spot_img

Stadtverwaltung klassifiziert Ferienunterkünfte in Werder

Werder (Havel), 08.Dezember 2002- Ein hübscher Sommergarten, die berankelte Terrasse mit Sonnenliegen. Und im Haus hinter großen Fenstern 60 Quadratmeter Wohlfühl-Ambiente mit Kamin, Küche und allem, was man für den Urlaub braucht: Christiane Prause hat eigentlich keine Probleme, ihr Ferienhäuschen mit mediterranem Touch in Petzow zu vermieten. „Das wird zu jeder Jahreszeit gebucht“, erzählt sie.

Die letzte und wegen der gestiegenen Kosten erforderliche Preiserhöhung habe daran nichts geändert. Vielleicht liegt es auch ein wenig daran, dass sie sich ihr „Casa bella Anna“ alle drei Jahre nach den Kriterien des Deutschen Tourismusverbandes klassifizieren lässt, überlegt Christiane Prause. Die jüngste Klassifizierung liegt erst ein paar Tage zurück.

Der Maßstab, den sie mit ihrem Mann angelegt hat, als sie vor acht Jahren das kuschlige Häuschen neben das eigene Wohnhaus baute, war hoch: Es war der eigene. Frau Prause arbeitet für die Marketingabteilung einer Bank, ihr Mann betreibt eine Gaststätte. „Wir haben überlegt, worauf wir selbst achten, wenn wir unseren Urlaub buchen. “ Und dazu gehöre neben einer ansprechenden Lage und Ausstattung eben auch die Klassifizierung.

Stadt Werder klassifiziert seit zwei Jahren private Unterkünfte

Christine Steinbach von der Stadtverwaltung Werder (Havel) hatte keine Bedenken, für das „Casa bella Anna“ wieder die vier Sterne zu vergeben. Als Mitarbeiterin des Bereichs Tourismus und Marketing hat sie sich mit einer Kollegin als offizielle Prüferin des Deutschen Tourismusverbandes ausbilden lassen. Seit zwei Jahren klassifiziert die Stadtverwaltung Werder für den DTV Ferienunterkünfte der Region.

„Qualität ist ein wichtiger Baustein für Gästezufriedenheit“, sagt Christine Steinbach. Für einen Staatlich anerkannten Erholungsort wie Werder (Havel) zähle dabei nicht nur die touristische Infrastruktur. „Es geht natürlich auch um die Qualität in den Unterkünften. Zufriedene Gäste werden Gastgeber mit positiven Erfahrungsberichten und Bewertungen in Portalen belohnen. Und vielleicht werden sie dann wiederkommen.“

Von insgesamt ca. 160 privaten Ferienunterkünften im Stadtgebiet sind aktuell 34 klassifiziert. „Wir würden uns wünschen, dass es mehr werden“, sagt Christine Steinbach. Die Klassifizierung sei mit einer umfassenden Beratung verbunden. „Der fachliche Blick von außen tut vielen Gastgebern gut.“ Dabei gehe es um die Ausstattung der Unterkunft, aber auch um die Website, die Online-Buchbarkeit, Gästebewertungen und vieles mehr. „Wir vermitteln auch, was notwendig ist, um in eine bessere Sternekategorie zu kommen.“

Für kleinteilige Verbesserungen gibt es Fördergeld

Oft sei das gar nicht viel. Für Betreiber privater Ferienunterkünfte öffnet sich sogar die Möglichkeit einer öffentlichen Förderung (Link: https://www.potsdam-mittelmark.de/de/freizeit-tourismus/tourismusinformationen/tourismusfoerderung/), wenn sie sich klassifizieren lassen oder Sterne gewinnen wollen.  Bis zu 5000 Euro sind für kleinteilige Maßnahmen drin, ob für Barrierefreiheit oder Qualitätsverbesserungen. Maximal 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten werden vom Landkreis Potsdam-Mittelmark gefördert.

Von einem solchen Zuschuss hat vor einigen Jahren auch Gastgeberin Christiane Prause profitiert: Sie hatte in eine Trennwand im Garten investiert und bleibt auch jetzt dran, um den hohen Standard zu halten. Dass es bei der neuen Klassifizierung wieder vier Sterne geworden sind, freut sie. Es handele sich um eine unabhängige und deshalb verlässliche Bewertung, die gemeinsam mit der Darstellung der Gastgeber und Gästebewertungen auf unterschiedlichen Plattformen ein geschlossenes Bild ergebe. „Unsere Gäste sollen wissen, was sie für ihr Geld bekommen.“

Christiane Prause kann die Klassifizierung auch anderen Werderaner Gastgebern empfehlen. Bei Interesse können sie sich direkt an die Stadtverwaltung wenden (Link: https://werder-havel.de/werder/64-containerkategorie/116-organigramm/1033-ALIAS).  „Das Verfahren ist ganz einfach und auch nicht teuer. Es bedarf lediglich einer Anmeldung des Gastgebers beim DTV“, sagt Christine Steinbach. Die Klassifizierung selbst dauere je nach Größe des Objektes etwa anderthalb bis zwei Stunden. „Die Unterkunft sollte so vorbereitet sein, als würde ein neuer Gast anreisen.“(wh)

Mehr News

ANZEIGE

X
X