Stadtbibliothek: Verlängerung des Mietvertrages

Noch während der jetzigen Laufzeit des Mietvertrages soll der Vermieter bis zum 31. Dezember 2019 einige Verbesserungen in der Stadtbibliothek vornehmen.

Die Stadtbibliothek im Herzen der Stadt. Die Stadtverordneten werden in ihrer Sitzung am 21. März 2019 wohl einer Verlängerung des Mietvertrages zustimmen. Die Ausschüsse votierten entsprechend. Foto: wsw

Werder (Havel), 25. Februar 2019 – Für weitere 20 Jahre soll die Stadt die Stadtbibliothek in Werder (Havel) mieten. Für die rund 450 Quadratmeter im ersten Geschoss der Brandenburger Straße 1 würde dann eine Miete in Höhe von 4.140 Euro brutto monatlich (9,20 €/m²) zuzüglich der Nebenkosten fällig. Über eine entsprechende Vorlage sollen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 21. März 2019 diskutieren und entscheiden. Die Mitglieder des Hauptausschusses haben dem Vorschlag in der vergangenen Woche bereits mit einer Enthaltung zugestimmt.

Das Mietverhältnis zwischen dem Eigentümer und der Stadt Werder (Havel) besteht seit dem Jahr 2000. Der Mietvertrag ist befristet und es bestand die Option der Verlängerung für jeweils fünf Jahre nach Ablauf der Festlaufzeit. Von dieser Option wurde Gebrauch gemacht und daher besteht derzeit ein gültiger Vertrag mit einer Laufzeit bis zum 20. August 2021.

Sigmar Wilhelm von den Freien Bürgern gab im Hauptausschuss zu bedenken, dass eine so lange Bindung möglicherweise verhindere, ein kommunales Haus für die Stadtbibliothek zu finden. “Vielleicht könnten wir nur für zehn Jahre mieten?”, fragte Wilhelm.

Anja Spiegel (SPD) hingegen könnte sich sogar eine Bindung über 30 Jahre vorstellen. “Ich finde 20 Jahre mit der Option einer zweimaligen Verlängerung um jeweils fünf Jahre sehr gut”, so Spiegel, zumal in der Festlaufzeit die Miete auch nicht erhöht werden könne.

Bürgermeisterin Manuela Saß betonte, dass es wohl keinen besseren Ort für eine Bibliothek in der Stadt geben würde. “Die Stadtbibliothek befindet sich an einem zentralen Punkt im Herzen der Stadt und ist aus allen Ortsteilen bestens zu erreichen”. Bei kommunalen Gebäuden, die ähnlich zentral liegen, falle ihr nur die Feuerwehr ein. Aber erstens sei nicht damit zu rechnen, dass man die nicht mehr brauche, zudem sei sie nicht barrierefrei und auch sonst nicht geeignet”.

Alternative Standorte seien bereits im Vorfeld durch die Stadt geprüft worden. “Aus den Recherchen ergab sich, dass keine stadteigenen Gebäude und Gewerberäume in dieser Größenordnung zur Aufnahme der Bibliothek zur Verfügung stehen. Auch ein Neubau – gegebenenfalls im Zusammenhang mit dem Neubau eines Verwaltungsgebäudes ist als Option nicht tragfähig. Der jetzige Standort der Bibliothek ist durch seine zentrale Lage konkurrenzlos und verbindet viele Vorteile miteinander”, steht in der Begründung der Vorlage für die Stadtverordnetenversammlung.

Auf Grund der nahen Haltestellen sei die Bibliothek gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Ein großer Parkplatz in unmittelbarer Nähe ermögliche es den Besuchern,  mit dem eigenen PKW günstig anzureisen. Die Bibliothek sei für viele Schulen und Kindereinrichtungen auch fußläufig gut zu erreichen. Sie verfüge über eine behindertengerechte Ausstattung (Fahrstuhl und Behinderten-WC). Es bestehe die Möglichkeit, die Bibliothek auch zukünftig den technischen Erfordernissen anzupassen (z.B. durch den Einbau einer Sicherungsanlage und Selbstverbuchung). “Die bestehenden Räumlichkeiten sind bibliotheksgerecht und sorgen bei dem jetzigen Personalbestand für eine gute Übersicht”, heißt es abschließend in der Begründung.

Der Unterfränkische Besitzer des Hauses erhält bislang für die 450 Quadratmeter 3.445,04  Euro brutto monatlich (7,66 €/m²) zuzüglich Nebenkosten  in Höhe von ca. 1.300 Euro jährlich. Künftig würde eine Miete in Höhe von 4.140 Euro brutto monatlich (9,20 €/m²) zuzüglich der Nebenkosten fällig. “Die Miete für Gewerberäume in Werder (Havel) liegen sonst im zweistelligen Bereich”, so Saß.

Peter Kreilinger (CDU) bat darum, bei diesem und auch bei künftigen Mietobjekten der Stadt zu bedenken, dass eine weitere Nutzung in dann möglicherweise frei werdenden kommunalen Kita-Bauten möglich sei. “Auch 20 Jahre gehen vorbei – eine Bibliothek werden wir immer brauchen”. Den Hinweis hinsichtlich der Nachnutzung nahm Saß bestätigend auf, er soll mit der Vorlage der Stadtverordnetenversammlung empfohlen werden.

Noch während der jetzigen Laufzeit des Mietvertrages soll der Vermieter bis zum 31. Dezember 2019 einige Verbesserungen in der Stadtbibliothek vornehmen. Geplant ist beispielsweise ein weiterer IP-Anschluss. Aus Sicherheitsgründen müsse der WLAN-Zugang vom eigentlichen Bibliotheksnetz abgekoppelt sein, heißt es in der Vorlage.
Zudem soll die Treppenhaustür mit einem Schalter für das elektronische Öffnen versehen werden. Vorgesehen sind eine automatische Schiebetür im Eingangsbereich, der Einbau von drei Klimageräten sowie die Renovierung von Flur und Treppengeländer.  (wsw)