Wahlprogramm Bündnis 90/Die Grünen – Ortsverband Werder (Havel)

Werder (Havel), 22. März 2019 – Sechs Themenschwerpunkte setzt der Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen für die kommende Kommunalwahl im Mai 2019. Nachfolgend im Wortlaut die Pressemitteilung mit dem Wahlprogramm. Wie Spitzenkandidat Markus Altmann mitteilte, wird das ausführliche Wahlprogramm in den nächsten Tagen auch auf der Internetseite veröffentlicht: gruene-werder.de

Das Wahlprogramm

Unter dem Motto „FÜR WERDER“ möchten wir vom Bündnis 90/Die Grünen – Ortsverband Werder (Havel) im Folgenden die Eckpunkte unseres Wahlprogramms, sozusagen unsere grünen Leitlinien zusammenfassen.
Getragen werden diese durch sechs Themenschwerpunkte:
Bildung / Baum- und Lärmschutz / Bürgerbeteiligung / Verkehr / Energie und Stadtentwicklung.

Werder ist lebenswert. Ein Ort in wirtschaftlich ansprechender Lage, eingebettet in wunderschöne Natur. Etwas Einzigartiges in Deutschland, vielleicht sogar in Europa. Kurzum, völlig zu Recht leben die Menschen hier sehr gern.

Dass es seit der Wiedervereinigung viel Positives über Werder (Havel) zu berichten gab und gibt, dazu haben allen voran die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und Ortsteile mit ihrem persönlichen Schaffen beigetragen. Dank dieser Entwicklung erfreut sich unsere Stadt auch nach außen größter Beliebtheit. Der stete Anstieg der Einwohnerzahlen spricht dabei eine eindeutige Sprache.

Dabei wird aber auch deutlich, dass sich Werder und seine Ortsteile verändern. Neben den sich verändernden Bedürfnissen der Menschen geht eine Zunahme der Einwohnerschaft mit einer Reihe von Herausforderungen einher. Unserer Meinung nach ist es eine vordergründige Aufgabe der Politik, den Wandel, die Herausforderungen aktiv mit den Bürgerinnen und Bürgern zu gestalten.

An allererster Stelle gilt daher zu klären: Wohin soll sich Werder mit seinen Ortsteilen entwickeln? Was ist die Kernmarke „Werder“? Wie kann erreicht werden, dass der ortstypische Charakter im Zusammenspiel mit Veränderungen erhalten bleibt?

Diese und viele weitere Fragen möchten wir von Bündnis 90/Die Grünen beantworten, indem wir den Bürgerinnen und Bürgern unsere Visionen aufzeigen. Politik muss aktiv sein und dazu gehört, ein gemeinsames Bild der Zukunft zu zeichnen. Den akuten Herausforderungen lediglich hinterherzulaufen und zu reagieren – wie die anderen Parteien – reicht unserer Meinung nach nicht aus.

Daher braucht Werder den politischen Wandel.
Wir sind überzeugt, dass die Menschen den Spaß am politischen Gestalten beim Mitmachen erleben und so dafür Sorge tragen, dass Werder charmant und charaktervoll bleibt und nicht zu einer beliebigen „Speckgürtelgemeinde“ wird.

Unser Wahlprogramm „FÜR WERDER“ nimmt in seinen sechs Themenschwerpunkten Bezug auf das Besondere und zeigt unsere Vorstellung einer sachorientierten, differenzierten und zukunftsorientierten Kommunalpolitik.

Zu den Themenschwerpunkten

Die einzelnen Themengebiete werden im Rahmen dieser Pressemitteilung z.T. in verkürzter Form dargestellt. Eine ausführliche Ausarbeitung dazu wird es in den kommenden Tagen auf unserer Homepage www.gruene-werder.de geben.

Bildung

Das Wachstum der Stadt Werder (Havel) und der damit verbundene Zuzug von Familien halten weiterhin an. Diese erfreuliche Entwicklung hat jedoch in der Vergangenheit nicht dazu geführt, dass entsprechend des Bedarfs ausreichende und qualitativ hochwertige Schul- und Kitaplätze von der Stadt zur Verfügung gestellt wurden. Neben einer herausragenden Kitabetreuung bildet eine exzellente Schulbildung die Basis unserer gesellschaftlichen Entwicklung.
Weiterhin sagen wir: Wie Schulbildung sollten auch Kindertageseinrichtungen/Kindergärten als basislegende Einrichtungen kostenlos sein.

