Sturmschäden – Beseitigung dauert an

Potsdam, 6. Oktober 2017 – Die Feuerwehren aus Werder und allen Ortsteilen waren unermüdlich, unerschrocken und mit unglaublich großem Fleiß bis in die tief in die gestrige Nacht hinein unterwegs, um Sturmschäden zu beseitigen. Vergessen darf man dabei nicht, dass die Kameraden anschließend noch ihre Technik wieder auf Vordermann bringen, um ständig einsatzbereit zu sein. Am heutigen Freitag gingen die Aufräumarbeiten nach dem Sturm “Xavier” weiter und sie werden noch dauern. Zahlen zu den Einsätzen liegen noch nicht vor.


Eine Zusammenfassung der Polizei Brandenburg: Mit rund 750 witterungsbedingten Einsätzen hatte Polizei des Landes Brandenburg am Donnerstagnachmittag ab 14 Uhr zu kämpfen. Durch umgestürzte Bäume und Unfälle während des Durchzuges des Sturmtiefs „Xavier“ ereigneten sich 22 Verkehrsunfälle mit Personenschaden und  über 100 Verkehrsunfälle mit Sachschaden. Vier Menschen kamen dabei ums Leben und 24 wurden verletzt.

Um 16:52 Uhr wurde ein Verkehrsunfall im Landkreis Ostprignitz-Ruppin gemeldet. Auf der L19 zwischen Lindow (Mark) und Schönberg (Mark) verunfallte ein PKW aufgrund eines herabstürzenden Astes. Dabei kam ein 26-jähriger Beifahrer ums Leben.

Kurz nach 17 Uhr fuhr ein PKW im Landkreis Oberhavel in einen Graben, anschließend stürzte ein Baum auf den PKW. Die 54-jährige Fahrerin wurde dabei tödlich verletzt.

Gegen 18 Uhr stürzte auf der Kreisstraße 6718 zwischen Merz und Ragow, Landkreis Oder-Spree, ein Baum auf einen fahrenden PKW. Dabei wurde ein 33-Jähriger tödlich verletzt.

Ein 72-jähriger Fußgänger starb auf der B1 im Landkreis Märkisch-Oderland zwischen Müncheberg und Hoppegarten. Er wollte gegen 18 Uhr die Straße beräumen und ist dabei von einem umstürzenden Baum erschlagen worden.

Zwischen 14 und 20 Uhr gingen im Einsatz- und Lagezentrum der Polizei des Landes Brandenburg etwa 4.500 Notrufe ein. An einem „normalen“ Tag sind es sonst durchschnittlich ca. 1.000 Notrufe in 24 Stunden. Zeitgleich wählten in Spitzenzeiten bis zu 60 Anrufer gleichzeitig den Notruf der Polizei.

Ministerium warnt vor zum Teil chaotischen Zuständen in den Wäldern

Der Herbststurm „Xavier“ hat nach Mitteilung des Brandenburger Forstministeriums für zum Teil chaotische Zustände in den Wäldern gesorgt. Überall wurden ganze Bäume umgeworfen oder Äste sind von den Kronen gebrochen. Der Boden ist vom vielen Niederschlag aufgeweicht und es muss damit gerechnet, das weiterhin Bäume umstürzen und weiterhin abgebrochene Äste von den Bäumen fallen. Auf das Betreten des Waldes sollte in den nächsten Tagen verzichtet werden.

Die Forstleute sind nur noch mit Schutzhelm im Wald unterwegs und die Aufräumarbeiten laufen inzwischen auf Hochtouren. In den Revieren des Landesforsts werden die Gefahrenstellen gesichert und so schnell wie möglich beseitigt. Das gilt vor allem an Straßen, Eisenbahnstrecken und öffentlichen Wegen sowie in der Nähe von Siedlungen. In einem zweiten Schritt werden auch kleinere Waldwege beräumt und auch Wildschutzzäune repariert, welche durch umgestürzte Bäume beschädigt wurden.

Waldgebiete während der Aufräumarbeiten meiden: Der Landesbetrieb Forst Brandenburg appelliert als Forstbehörde daher an die Waldbesucher, dass sie in den nächsten Tagen den Wald und vor allem abgesperrte Bereiche zum eigenen Schutz meiden sollen. Die Arbeiten werden bis mindestens in die Mitte der nächsten Woche andauern.

Schaden kann noch nicht beziffert werden: Dann wird es auch eine Bilanz des wirtschaftlichen Schadens geben. Im Jahr 2016 fielen wurden mit 27.638 Kubikmeter vergleichsweise geringe Sturmschäden registriert, 2015 waren es 216.170 Kubikmeter. Zum Vergleich: Der normale nachhaltige Jahreseinschlag liegt im Gesamtwald bei zirka 4,5 Millionen Kubikmeter, davon knapp eine Million Kubikmeter im Landesforst.

Zuständigkeit liegt beim Waldbesitzer: Da 60 Prozent des Waldes in Brandenburg Privateigentum ist, liegt die Verantwortung der Verkehrssicherung und der Sicherung, wie beim Landesforst auch, beim jeweiligen Waldbesitzer. Im Rahmen ihrer forstbehördlichen Aufgaben sichten die Revierförster des Landesbetriebes Forst die Schäden und informieren bei Bedarf Waldbesitzer, die vielfach nicht am Ort wohnen. Ihnen können im Rahmen der Beratung auch Firmen genannt werden, die entsprechende Auftragsarbeiten wahrnehmen. Kommt ein Waldbesitzer der Verpflichtung nicht nach, kann  auch eine behördliche Ersatzmaßnahme bei Gefahr im Verzug abgeordnet werden. (red)