»Stille Havel« – Der neue Kriminalroman von Tim Pieper erscheint

Am 23. Oktober und am 20. November Lesungen in der Stadtbibliothek Werder (Havel)

Potsdam/Werder (Havel), 19. September 2019 – Heute erscheint der vierte Kriminalroman von Tim Pieper. In “Stille Havel” wird im Park Sanssouci ein Kunstsachverständiger erschlagen aufgefunden. Der Tote zeigte zuletzt auffälliges Interesse an einem wertvollen Gemälde im Museum Barberini, auf dem eine schwarz gekleidete Frau zu sehen ist. Doch sie trägt einen Schleier, der ihr Gesicht verhüllt, und ihre Identität ist nicht geklärt. Wer ist die Unbekannte? Seine Nachforschungen führen Hauptkommissar Toni Sanftleben zum Filmunternehmen Ufa und zu einer alten Havelvilla, hinter deren Mauern sich etwas Ungeheuerliches verbirgt.

Toni Sanftleben und die dunklen Jahre der Ufa

Mit seinem vierten Havel-Krimi legt Tim Pieper erneut einen hervorragend recherchierten und spannenden Roman vor. Kriminalhauptkommissar Toni Sanftleben, der auf einem Hausboot lebt, hat mit seinem neuesten Fall alle Hände voll zu tun. Die Spuren führen tief in die deutsche Vergangenheit. Die heimliche, wenn auch nicht uneingeschränkt sympathische Heldin ist die Schauspielerin Lydia Riefenberg, deren Schicksal in ausgewählten Szenen gezeigt wird. Autor Tim Pieper schildert auf ebenso eindrucksvolle wie nachvollziehbare Weise, wie sich die junge Frau vom Glanz und Pomp der NS-Macht blenden und vereinnahmen lässt. Wie nebenbei wirft er Schlaglichter auf Stationen der deutschen Geschichte, porträtiert die berühmte Ufa und das Filmgeschäft im »Dritten Reich« sowie die übermächtige Rolle, die Goebbels darin spielte – und entlarvt Machtbesessenheit ebenso wie unbedarftes Mitläufertum. Der Erzählstrang aus der Vergangenheit rund um Lydia ist ebenso glaubwürdig wie packend erzählt und sorgt sowohl für emotionale als auch spannungsgeladene Höhepunkte und Gänsehautmomente. Auf der Gegenwartsebene überzeugen die geschickte Konstruktion und das Zurückhalten von Informationen sowie die interessanten, vielschichtigen und prägnant gezeichneten Charaktere. Aber nicht nur inhaltlich und dramaturgisch überzeugt der Roman, sondern auch sprachlich: Pieper erzählt in einem klaren, flüssigen Stil, und die häufigen Kapitelwechsel halten das Lesetempo hoch und sorgen für schlaflose Nächte. Die idyllische Havellandschaft rundet den Plot ab. Mit kleinen Pinselstrichen zeichnet Pieper gekonnt ein anschauliches und atmosphärisches Bild der Region.

Wer den Autor, der nur wenige Kilometer vor den Toren Potsdams lebt, einmal treffen möchte, kann dies am 23. Oktober und am 20. November jeweils um 19 Uhr in der Stadtbibliothek in Werder (Havel) verwirklichen. Dann liest Tim Pieper aus seinem Buch “Stille Havel”. Der Eintritt beträgt acht Euro. (g.s., wsw)