Wenn eine exzellente Kita-/ und Schulbildung die Basis unserer gesellschaftlichen Entwicklung ist, dann ist Kita-/ und Schulbildung als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe durch die Solidargemeinschaft zu tragen, also durch Steuermittel, Zuweisungen und sonstige Einnahmen zu finanzieren.

Kindertagesstätten
Damit sich die Kindertagesstätten nicht, wie aktuell teilweise gegeben, zu reinen Aufbewahrungseinrichtungen werden, sind entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Erzieher*innen maßgeblich bei Ihrer Arbeit zu unterstützen. Aus dem allgemeinen Mangel (es fehlen derzeit mindestens 250 – 300 Plätze) der vergangenen Jahre abgeleitet, werden wir unsere Arbeit im Interesse der Eltern fortführen und weiterhin für eine quantitative und qualitative Verbesserung der Angebote kämpfen.

Schulen
Dem Doppelhaushalt 2018/2019 ist zu entnehmen, dass 50 Grundschüler (ca.2 Schulklassen Grundschule) und 415 Schüler*innen weiterführender Schulen (ca.14 Klassen mit je 30 Schülern weiterführende Schule) nicht beschult werden können. Diese Schüler*innen müssen täglich in Nachbargemeinden und andere Städte pendeln. Wir von Bündnis 90/Die Grünen halten das für einen unhaltbaren Zustand. Die aktuell hohe Auslastung der Grundschulen in Werder (Havel) erfordern umgehendes Handeln, um dem Bedarf an Schulplätzen entsprechen zu können. Gleiches gilt für weiterführende Schulen. Ein weiterer Schwerpunkt bildet die Qualitätsverbesserung in den städtischen Schulen.

Wir sagen ganz klar, Grüne Politik bedeutet bessere Bildung!

Baum- und Lärmschutz / Vernetzung der Ortsteile / Stadt am Wasser

Bäume sind Alleskönner. Sie filtern Schadstoffe aus der Luft, wandeln CO2 in Sauerstoff und speichern Wasser. Sie schlucken Lärm, spenden Schatten, verhindern eine schnelle Verdunstung. Bäume bieten Schutz und Nahrung für Vögel, Insekten und Kleintiere. Ihre Erhaltung, erhält das Leben aller Lebewesen.

Wir treten für eine Baumschutzsatzung ein, um die Anpflanzung von heimischen Gehölzen/Bäumen zu unterstützen und die sinnlose Abholzung von vitalen Bäumen zu verhindern. Die konsequente Nachpflanzung für alle gefällten Bäume innerhalb des Stadtgebietes – auch im Uferbereich – soll durchgesetzt werden. Im Uferbereich sind Gehölze Teil des natürlichen Lebensraumes und daher besonders schützenswert.

Der Verkehr ist der größte Lärmverursacher in der Stadt. Leider zeigt der vorliegende Lärmschutzplan die Problemstellen nur auf. Dafür machen wir folgende konkrete Vorschläge:

Wir treten für Lärmschutzmaßnahmen u.a. an der Autobahnbrücke ein. Tempo 80 in beiden Richtungen. Beim dreispurigen Ausbau fordern wir dort und in Nähe von Wohngebieten Lärmschutzwände.

Wir treten dafür ein, auch den Zugverkehr als Lärmursache wahrzunehmen. Wir möchten prüfen lassen, ob durch eine Aufstellung von Lärmschutzwänden z.B. die Havelauen von Lärm entlastet werden können.

Vernetzung der Ortsteile – Während die Verbindungen von der Stadt in die Ortsteile kontinuierlich ausgebaut werden, wird die Vernetzung der Ortsteile noch stiefmütterlich behandelt. Unhaltbar ist, dass die Verbindung von Töplitz nach Werder für Fußgänger und Radfahrer nur über Nattwerder und Golm möglich ist. Wir fordern daher eine Vereinbarung mit Regiobus zu schließen, damit jeder Bus über Fahrradstellplätze verfügt und dass die Fahrt nur über die Autobahnbrücke kostenlos angeboten wird.

Stadt am Wasser – ohne Ufer

Es gibt bereits viele wunderschöne Uferwege. Wir wollen mehr und fordern von der Stadt, sich aktiv für die frei zugänglichen Uferzonen in allen Ortsteilen einzusetzen.

