Weihnachtsbäckerei in der Tee- und Wärmestube

Elftklässler des Ernst-Haeckel-Gymnasiums backen mit Kindern und bringen Geschenke mit

Werder (Havel), 14. Dezember 2017 – In der Weihnachtszeit freuen sich wohl alle Kinder besonders darauf, Plätzchen selbst backen zu dürfen. Und so kamen elf Kinder gestern Nachmittag in die weihnachtlich geschmückte Tee- und Wärmestube zu diesem großen Vergnügen. Und Mehl hatte dann irgendwann wohl jeder am Pulli, die Hände klebten voller Teig oder später Zuckerguss, im Gesicht einen konzentrierten Ausdruck – aber ebenso jede Menge Spaß hatten die Kinder. Traditionell wurde der Nachmittag von Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses Pädagogik des Ernst-Haeckel-Gymnasiums veranstaltet. Die Elftklässler brachten zudem viele Geschenke für die Kinder mit.

Frei nach dem Text des bekannten Liedes „In der Weihnachtsbäckerei“ von Rolf Zuckowski gab es „zwischen Mehl und Milch“ auch die ein oder andere „riesengroße Sauerei“. Und während die Gymnasiasten sich darauf konzentrierten, mit den Kindern zwischen drei und 14 Jahren eine große Menge der köstlichen Weihnachtsleckerei herzustellen, waren die fleißigen Helferinnen in der Tee- und Wärmestube stets darauf bedacht, die Herde zu kontrollieren, neu zu bestücken und immer gleich Ordnung und Sauberkeit wieder herzustellen.

Die Lehrerin Gabriele Schröder musste kaum helfend eingreifen – die Schüler hatten sich gut vorbereitet und probten den Umgang mit den Kleinen. Und fast alle meldeten sich auf die Frage, wer von ihnen denn mal Lehrer werden möchte. Der Kurs Pädagogik ist ein Leistungskurs, wie Gabriele Schröder informierte. „Und hier gibt es die Praxis am Kind“, sagt sie und freut sich, dass die Aktion auch in diesem Jahr nach dem Plakataufruf an der Schule durchgeführt werden kann. „Ich sehe Kinder, die auch im vergangenen Jahr hier schon dabei waren“, erzählt sie. „50 Pakete wurden gepackt – für drei Altersgruppen“, berichtet sie. An jedem der hübschen bunten Weihnachtspäckchen findet der Weihnachtsmann einen Zettel mit der Altersgruppe und dem Tipp, ob das Präsent für einen Jungen oder ein Mädchen gedacht ist.

„Freud und Leid liegt oft dicht beisammen, aber wir freuen uns über jeden Erfolg“, weiß Silvia Abel von der Tee- und Wärmestube um die oft besondere Situation der Kinder. Aber wenn sie dann die Entwicklung beobachten können, seien sie oft sehr glücklich, ergänzt die Leiterin Martina Müller, die sich natürlich auch am Plätzchenbacken beteiligte.

Info für Spender

Am 22. Dezember findet das traditionelle Weihnachtsessen in der Tee- und Wärmestube statt. Momentan freut sich das Team übrigens über Drogerie-Artikel: Duschbad, Shampoo, Waschmittel und ähnliches. Abgeben kann man die Spenden zu den Öffnungszeiten: Montag – Freitag: 9 – 15 Uhr.

Gabriele Schröder weiß um die Wichtigkeit des praxisnahen Lernens. So sei die Weihnachtsbäckerei in der Tee- und Wärmestube nicht das einzige Projekt, bei dem die Gymnasiasten den Schulbau verlassen. So bekämen sie die Möglichkeit, die Erkenntnisse des Schweizer Psychologen Jean Piaget zu überprüfen. „Wir wollen auch in diesem Jahr eine Kita besuchen. Mit Bärbel Bachnik, der ehemaligen Leiterin der Anne-Frank-Kita und jetzt Leiterin der neuen Kita mit Integrationsanteil „Havelzwerge“, habe sie bereits zusammengearbeitet und will das fortführen. In der Kita können die Teilnehmer des Leistungskurses „Pädagogik“ Experimente des berühmten Psychologen, die er unter anderem an seinen eigenen Kindern vornahm, nachstellen, um den Stand der kognitiven Entwicklung der Kleinen festzustellen. In der Analyse könnten die Schüler dann ihre Erkenntnisse theoretisch aufarbeiten. (wsw)


Die Tee – und Wärmestube ist eine niedrigschwellige Betreuungs – und Beratungseinrichtung der Ernst von Bergmann Sozial gGmbH und existiert seit 2001. Alle Menschen sind willkommen.

Angeboten werden kostenlose Beratung und Begleitung für alle Menschen in materieller Not und mit persönlichen Problemen.

Die Besuchern erhalten neben einer geborgenen Atmosphäre ohne Gewalt, Alkohol und Drogen Frühstück und Mittag gegen einen Unkostenbeitrag, eine Möglichkeit zum Wäschewaschen oder Duschen, Ausgabe von Bekleidung und von Lebensmitteln der Potsdamer Tafel, Computernutzung, Bewerbungshilfe, einen Raum zum Aufhalten zum Lesen von Zeitungen und Büchern oder Fernsehen sowie jeden Donnerstag 9 – 10 Uhr Beratung durch das Ärztemobil Potsdam.