Summ, summ, summ … Bienchen summ herum!

Ökologische Randflächenpflege: In Werder darf es wachsen

Ökologische Grünflächenpflege, Stadtplatz Havelauen, Fotos: Stadt Werder (Havel) hkx

Werder (Havel), 15. Juli 2020 – Es schwirrt und summt auf dem Stadtplatz der Havelauen. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge finden hier zwischen Schafgarbe, Natterkopf, Wicke oder Lichtnelke reichlich Nahrung. Die 2.900 Quadratmeter große Grasfläche des Stadtplatzes ist in die ökologische Randflächenpflege der Stadt Werder (Havel) aufgenommen worden. Nur ein Fünf-Meter-Rand wird gemäht, der Rest wird bunt: zur Freude der Insektenwelt.


Schon vor fünf Jahren hat die Stadt mit der ökologischen Pflege von Straßenrand- und Grünstreifen begonnen. Einige Ränder von Nebenstrecken wurden nicht mehr vollständig gemäht, sondern unter ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaftet. Auf natürliche Weise wurden Blühzeiten zwischen den Pflegegängen verlängert.

Am Obstpanoramaweg hat sich so mit den Jahren eine bunte Artenviefalt entwickelt. Wildpflanzen wie Storchenschnabel, Purpurkraut oder Nachtkerze sorgen vom Frühjahr bis zum Herbst für farbige Wegränder. Zu solch „bunten Strecken“ gehören seit einigen Jahren auch der Holzweg in Glindow, die Lange Straße auf der Glindower Platte, der Fuchsbergweg in Kemnitz, der Radweg zwischen Strengbrücke und Petzow oder der Derwitzer Winkel.

In den Havelauen sind in diesem Jahr neben dem Stadtplatz auch die Alte Kasernenstraße und weitere Nebenflächen wie die Dreiecksfläche an der Zeppelinstraße oder der Fasanenweg dazugekommen. Im weiteren Stadtgebiet darf es jetzt unter anderem an der Phöbener Straße oder am Uferpark An der Föhse munter wachsen und blühen.

Auf zahlreichen Neben- und Randflächen in der Stadt und den Ortsteilen und neuerdings auch auf Trockenwiesen wird so auf eine natürliche Sukzession gesetzt. Wird das Projekt von den Naturschutzverbänden unterstützt, so erreichen die Stadtverwaltung zu dieser noch neuen Form des Umgangs mit dem Stadtgrün auch immer wieder Bürgeranfragen.

Werders 1. Beigeordneter Christian Große erklärt die positiven Effekte:

„Mit den Wildblumen tun wir etwas für die Artenvielfalt und gegen das Insektensterben. Durch Wurzelhalt und Verschattung der Bodenfläche wird die Bodenerosion verhindert und der Wasserhaushalt verbessert.

Gerade eine Obstbaustadt wie Werder ist verpflichtet, die Insektenwelt zu fördern und zu erhalten. Nicht allein, weil mehr Bienen und Hummeln zur Obstbaumblüte für einen reicheren Ertrag sorgen. Insekten und Nützlinge könnten auch gegen Schadorganismen wirksam werden.

Zugleich sind sie für viele Ökosysteme unverzichtbar, tragen zur Pflanzenvermehrung und Bodenfruchtbarkeit bei. Auf den rund 500.000 Quadratmeter öffentlicher Grünflächen, die von der Stadt unterhalten werden, können wir damit an vielen Stellen Zeichen setzen.“

(wh)

Widderchen-Falter an einer Kornblume, Stadtplatz Havelauen