So wie in der Vergangenheit, werden auch zukünftig die Werderaner in den wunderschönen Seen schwimmen und schwimmen lernen. Wir wollen das städtische Freibad am Stadtwald deutlich aufwerten. Es soll ein Treffpunkt für alle Badenden werden und so die wilden Badestellen entlasten. Daher möchten wir prüfen, ob ein kostenloses Angebot für die Nutzung des Freibades Werder möglich ist. Ein Bruchteil des Geldes, das für die Haveltherme eingesetzt wird, sollte reichen!

Bürgerbeteiligung

Bündnis 90 / DIE GRÜNE setzen sich konsequent für das Dreifache !T! in Politik und Verwaltung ein: Transparenz, Teilhabe und Transfer von Wissen. Das sind die Begriffe, die dabei im Vordergrund stehen. Um eine glaubhafte und stabile Demokratie zu leben und zu erhalten, setzen wir mittelfristig dabei auf das Konzept der Bürgerkommune für Werder. Das heißt, wir setzen uns ein für:

    • eine transparente Verwaltung (Konzept „gläsernes Rathaus“)
    • einen Bürger*innenhaushalt
    • ein unabhängiges Büro für Bürger*innenbeteiligung
    • konsequente Verwaltungsinformation nach Maßgaben der Inklusion (leichte Sprache)
    • Teilhabe an Ideenentwicklung, Planung und Umsetzung stadtpolitisch relevanterPlanungen
    • eine lebendige Stadtentwicklung mit maximaler Akzeptanz durch Beteiligung vom erstenBleistiftstrich
    • regelmäßige Bürger*innenbefragung durch eine unabhängige Institution
    • regelmäßige Bürger*innensprechstunden aller Ressorts der Verwaltung mit denEntscheidungsträgern
    • konsequente Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei den Planungen der siebetreffenden Bereiche
    • eine „inklusive“ Verwaltung und Politik

Das Rathaus wird mit uns konkret:

  • Die Stadtverordnetenversammlung wird mittels Livestream übertragen, später unbegrenzt und unbearbeitet im RIS einsehbar/nachvollziehbar sein
  • Ausschusssitzungen werden mittels Livestream übertragen, später unbegrenzt und unbearbeitet im RIS einsehbar/nachvollziehbar sein
  • bürgerrelevante Themen werden als Schwerpunkte aus Amtsblättern extrahiert und leicht verständlich erläutert, ausgelegt und online gestelltDie Bürgerinnen und Bürger werden konkret:
  • befragt, wenn es um Investitionen der Stadt aus Mitteln öffentlicher Hand von über 1 Millionen Euro geht
  • befragt, wenn es um Verkauf, Abriss und Neubau auf öffentlichen Flächen geht
  • im Zwei-Jahrestakt eingeladen, ihre Wünsche und Ideen in einen städtischen und mit 2Prozent des jährlichen Haushalts hinterlegten/finanzierten Bürgerhaushalt einzubringen
  • alle 4 Jahre eingeladen, das integrierte Stadtentwicklungskonzept der Stadt/KommuneWerder zu überarbeiten und weiter zu entwickelnKinder und Jugendliche werden
            • an den Planungen und Umsetzungen von öffentlichen Spielplätzen, Sportplätzen, Einrichtungen der Kinder und Jugend von der Idee bis zur Eröffnung/Umsetzung beteiligt
            • eingeladen, geeignete öffentliche (Frei)Räume selbst zu gestalten und zu organisieren
            • ein Kinder -und Jugendparlament einzurichten, das mit einem Budget von 1% des städtischen Haushalts im Haushaltsjahr nach eigenem Ermessen planen und wirtschaftenkann 5

