze sind in Werder (Havel) bekanntlich Mangelware, 200 Plätze werden gebraucht. Erst im Herbst des kommenden Jahres werden 100 neue Plätze in der Kita Poststraße in Bliesendorf zur Verfügung stehen – wenn der Bau, dessen Baugenehmigung wie hier berichtet jetzt vorliegt, denn pünktlich fertig wird. Auch auf dem Hoffbauer-Campus, der in Glindow errichtet werden soll, wird eine Kita geben, jedoch vorrangig als Ersatz für die dann zu schließende Einrichtung auf der Inselstadt. Ursprünglichen Planungen zufolge sollte diese Kita 2019 eröffnet werden. Allerdings verzögert sich aufgrund von Ausgleichsmaßnahmen für den Artenschutz die Umsetzung. Auf den Bebauungsplan für den Campus wird also weiter gewartet. Voraussichtlich erst in einem Jahr soll es in der letzten Sitzung der Stadtverordneten 2019 einen Satzungsbeschluss geben.

Um die Lage dennoch zu entspannen, beauftragte die Stadtverordnetenversammlung bei ihrer Septembersitzung basierend auf einem vom Kemnitzer Ortsvorsitzenden Joachim Thiele für die SPD eingebrachten Antrag die Verwaltung, alternative Möglichkeiten für die Kinderbetreuung zu suchen. Geprüft wurden hierfür die Umnutzung der Gemeindezentren, eine Stellungnahme der Stadtverwaltung war Thema in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Die Ortsteile Derwitz, Töplitz, Kemnitz, Bliesendorf und Plötzin verfügen über ein Gemeindezentrum beziehungsweise Gemeinderäume.

Das Gemeindezentrum in Derwitz befindet sich im Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr. Zwar seien die Räumlichkeiten ebenerdig errichtet – also kindgerecht begehbar, aber eine Trennung der Räume des Gemeindezentrums und der Feuerwehr könnten baulich nicht voneinander getrennt werden, heißt es im Bericht der Stellungnahme der Stadtverwaltung. Aus weiteren baulichen Gründen sei nach Prüfung der gesetzlichen Vorgaben eine Nutzung als Kindertagesstätte nicht möglich, so das Fazit. Wenn auch aus verschiedenen anderen baulichen Gründen und der gesetzlichen Grundlagen sind auch die Gemeindezentren in Töplitz, Bliesendorf und Plötzin nicht als Kita geeignet. Einzig das Gemeindezentrum in Kemnitz wird als Übergangskita grundsätzlich in Betracht gezogen, wir haben hier bereits darüber berichtet. Auch das Jugendamt schätzte bei einer ersten Prüfung ein, dass die Nutzung ohne größere Umbaumaßnahmen denkbar sei. Bis zu 41 Kinder könnten hier untergebracht werden.

Erneut lehnte Joachim Thiele die Umnutzung des Gemeindezentrums seines Ortsteiles ab. „Für das gesellschaftliche Leben in Kemnitz wäre der Wegfall des Gemeindezentrums eine Katastrophe“, so Thiele in der Stadtverordnetenversammlung der vergangenen Woche.  (wsw)