Weltkriegsbombe wird am Dienstag entschärft

Kartenausschnitt zum Sperrkreis der Bombenentschärfung in Potsdam. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam

Potsdam, 28. Juni 2018 – Eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe englischer Herkunft aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Dienstag in der Landeshauptstadt Potsdam gefunden worden. Der Blindgänger, der in etwa drei Meter Tiefe im Nuthepark am Hauptbahnhof liegt, soll am Dienstag, 3. Juli, von Sprengmeister Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg entschärft werden. Das teilte die Landeshauptstadt Potsdam heute mit. Das Areal im Nuthepark würde derzeit auf Munition untersucht. Insgesamt ist die gefundene Fliegerbombe der Weltkriegssprengkörper 188 seit 1990 in der Landeshauptstadt. In dieser Statistik werden Fliegerbomben ab 100 Kilogramm erfasst.

Der Sperrkreis um den Fundort in der Babelsberger Straße beträgt am Dienstag circa 800 Meter. Von den Sperrungen ist die gesamte südliche Innenstadt zwischen Am Kanal, Humboldtbrücke, Humboldtring, Lotte-Pulewka-Straße, Friedrich-Engels-Straße, Friedhofsgasse, Heinrich-Mann-Allee, Am Brauhausberg, Finkenweg, Leipziger Straße, quer über die Havel bis zum Lustgarten, Schlossstraße und über die Friedrich-Ebert-Straße wieder zur Straße Am Kanal. Im Sperrgebiet befinden sich drei Pflegeheime, die Grundschulen Rosa Luxemburg in der Burgstraße und Am Humboldtring sowie die Lenné-Gesamtschule, sechs Kindertagesstätten, der Hauptbahnhof, die Lange Brücke, das Bildungsforum, das Sport- und Freizeitbad Blu, das Filmmuseum, das Potsdam-Museum, das Museum Barberini, das Hotel Mercure und der Landtag. Etwa 10.000 Menschen leben in dem Bereich. Sie sind aufgefordert, ihre Wohnungen am Dienstag bis 7.30 Uhr selbstständig zu verlassen.

Als Aufenthaltsorte während der Evakuierung und Entschärfung stehen das Freiland Potsdam in der Friedrich-Engels-Straße 22, der Treffpunkt Freizeit in der Straße Am Neuen Garten 64 und das Bürgerhaus am Schlaatz, Schilfhof 28, zur Verfügung. Die Landeshauptstadt setzt Busse aus dem Evakuierungsgebiet ein, die zu den jeweiligen Aufenthaltsorten pendeln. Vom Parkplatz ab Am Kanal Ecke Burgstraße fährt der Bus zum Treffpunkt Freizeit, ab Haltestelle Humboldtring fährt der Shuttlebus zum Bürgerhaus am Schlaatz und ab Friedrich-Engels-Straße Höhe Pflegequartier fährt der Bus zum Freiland.

Der Bahnverkehr wird während der Entschärfung zwischen S-Bahnhof Babelsberg und Bahnhof Charlottenhof unterbrochen. Auch der Straßenbahn- sowie der Busverkehr sind zwischen Am Friedhof und Platz der Einheit unterbrochen. Ab 7.30 Uhr bis zur Vollsperrung fahren die Regionalbahnen und Straßenbahnen ohne Halt am Hauptbahnhof, Alter Markt und Lange Brücke durch den Sperrkreis.

Autofahrer werden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Die Nuthestraße und Humboldtbrücke sind befahrbar. Die Heinrich-Mann-Allee ist ab Am Brauhausberg gesperrt, das Abbiegen in die Straße Am Brauhausberg ist möglich. Die Leipziger Straße ist ab Höhe Wasserwerk gesperrt. In der Innenstadt sind die Breite Straße sowie die Friedrich-Ebert-Straße ab Yorckstraße bis zum Sperrkreis nur für Anlieger befahrbar.

Etwa 600 Helferinnen und Helfer, unter anderem von der Landeshauptstadt Potsdam, der Berufsfeuerwehr, freiwilligen Feuerwehren, Bundespolizei und Polizei sind im Einsatz, um den Sperrkreis zu räumen und abzusichern. Informationen rund um die Entschärfung und den Sperrkreis erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeshauptstadt unter der Nummer (0331) 289 1677 sowie von Freitag 13 Uhr bis Sonntagabend unter der Telefonnummer (0331) 289 1642. Personen, die nicht selbstständig den Sperrkreis verlassen können, melden sich bitte frühzeitig bei der Potsdamer Feuerwehr unter (0331) 370 1216, um einen Transport für Dienstag zu bestellen. (lhpdm/wsw)