          Verkehr

        • Hinsichtlich Ausdehnung der Stadt und ihrer Ortsteile sowie dem eher flachen Relief bietet sich das Fahrradfahren in Werder als umweltfreundliche und infrastruktursparsame Art der Fortbewegung förmlich an. Nichtsdestotrotz ist die Fahrradinfrastruktur mit sehr wenigen Ausnahmen deutlich unterentwickelt, Umfang und Niveau sind fast nirgends im Stadtgebiet angemessen und zeitgemäß.Wir wollen zügiges, sicheres und komfortables Radfahren ermöglichen. Dafür wird eine fahrradfreundliche Infrastruktur benötigt, welche den Ansprüchen aller Radfahrer und unterschiedlicher Fahrradtypen (einschließlich Fahrradanhängern und Lastenrädern) Rechnung trägt. Wir betrachten sowohl die objektive Sicherheit als auch ein hohes subjektives Sicherheitsempfinden der Radfahrer als unverzichtbare Voraussetzung, um das Radfahren für alle zu ermöglichen. Für die Stadt Werder sowie ihre Ortsteile fordern wir ein Konzept für den Radverkehr zu erarbeiten, welches die Bedürfnisse aller Nutzergruppen berücksichtigt und alle Verkehrsarten gleichermaßen im Blick hat.Auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse stehen wir für ein hierarchisch angelegtes Konzept Radverkehr, mit einer Kombination aus Fahrradstreifen, Schutzstreifen oder regelkonformen Radwegen für den größten Teil des städtischen Hauptstraßennetzes bzw. Fahrradverkehr im Mischverkehr bei entsprechender Verkehrsberuhigung.Werder wächst und die Herausforderungen dürften sich verschärfen. Ziel unserer Verkehrspolitik ist es, durch die intelligente und komfortable Kombination von ÖPNV und Radfahren, Anreize zu schaffen, auf das Auto zu verzichten.Als Grüne fordern wir eine allumfassende und ergebnisoffene Betrachtung der Ist-Situation des Verkehrs in ganz Werder, nicht nur Straßen- oder Quartierweise (Stichwort: Verdrängung von Verkehr auf andere Straßen). An den verschiedenen Schwerpunkten sind dann alle Szenarien zu betrachten und die jeweils beste (nicht die billigste!) Lösung muss umgesetzt werden. Das kann dann z.B. in der Potsdamer Str. eine Einbahnstraßenregelung oder eine stark verkehrsberuhigte Lösung mit sich begegnendem Verkehr sein. Die Komplexität des Themas verlangt ein hohes Maß an differenzierter Betrachtung.Wir fordern weiter:
            • Anbindung aller Ortsteile an den ÖPNV mindestens im Stundentakt auch an Wochenenden.
            • Tempo 30 auf allen innerstädtischen Straßen. die zu schmal für Radwege oderFahrradschutzstreifen sind, sowie vor Bushaltestellen mit Nutzung durch Schulkinder
            • Einrichtung von Radfahrstreifen und Fahrrad-Schutzstreifen
            • Rad-Abstellmöglichkeiten an Bushaltestellen
            • Erheblich mehr und überdachte Rad-Parkplätze an beiden Seiten des Bahnhofs
            • Berücksichtigung der Bedürfnisse von mobilitätseingeschränkten Personen auch imInnenstadtbereich
            • Ladestationen für Elektrofahrzeuge aller Art am Bahnhof, in der Innenstadt und im Bereich dergroßen Mehrfamilienhäuser 6

          Energie

          Bündnis 90/Die Grünen stehen in einem besonderen Verhältnis zum Thema Energie und Energieerzeugung. Für unsere Stadt Werder und deren Ortsteile ist es aus unserer Sicht wichtig, ein Energie- und Versorgungskonzept zu entwickeln, das auch noch in der Zukunft trägt. Dabei darf die Komplexität des Themas nicht vernachlässigt werden. Viele Maßnahmen können nur Hand in Hand mit anderen Verantwortlichen, z.B. dem Landkreis, angegangen werden. Dennoch machen wir es zu unserer Aufgabe, die hiesigen Möglichkeiten zur Verbesserung auszuschöpfen und über unsere Vertretungen in höheren Gremien Einfluss zu nehmen. Zu den hiesigen Möglichkeiten zählen wir z.B. unseren Antrag auf Erstellung eines energetischen Gesamtkonzeptes, welches wir auch heute noch für unbedingt notwendig erachten. Ziel dabei ist, alle Möglichkeiten zur dezentralen und nachhaltigen Energieerzeugung hier vor Ort auszuloten und miteinander in Einklang zu bringen. So könnten z.B. Solarpanele auf städtischen Gebäuden installiert werden. Aber auch Anreize für die Bürgerinnen und Bürger sind zu schaffen, damit der ein oder andere seinen persönlichen Beitrag zum Gelingen der Energiewende beisteuern kann. Das Pariser Klimaschutzabkommen, was von Deutschland mit unterzeichnet wurde, setzt ehrgeizige Ziele die es im Interesse Aller und speziell unserer Kinder umzusetzen gilt. Hierzu sind die Anstrengungen Aller und auf allen Ebenen gefragt. Es reicht hierbei nicht aus, auf die Bundesregierung zu schauen und abzuwarten. Wir als Bündnis Grüne wollen den Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe und den Ausbau regenerativer Energien auf breiter Ebene (im Sinne von vielen unterschiedlichen Formen der Energieerzeugung). Klimawandel ist jetzt! Wir können nicht abwarten! Das heißt jedoch auch, die Dinge differenziert zu betrachten und ggf. Kompromisse einzugehen. Es ist eben kein Widerspruch, sich für den Erhalt der Bäume einzusetzen, eine Baumschutzsatzung für unsere Stadt zu fordern und gleichzeitig das Fällen von Bäumen in Nutzwäldern zu Gunsten von regenerativen Energien in Kauf zu nehmen. Natürlich sind vor der Errichtung von Windkraftanlagen viele einzelne Parameter zu prüfen, aber diese Prüfung muss ergebnisoffen stattfinden. Und natürlich ist vor allem der Mensch als oberstes Schutzgut in diesen Betrachtungen zu sehen. Aber, es ist unserer Meinung nach nicht ehrlich, die Energiewende zu fordern und gleichzeitig „vor der eigenen Haustür“ alle Alternativen zu versagen. Energieerzeugung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

