Weiterhin allzeit gute Fahrt mit dem powerbus!

Zusätzliche (Nacht)Fahrten, Taktverdichtung, autonomes Fahren - Nach dem Grundgedanken "Stärken stärken, Schwächen reduzieren" reagiert die regiobus Potsdam-Mittelmark GmbH auf die powerbus-Evaluation der vergangenen zwei Jahre.

Foto: Monique Wüstenhagen

Werder (Havel), 20. März 2019 – Am 1. Januar 2017 ging das powerbus-Netz der regiobus Potsdam Mittelmark GmbH an den Start. Zwei Jahre später ist es an der Zeit, eine positive Bilanz zu ziehen. Aus diesem Grund luden am gestrigen Dienstag regiobus-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig, Landrat Wolfgang Blasig und Bürgermeisterin Manuela Saß zu einem Evaluationsgespräch ins Rathaus ein.

“Wir haben in den letzten zwei Jahren einen Fahrgastzuwachs von 30 Prozent verzeichnen können”, freut sich Hans-Jürgen Hennig. “Bei unserem Shootingstar, der Linie 631, sind es sogar 64 Prozent! Diese Linie ist der Träger des Gesamterfolges der ganzen Flotte. In Zahlen bedeutet das: Im zweiten Quartal 2016 hatten wir im gesamten Werder-Netz 7.700 Fahrgäste am Tag, im vierten Quartal 2018 waren es schon 10.000 Fahrgäste. Bei der Linie 631 waren es 2016 noch 4.000 Fahrgäste und im vierten Quartal 2018 bereits 6.560.” Und die Tendenz ist weiterhin steigend!

Mit dem ausgeklügelten System verbesserter Verbindungen zwischen Potsdam und Werder (Havel) sowie ins Werderaner Umland plus Bahnanschluss wurde das ÖPNV-Angebot nachhaltig für neue Kunden attraktiv. Die bequeme und umweltfreundliche Alternative zum Individualverkehr wurde mehr als nur angenommen.

“Wir sind sehr froh über den Erfolg. Unser Ziel als Stadt ist es, das zu tun, was in unserer Macht steht, um möglichst viele Menschen vom öffentlichen Personennahverkehr zu überzeugen”, erklärt Bürgermeisterin Saß. Und der 1. Beigeordnete der Stadt Christian Große ergänzt: “Es war damals richtig, das Geld in die Hand zu nehmen, um die Menschen zu bewegen, vom Individualverkehr zum ÖPNV zu wechseln. Das powerbus-Netz trägt auch zur Attraktivität unserer Stadt bei.”

Doch wenn man die Autofahrer dazu bewegen möchte, auf den Bus umzusteigen, muss das Angebot natürlich auch entsprechend verlockend sein. Da ist dann die Option, in einen überlasteten Bus zu steigen, in dem die Fahrgäste dicht gedrängt stehen, nicht gerade ansprechend. Um dies in Zukunft noch zu optimieren, wird es ab dem 13. April entsprechende Fahrplanänderungen geben.

Übersicht der geplanten Maßnahmen

Linie 630
Streichung schwach nachgefragter Einzelfahrten

Linie 631
zusätzliche Fahrt 08.37 Uhr Werder -> Potsdam
zusätzliche Fahrt 06.31 Uhr Werder Post -> Werder Bahnhof als Zubringer zum RE1
Ausweitung 15-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten Potsdam Hbf -> Werder Bahnhof zwischen 13.30 Uhr-19.30 Uhr
Angebotserweiterung im Nachtverkehr (Sa/So/Feiertag): Potsdam Hbf.-> Werder Bahnhof 0.15 Uhr, 1.15 Uhr, 2.15 Uhr, 4.03 Uhr, Werder Bahnhof -> Potsdam Hbf. 23.25 Uhr, 0.28 Uhr, 1.28 Uhr, 2.23 Uhr

Linie 632
Taktverdichtung Werder Bahnhof – Zum Havelstrand,
Optimierung der Fahrten im Schülerverkehr

Linie 634
Taktreduzierung Werder-Töplitz, Taktverdichtung Werder Bahnhof – Zum Havelstrand

Linie 635
Angebotsanpassung

“Auf der Linie 634, Werder – Töplitz, sind 75 Prozent der Fahrgäste bei 30 Prozent der Fahrten im Bus. Außerhalb des Schülerverkehrs, bei den restlichen 70 Prozent der Fahrten, ist durchschnittlich nur ein Fahrgast im Bus”, erklärt Hans-Jürgen Hennig die geplante Taktreduzierung. Der bisherige 1h-Takt wird durch einen 2h-Takt ersetzt – außerhalb des Schülerverkehrs.

Auch die Linie 630 verzeichnet bei der Stichfahrt zur Insel weniger als 30 Fahrgäste am Tag. Zudem gibt es für den Bus häufig Behinderungen durch Falschparker oder Veranstaltungen und die nächste Haltestelle ist nur 500 Meter entfernt. Die regiobus Potsdam Mittelmark GmbH prüft nun, ob sich die Bedienung der Haltestelle “Markt” überhaupt lohnt, da das Anfahren dieser Haltestelle in Hinblick auf die wenigen Fahrgäste verhältnismäßig hohe Kosten in Höhe von 22.000 Euro im Jahr verursacht.

Der regiobus-Geschäftsführer erwähnt, dass es bereits Überlegungen gibt, wie man die Verbindung zur Insel gewährleisten könne, aber auch die Verträglichkeit für die Insel sichergestellt wird. “Zur Zeit befinden wir uns im Testbetrieb für ein autonomes Fahrzeug, das 1,80 m breit ist und fünf Meter lang. 15 Fahrgäste könnten damit transportiert werden. Schon aus purer Neugierde würden die Menschen das Angebot bestimmt gut annehmen.” Christian Große ergänzt: “Wir möchten gerne ein Pilotprojekt gemeinsam mit dem Landkreis auf den Weg bringen.”

Zusätzlich in Planung sind zudem der Bau des zweiten Parkhauses am Bahnhof und die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes ab 2020. Manuela Saß: “Besonders freut mich, dass die Stadt Potsdam bis zum Herbst 2020 endlich auch die Busspur nach Geltow bauen will. Wenn der powerbus nicht mit im Stau steht, wird das mit Sicherheit ein weiterer, wenn auch verspäteter Attraktivitätsgewinn für den ÖPNV.“

“Mit dem powerbus sind wir auf der Überholspur, diese würden wir gern nach Potsdam hinein verlängern. Eines unserer erfolgreichsten Busangebote für die Region ist gerade auch für die Landeshauptstadt attraktiv”, so Landrat Wolfgang Blasig.

“Wir befördern fast 200 Fahrgäste pro Fahrt mit dem Bus. Das kommt an die Kapazitäten einer Straßenbahn heran. Und wir sind noch lange nicht am Ende unserer Leistungsfähigkeit”, freut sich regiobus-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig. Die einzige Bremse ist, wie in so vielen anderen Bereichen auch, der Personalmangel. Also, wer den Wunsch hat, Busfahrer oder Busfahrerin zu werden, sollte bitte daran festhalten. (wsw)

Landrat Wolfgang Blasig und regiobus-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig, Foto: wsw