Was Reifensessel bewegen können

Al Walajeh trifft Werder – Was Reifensessel bewegen können, das zeigt die Fraueninitiative aus Palästina in der Klimawerkstatt. Foto (3): Martina Rumpel, Klimawerkstatt

Werder (Havel), 10. Juli 2018 – Wie man mit bunt bemalten und gepolsterten Autoreifen friedlichen Widerstand leistet – das demonstrierte in der vergangenen Woche eindrucksvoll eine Gruppe palästinensischer Frauen in der Klimawerkstatt Werder. 

Die sechs Frauen wohnen in einem Dorf nahe Bethlehem und gestalten dort zusammen mit weiteren Frauen ihre Gärten mit Sesseln, Pflanzkübeln, Zäunen und Skulpturen aus bunt bemalten Autoreifen, Bänken, Tischen und anderen Möbeln aus Paletten sowie Designs aus weiteren Upcycling-Materialien. Reihum treffen sie sich bei einer der Frauen und stellen dort die Einrichtung für eine Terasse oder einen Garten her. 

Sie zeigen dadurch friedlich, dass sie sich nicht aus ihrem Dorf vertreiben lassen. Was bei uns reine Freizeitbeschäftigung ist, ist dort politische Botschaft – sie nennen das  Sumud – Bleiben ist Widerstand“.

Inzwischen hat die Gruppe auch eine Holzwerkstatt eingerichtet, in der sie Kleinmöbel und Deko-Artikel für den Verkauf herstellen wollen.

Bei ihrer Reise durch Deutschland haben sie auch in der Klimawerkstatt Werder Halt gemacht und sich dort einen Nachmittag lang mit uns über die Anforderungen an eine Gemeinschaftswerkstatt ausgetauscht, unsere Holzwerkstatt bewundert und uns in das Handwerk des Baus von Autoreifensesseln eingeführt. Entstanden sind mehrere bunte Sitzgelegenheiten und Tischchen, die nach ihrer endgültigen Fertigstellung vor der Klimawerkstatt Probe gesessen werden können. (Martina Rumpel/wsw)