Steg am Plessower See

Werder (Havel), 7. Juli 2021 – Ein unbekannter Bürger hat den Steg an der Badestelle Stadtrandsiedlung ohne Genehmigung in Stand gesetzt und ihn mit einer Rutsche für die kleinen Badegäste ausgestattet. Doch wenige Tage nach der Errichtung des Steges wies ein Schild der Stadt Werder (Havel) darauf hin, dass das Betreten des Steges verboten sei und dieser bis zum 9. Juli 2021 wieder beseitigt werden sollte.

Daraufhin entbrannte in den sozialen Netzwerken eine hitzige Diskussion. Schließlich habe es zuvor an dieser Stelle bereits einen alten, in die Jahre gekommenen Steg gegeben, dessen Betreten nicht verboten war. Die Stadt Werder (Havel) reagiert darauf nun mit einer Stellungnahme:

Die Stadt Werder (Havel) hat einen Steg am Plessower See im Bereich einer Badestelle an der Stadtrandsiedlung aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der unbefugt errichtete Holzsteg mit Rutsche darf weder betreten noch genutzt werden.

Der Steg wurde auf städtischem Grund und Boden innerhalb des Naturschutzgebietes (Trinkwasserschutzgebiet Plessower See) errichtet, ohne eine Genehmigung einzuholen. Das Schild wurde zwischenzeitlich von Unbekannten entfernt. Stege in Potsdam-Mittelmark sind grundsätzlich nicht bei der Stadt Werder (Havel), sondern beim Landkreis Potsdam-Mittelmark, Fachdienst Umwelt, Untere Wasserbehörde, zu beantragen.

Christian Große, 1. Beigeordnete der Stadt Werder (Havel): „Wir bedauern es sehr, dass es zu diesem unnötigen Unmut unter den Werderanerinnen und Werderanern gekommen ist. Leider wurde zu keinem Zeitpunkt das Gespräch mit uns gesucht. Hätte es eine Kommunikation gegeben, hätte man schon vor Baubeginn entsprechend aufklären können. Wir haben nach der Errichtung des Steges natürlich reagiert und folgerichtig das Verbotsschild aufstellen lassen.“

In den sozialen Netzwerken gab es daraufhin Unmutsäußerungen und Diskussionen.

Die teils unsachlichen oder von Unkenntnis gekennzeichneten Kommentare wird die Stadt Werder (Havel) nicht werten. Die Stadt ist als Eigentümerin für die Verkehrssicherheitspflicht zuständig und verantwortlich. Seit Ende des vergangenen Jahres gibt es ein Gutachten des Landes Brandenburg zur Verkehrssicherungspflicht von Badestellen. Dieses Gutachten wurde nach mehreren Vorfällen an Badestellen erstellt und enthält wichtige Grundlagen, an die sich die Stadt Werder (Havel) hält und halten muss.

Christian Große: „Aufgrund dieses Gutachtens sind wir vom Kommunalen Schadensausgleich aufgefordert worden, alle öffentlich zugänglichen Badestellen einer Gefahrenanalyse zu unterziehen“. In der Stadt Werder (Havel) wurden alle Badestellen als solche kategorisiert, einmal im Jahr untersuchen Taucher die Badestellen auf mögliche Gefahren- oder Verletzungsgefahren unter Wasser, regelmäßig werden Wasserproben entnommen und die Bevölkerung gegebenenfalls auf mögliche Bakterien hingewiesen.

Christian Große: „Wir haben Verständnis für den Wunsch nach Badespaß. Gibt es jedoch einen Unfall und wir haben unsere Aufgaben und Pflichten für die Verkehrssicherung nicht erfüllt, dann sind wir in der Verantwortung. Deshalb bitten wir auch um das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger. Es gab bereits dramatische Unfälle und Urteile zu diesem Thema“.

Bei einem Steg, bei dem die Stadt die Verkehrssicherung übernimmt, müsse beispielsweise im gesamten Absprungbereich eine Wassertiefe von 1,80 auf einer Länge von fünf Metern garantiert sein und auch erhalten werden. Zudem gehören Rutschen in den Bereich von Einrichtungen, die den jeweils geltenden technischen Normen und Standards entsprechen müssen.

Christian Große: „Wir werden die Bürgerinnen und Bürger mit einer Postwurfsendung informieren und so unsererseits in der Kommunikation bleiben“.

(wsw, wh)