Verwurzelt zu Hause

Seit dem 1. Oktober gibt es in Werder (Havel) in der Hagenstraße 21a die neue mobile Hauskrankenpflege „Wurzelnetz“. Mit fachlicher Kompetenz und noch mehr Herz ist das junge, dynamische Team für die Pflegebedürftigen in Werder und Umgebung unterwegs.

v.l.: David Thumser, Nicole Apitz, Candy Mühlner, Manuela und Daniel Zimmermann, Foto: wsw

Werder (Havel), 9. November 2020 – Wäre Luigi nicht gewesen, würden wir heute so wahrscheinlich nicht zusammensitzen“, erinnert sich Manuela Zimmermann mit Blick auf ihren Rüden, der friedlich vor ihrem Stuhl schlummert. Manchmal kann ein vierbeiniger Gefährte eben nicht nur ein treuer Freund, sondern auch ein bellender Schicksalsengel sein.

Seit drei Jahren leben Manuela und Daniel Zimmermann im schönen Werder (Havel). Als sie in ihrer Heimatstadt Berlin vergeblich auf der Suche nach einem Eigenheim waren, verliebten sie sich bei einem ihrer vielen Besuche in unsere Blütenstadt. Nachdem sie lange nach einem Zuhause gesucht haben, sind sie hier fündig geworden. Gemeinsam mit ihrer 14-jährigen Tochter und Hund Luigi ging es raus aus der Metropole und rein in die Kleinstadtidylle.

Schicksalhafte Begegnung 

Und bei einem ihrer vielen Spaziergänge mit Luigi am Plessower See begegnete Manuela Zimmermann David Thumser, der ebenfalls mit Hündin Aajami gerne hier seine Runden dreht. Die beiden kamen schnell ins Gespräch. Die 51-Jährige verriet David Thumser, dass es ihr Traum ist, eine stationäre Pflege in Werder zu eröffnen, mit einem angegliederten Gnadenhof und einer Kita. „Ich habe nur so rumgesponnen“, erklärt Manuela lachend. Doch bei ihrem neuen Hunderunde-Kompagnon stieß sie damit auf offene Ohren. Der 37-Jährige ist nämlich selbst seit 15 Jahren im Bereich der stationären und ambulanten Pflege tätig: „Ich arbeite wirklich unglaublich gerne in diesem Beruf und auch sehr viel. Da musste ich mir vor einiger Zeit erstmal eine Auszeit nehmen. Dass ich Manuela getroffen habe, war wahrscheinlich Schicksal. Wir haben uns dann schnell geeinigt, dass wir Elas Traum erstmal langsam angehen.“

Gesagt – getan! Seit dem 1. Oktober gibt es die Hauskrankenpflege „Wurzelnetz“ nun in Werder. Neben Manuela Zimmermann, die gemeinsam mit ihrem Mann Daniel die Geschäftsleitung innehat, zählen David Thumser, Nicole Apitz und Candy Mühlner zu dem kleinen Team.

Der Mensch steht im Mittelpunkt

„Mit unserer mobilen Hauskrankenpflege möchten wir es hilfsbedürftigen Menschen so lange wie es geht ermöglichen, in ihrem Zuhause zu bleiben. Für Angehörige ist es unheimlich wichtig, die Oma, den Papa oder den Onkel in guten Händen zu wissen. Als kleiner flexibler Pflegedienst können wir uns ganz individuell auf die persönlichen Bedürfnisse anpassen. Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt“, erklärt Daniel Zimmermann das Konzept von „Wurzelnetz“. Und David Thumser ergänzt: „In vielen Einrichtungen sind die Menschen, die dort liegen, nur noch die Ware, die die Gehälter der Pfleger bezahlen. Der Mensch an sich geht dabei verloren. Viele werden irgendwann betriebsblind und arbeiten nur strikt ihre Aufgaben ab, immer gibt es nur Hektik und Druck. Dabei hat mir die Erfahrung sowohl in der stationären als auch in der ambulanten Pflege gezeigt, dass man auch nicht schneller ist, wenn man sich die Hacken blutig rennt.“

Ein gesundes Wachstum ist wichtig

Von der Idee über die Planung bis zum Start von „Wurzelnetz“ ist ein gutes Jahr vergangen. Die unzähligen Dokumente, Anträge und Formulare, die im Vorfeld bearbeitet werden mussten, füllen viele dicke Ordner. „Der Weg bis hierhin war wirklich nicht einfach, aber wir sind unglaublich stolz und froh, dass wir nun endlich mit unseren zwei weißen Flitzern für die Pflegebedürftigen unterwegs sein können“, freut sich das Team. Bisher kümmern sich David, Candy und Nicole um zehn Patienten in Ferch, Caputh und Werder – Tendenz steigend.