          Daher werden wir uns dafür einsetzen, dass …

        • Energieversorgung dezentral und nach dem Konzept der Selbstversorgung organisiert wird
        • Kommunale Gebäude tragen Vorbildcharakter und zeigen die vielfältigen Möglichkeiten auf
        • Etablierung einer langfristig nachhaltigen und Ressourcen schonenden Wärmeversorgungz.B. auf Basis Niedertemperatur-Fernwärme / Demokratisiertes Wärmenetz und Ablösungvon Einzelfeuerungsanlage auf Basis fossiler Brennstoffe oder „zertifikat-geschöntes“ Biogas
        • Müllentsorgung die eine nachhaltige Strategie erhält (Verweis auf die Mehrwegtonne statt Gelber-Sack)
        • dass nach und nach Plastik aus dem öffentlichen Raum verschwindet

      Das heißt für uns, dass …
      wir uns für die offensive Information über Fördermittel für Solar-, Photovoltaik, Kleinwindkrafträdern, Minikraftwerken etc. einsetzen; ggf. sind städtische Programme aufzulegen

    •  sämtliche Ortsteile ans städtische Abwassernetz angeschlossen werden
    •  statt massenhaft Einmal-Müllsäcken, die gelbe (Mehrweg-) Mülltonne eingeführt wird

Stadtentwicklung / Arbeiten und Leben

Angesichts des bisherigen Zuwachses und der noch zur Verfügung stehenden Ressourcen in der Kernstadt, aber auch in den Ortsteilen, ist von einem weiteren Bedarf an Wohnungen, Kitas, Schulen, sozialen Einrichtungen zur Sicherung der öffentlichen Daseinsvorsorge, Freiraum zur öffentlichen Begegnung sowie von Gewerbeflächen bzw. Arbeitsplätzen auszugehen.

Bündnis 90/Die Grünen ist es ein dringendes Anliegen, den sogenannten Außenbereich für Erholungszwecke, Land- und Forstwirtschaft primär freizuhalten und nur unter besonderen Gründen für Bebauung zu öffnen. Den Ansinnen der Vergangenheit, etwa für das Gelände des Bildungscampus landwirtschaftliche Fläche in exponierter Lage aufzugeben, haben wir uns immer entgegengestellt.
Gelingen kann dieser Schutz im Außenbereich allerdings nur, wenn im Innenbereich genügend Entwicklungspotential vorhanden ist bzw. neu erworben wird. Eine zukunftsorientierte Politik muss daher für einen maßvollen Ausgleich Sorge tragen.
Dieser Ausgleich kann u.a. durch das Erschließen brachliegender Flächen im Inneren oder einer intensiveren Nutzung gelingen, etwa ein zweites Haus, wo heute nur eines steht, d.h. Verdichtung! Gleichzeitig soll diese Verdichtung aber das ortstypische Erscheinungsbild der Stadt nicht zerstören! Das heißt: Sie muss maßvoll sein!
Wir kritisieren, dass in der Vergangenheit bei den meisten größeren Projekten im Wohnungsbau auf einen projektbezogenen Bebauungsplan zurückgegriffen wurde. Besser ist eine aktive Bauleitplanung, in deren Ergebnis B-Pläne dem Entwicklungsansinnen der Stadt und seiner Bürger und Bürgerinnen Rechnung tragen.

