Stadt und Kirchen gedenken gemeinsam der Corona-Toten

Werder (Havel), 15. April 2021 – Am kommenden Sonntag, den 18. April, findet ein bundesweiter Gedenktag für die Verstorbenen der Corona-Pandemie statt, zu dem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aufgerufen hat. Laut RKI (Stand 15. April) sind bereits mehr als 79.000 Menschen in Deutschland an dem Coronavirus verstorben. Man dürfe bei all den abstrakten Statistiken, die täglich in den Medien beurteilt werden, nicht vergessen, dass hinter jeder Zahl ein Mensch stecke. Das Ziel der Gedenkfeier ist laut Bundespräsident Steinmeier: als Gesellschaft innehalten, den Hinterbliebenen eine Stimme geben, in Würde Abschied nehmen von den Toten.

Die Stadt Werder (Havel) schließt sich, gemeinsam mit ihren Kirchengemeinden, dem bundesweiten Gedenken an. „Wir sind mit unseren Kirchengemeinden dem Aufruf des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, ein Zeichen für die Opfer der Pandemie und die Hinterbliebenen zu setzen, sehr gern gefolgt“, so Bürgermeisterin Manuela Saß. Vor den öffentlichen Gebäuden der Stadt ist Trauerbeflaggung angeordnet.

Pfarrerin Almut Gaedt und Pfarrerin Linda Jünger, Franziska Lippert vom Ortsausschuss Maria Meeresstern und Militärpfarrer Michael Schröder werden mit Bürgermeisterin Saß und dem 1. Beigeordneten Christian Große in einer ökumenischen Andacht um 12 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche Werder (Havel) der Menschen gedenken, die in Verbindung mit der Corona-Pandemie ihr Leben verloren haben. Stellvertretend für alle Mitbürger werden Steine und Rosen niedergelegt und für jede und jeden in Werder Verstorbenen eine Kerze entzündet.

In Werder (Havel) gab es bislang 845 Corona-Infizierte. 47 von ihnen sind an dem Virus verstorben. „Bei allen Diskussionen über die Pandemie-bedingten Einschränkungen gilt es, die Verstorbenen und das Leid der Hinterbliebenen nicht aus den Augen zu verlieren”, so die Bürgermeisterin. „Viel zu oft sind Menschen ohne den Beistand ihrer Nächsten von uns gegangen. Auch deshalb ist das gemeinsame Innehalten am Sonntag wichtig.“

„Wenn wir Tag für Tag erleben, dass alles Vertraute zerbricht und der Tod entsetzliche Abbrüche in unsere Freundschaften, in unsere Familien und unsere Kontakte reißt und wir unausweichlich spüren, wie verletzlich wir sind, finden wir im Gebet Nähe und die Verbundenheit zueinander“, so Pfarrerin Linda Jünger von der evangelischen Heilig-Geist-Kirchengemeinde, die auch im Namen der evangelischen Kirchengemeinden des Pfarrbereichs Töplitz und des Pfarrbereichs Plötzin, der evangelischen Kreuz-Kirchengemeinde Bliesendorf und des evangelischen Militärpfarramts Schwielowsee spricht. „Wir bleiben allen Verzweifelten, allen Trauernden und allen, die sich in tiefer Wut befinden, in Anteilnahme und mit der Bitte um Segen zutiefst im Gebet verbunden.“

„Die Pandemie, die wir schon seit einem Jahr weltweit und auch bei uns erleben, hat zahlreiche Opfer gefordert”, sagt Pfarrvikar Fernando Diez Mateos von der Maria Meeresstern. „Viele Familien haben ihre Lieben verloren, auch ohne die Möglichkeit Abschied zu nehmen. Viele schauen mit Schmerz in die Vergangenheit und mit Sorge in die Zukunft. Im jetzigen Moment und aus unserem christlichen, katholischen Glauben heraus, wissen wir uns mit allen Leidenden verbunden, unabhängig von ihrer Konfession oder Weltanschauung.“

Die Heilig-Geist-Kirche in Werder (Havel) wird aus Anlass des Gedenktages am 18. April von 10 bis 18 Uhr, die Kirche Maria Meeresstern von 9 bis 17 Uhr und die Kirchen des Pfarrbereichs Töplitz von 10 bis 18 Uhr zum stillen Gedenken, zur Blumenniederlegung und zum Kerzen Entzünden geöffnet sein. Ab 17 Uhr erklingt die Orgel in der Heilig-Geist-Kirche Werder (Havel). In Damsdorf wird desgleichen um 10.30 Uhr für die Verstorbenen und deren Hinterbliebene gebetet. In Beelitz werden an diesem Tag verschiedenfarbige Bänder an einen ausgewählten Baum hängen, weil das bunte Band des Miteinanders auch in dieser schweren Zeit zwischen uns nicht abreißen wird.

„Auch wenn wir noch nicht zusammenkommen können, werden wir im Wissen umeinander an diesem Tag der Menschen und ihrer Schicksale gedenken“, so Pfarrerin Jünger. (wsw, wh)