Unternehmensnachfolge in vierter Generation

Bäckermeister Heino Fischer übergibt die Geschäfte an Sohn Samuel

Samuel und Heino Fischer, Fotos: Handwerkskammer Potsdam

Groß Kreutz OT Götz, 13. April 2021 – Bäckermeister Heino Fischer aus dem Groß Kreutzer Ortsteil Götz blickt auf 44 Berufsjahre zurück, die ihm von Herzen auch Berufung waren. 32 davon war er selbstständiger Unternehmer. Ob als Chef, Vordenker, Problemlöser oder Arbeitgeber – er lebte sein und für das Handwerk. Denn auch ehrenamtlich engagiert sich der Handwerksmeister seit mehr als 23 Jahren für sein Gewerk, 17 Jahre als Obermeister der Bäcker- und Konditoreninnung, viele Jahre auch bei der Abnahme der Zwischen- und Gesellenprüfungen für Bäcker- und Konditorenlehrlinge.

Am 8. April übergab der Träger der „Silbernen Ehrennadel im Handwerk“ den Staffelstab für die Familien-Handwerksbäckerei an der B1 an seinen Sohn, Konditormeister Samuel.

Man kann die Fischers wahrlich als Bäckerdynastie und mutige Investoren über mehr als 100 Jahre bezeichnen. Musste der Unternehmensgründer in den Anfängen noch schwere Mehlsäcke schleppen, arbeiten die Fischers von heute in einer vollautomatisierten Backstube.

Großvater und Bäckermeister Hermann übernahm am 1. April 1919 eine Pleite gegangene Bäckerei und schlug damit das erste Kapitel der Erfolgsgeschichte der Fischers auf. 

1967 startete dessen Sohn, Bäcker- und Konditorenmeister Horst als Nachfolger. Mit Heino Fischer übernahm im Wendejahr 1989 die dritte Generation die Verantwortung für die Backstube. Er erlernte sein Handwerk mit 16 Jahren noch in der Nachbarschaft, dem Kloster-Café Lehnin, bei Bäcker- und Konditorenmeister Klaus Fiedler. Und auch für Sohn Samuel war schon früh klar, dass er in die Unternehmerstapfen seines Vaters treten möchte. Der Junior nutzte die vergangenen Jahre an der Seite des Vaters, um Erfahrungen zu sammeln und sich selbst auf das Unternehmertum vorzubereiten. In dieser Zeit baute er auch die eigene Konditorei auf. Im Jahr 2008 hielt er den Meisterbrief in der Hand. Nun, mit 35, übernimmt er von seinem Vater den Staffelstab.

Wie beliebt die Backwaren der Innungsbäckerei nicht nur bei den Kunden sind, zeigen auch die vielen Auszeichnungen für die ausgewiesene Produktqualität – wie beispielsweise die mit der „Goldenen Brezel“. Sie honoriert zudem die vorbildliche Unternehmensführung, zu der auch die Ausbildung von Lehrlingen gehört. 25 Bäcker*innen und Konditor*innen erlernten seit der Wende ihr Handwerk bei den Fischers.

Unterstützung erhält der 35-jährige Konditormeister künftig weiterhin von seiner Schwester, die ebenfalls mit im Geschäft steht. Pläne für die Zukunft und jede Menge Ideen hat er genug: So soll der Christstollen weiter um die Welt ziehen, dass „Fischer-Eis“ seinen Siegeszug antreten und die Tortenkreationen als Kunstwerke weiterentwickelt werden. Dabei kann der Unternehmensnachfolger auch weiter auf den Rat seines Vaters bauen, denn so ganz wird der 64-jährige Heino Fischer die Backstube wohl noch nicht verlassen. (hwk)