Arbeiten und Leben

Ziel grüner Politik ist es, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen. Dazu gehört auch eine bessere Vereinbarkeit von Beruflichem und Privatem. Konkret kann dies zum einen bedeuten, Arbeit und Wohnen wieder näher zusammen zu bringen.
Dazu braucht es Arbeitsplätze in der Stadt, damit z.B. die jungen Menschen Ausbildungen und erste Berufserfahrungen machen können. Wir freuen uns, dass es in der jüngeren Zeit zu Neuansiedlungen gerade aus dem lebensmittelverarbeitenden Bereich kam. Wir finden, dass passt gut zu uns, reicht aber noch nicht. In der Richtung wollen wir weiter unterstützen.

Zum anderen heißt das aber auch, die Fahrzeiten zwischen Wohn- und Arbeitsort zu verringern, Straßen zu entlasten. Denn nicht jeder wird in Werder den für sich geeigneten Arbeitsplatz finden. Freie Berufswahl und freie Arbeitsplatzwahl sind große Fortschritte unserer Gesellschaft. Konkret bedeutet dies, dass wir uns an den alltäglichen Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientieren müssen. So sind z.B. unnötige Verkehre durch die Lage von Kitas räumlich fernab der Wohnung zu vermeiden. Gleichzeitig müssen Möglichkeiten zur Nutzung des ÖPNV und des Radverkehrs stärker ausgebaut werden.

Zu den Kandidaten

Wir vom Bündnis 90/Die Grünen – Ortsverband Werder (Havel) gehen am 26. Mai diesen Jahres mit einer starken Liste in die Kommunalwahl. Dabei stellen sich für die Stadtverordnetenversammlung Werder insgesamt 20 Kandidaten zur Wahl, auf Listenplatz 1 steht Markus Altmann. Für den Ortsbeirat Glindow stellen wir 2 Kandidaten, 1 Kandidat für den Ortsbeirat Derwitz und 7 für den Ortsbeirat Töplitz.

Markus Altmann, 39 Jahre, Dipl. – Bauingenieur, Hobby-Imker
Was treibt mich an? Mit meiner politischen Arbeit möchte ich für mehr Gerechtigkeit in den öffentlichen Belangen der Stadt Werder (Havel) sorgen. Eine Stadt als Gemeinschaft ist geprägt von den vielen unterschiedlichen Interessen ihrer Bürgerinnen und Bürger. Die oberste Aufgabe der Politik sehe ich darin, diesen Interessen ausgewogen den Weg zu bereiten. Dafür müssen Kompromisse eingegangen und das Für und Wider miteinander abgewogen werden. Aber genau das findet in Werder bislang zu selten statt. Zu oft fühle ich mich als Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt; Mitbestimmung und Ausgewogenheit zwischen den verschiedenen Interessengruppen kommen mir dabei viel zu kurz.

Was möchte ich ändern? Bei der Umsetzung unseres Wahlprogramms stehen zwei Dinge im Vordergrund. Zuerst und unserem Motto „FÜR WERDER“ folgend, möchte ich mich dafür stark machen, dass die Menschen in Werder und Ortsteilen von der guten wirtschaftlichen Lage unserer Stadt stärker profitieren. Prestige-Bauten wie eine Luxustherme sind dabei ganz sicher der falsche Weg. Vielmehr gehören die vielen kleinen und großen Dinge endlich angepackt, die in den letzten Jahren liegen geblieben sind und die den Alltag der Menschen maßgeblich beeinflussen. Stellvertretend sei dabei auf die Kita- und Schulplatz- oder auf die Verkehrssituation verwiesen. Zweitens mache ich mich für einen stärkeren Schutz der uns umgebenen Natur stark. Aus dieser zieht Werder seinen besonders hohen Lebenswert und sie steht dabei sinnbildlich für das Einzigartige unserer Stadt. Stellvertretend für viele notwendige ökologische Maßnahmen heißt das; Werder braucht eine Baumschutzsatzung!