Doch Geschäftsführer Daniel Zimmermann ist ein gesundes Wachstum wichtig. „Wir sind nicht nur Kollegen, sondern auch alle füreinander verantwortlich. Niemandem ist geholfen, wenn wir jetzt immer mehr Pflegebedürftige aufnehmen, die von uns nicht angemessen betreut werden können. Was natürlich nicht heißt, dass wir nicht noch Kapazitäten für neue Klienten haben. Wir nehmen gerne noch weitere Klienten auf. Wir sind noch ein kleiner Betrieb, der sich durch eine familiäre Betreuung auszeichnen möchte. Wir wollen ohne Druck und Automatismus arbeiten. Wir können die Arbeit an sich nicht verändern, aber wir können sie für alle einfacher machen. Ich glaube ganz fest an Karma, also behandeln wir alle Menschen so, wie wir auch gerne behandelt werden möchten. Das sollte Standard nicht nur in der Hauskrankenpflege sein.“

Der 44-jährige Geschäftsführer leitet zusätzlich an drei Standorten in Alt Ruppin, Linum und Berlin systemisch-lösungsorientierte Kinder- und Jugendförderzentren mit vollstationärer Hilfe. Seine Frau Manuela ist zudem Leiterin einer Kindertagesstätte in Berlin Wedding, in der vor allem Kinder aus benachteiligten Familien betreut werden. Durch die Pflege ihrer eigenen Mutter wurde Manuela schnell bewusst: „Es muss auch anders gehen! Es ist doch nicht so schwer, sich an vereinbarte Termine zu halten oder den Pflegenden einfach mal zu fragen, wie es ihm geht.“

Diese Auffassung teilen David, Nicole und Candy ebenfalls aus Überzeugung. Nicole Apitz ist ausgebildete Kinderkrankenschwester sowie Pflegefachkraft und hat 16 Jahre für die mobile Hauskrankenpflege „Schwester Reinhild“ gearbeitet. Die 40-Jährige hat zudem einen Palliativ-Care-Kurs absolviert.

Candy Mühlner war seit 2007 bei der AWO zunächst in der stationären Pflege tätig bis im ambulanten Dienst eine Fachkraft gesucht wurde. Die 40-Jährige ist examinierte Altenpflegerin mit der Weiterbildung zur Praxisanleiterin. Am 11. November startet Candy zudem mit der Ausbildung zur Pflegedienstleiterin.

David Thumser ist eigentlich gelernter Maurer, doch nach einer neuen Ausbildung zur Examinierten Altenpflegefachkraft, führte er fünf Jahre später eine Weiterbildung zum Ambulant-/Stationären Pflegedienstleiter durch. Der 37-Jährige ist nun bereits seit fast 15 Jahren in der Pflege tätig und fungiert als Pflegedienstleitung sowie als Qualitätsbeauftragter bei „Wurzelnetz“.

Enge Zusammenarbeit mit den Angehörigen

„Durch unsere tollen Mitarbeiter können wir das ganze Pflegespektrum vom Kleinkind bis zum Senior abdecken”, sind Manuela und Daniel Zimmermann dankbar. „Wir übernehmen sowohl die medizinische Pflege nach Operationen als auch alle Aufgaben der Hauskrankenpflege.“ Das Angebot soll noch um Schulungen für Laienpflege ergänzt werden. 

„Es gibt so viele Möglichkeiten, jemanden zu Hause zu betreuen und zu pflegen, mit Unterstützung der Angehörigen. Gerne würde ich mein Wissen über bestimmte Tricks und Kniffe in Schulungen an die Angehörigen weitergeben“, erklärt David Thumser.

Auf die Frage, was sich das Team für die Zukunft von „Wurzelnetz“ wünscht, ergreift Geschäftsführer Daniel Zimmermann noch einmal das Wort: „Wir wünschen uns zufriedene Mitarbeiter und glückliche Patienten und wir möchten durch Qualität und Menschlichkeit überzeugen.“ (wsw)

Wurzelnetz GmbH
Hagenstraße 21a
14542 Werder (Havel)
Mobil: 0152. 38 94 89 94 (Pflegedienstleitung/David Thumser) oder
Mobil: 0151. 51 39 11 60 (Gf. /Frau Zimmermann)
d.thumser@wurzelnetz.com
www.wurzelnetz.com