Weltoffenes Werder – Aktionswoche im September

Werder (Havel), 31. Juli 2018 – In einem „Spiegel“-Interview antwortete El-Mafaalani, Soziologe und Abteilungsleiter im Integrationsministerium des Landes NRW auf die Frage “Nach der Özil-Debatte. Wie gespalten ist dieses Land? Schlecht integriert die einen, rassistisch die anderen?“ – “Den Eindruck haben jetzt sicher viele, aber der Eindruck ist falsch. Das “Sportstudio” moderiert demnächst Dunja Hayali, die “Tagesthemen” präsentiert Ingo Zamperoni, einer unserer beliebtesten Comedians heißt Serdar Somuncu, eine unserer gefragtesten Schauspielerinnen Sibel Kekilli, einer unserer besten Regisseure Fatih Akin. Integration gelingt in Deutschland ziemlich gut. Ich würde sogar sagen: besser als jemals zuvor.”

Doch es geht in den Debatten selten um die, die bereits bestens integriert sind. Eine bunte und vielfältige Gesellschaft will zusammenwachsen, dass das kein Spaziergang wird, ist den meisten klar. Toleranz ist der Kitt der Gesellschaft, doch die Stimmung im Land ist derzeit denkbar schlecht. Und andere haben eine grundsätzlich ablehnende Haltung und diffuse Ängste, die sich mehr oder weniger hasserfüllt in den sozialen Netzwerken Luft macht.

Wenn irgendetwas ein langwieriger Prozess ist, dann Integration. “Ziel ist es, alle Menschen, die dauerhaft und rechtmäßig in Deutschland leben, in die Gesellschaft einzubeziehen. Zugewanderten soll eine umfassende und gleichberechtigte Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen ermöglicht werden. Sie stehen dafür in der Pflicht, Deutsch zu lernen sowie die Verfassung und die Gesetze zu kennen, zu respektieren und zu befolgen“, stellt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge fest.

Auch Werder will sich weltoffen darstellen – ein Bündnis, dem sich viele Unterstützer angeschlossen haben, will öffentlich für ein weltoffenes, solidarisches und demokratisches Werder einstehen, die Zivilgesellschaft motivieren, sich aktiv für ein weltoffenes und solidarisches Miteinander zu engagieren und jeder Form von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Hass entgegenzutreten. Mit der  „Aktionswoche für ein weltoffenes Werder“ soll ein Zeichen gesetzt werden für eine offene und solidarische Gesellschaft und gegen Rassismus, Diskriminierung und Hass.

Dazu wird es vom 1. bis zum 8. September eine Aktionswoche geben. Das Programm steht bereits fest.

Programm der Aktionswoche für ein weltoffenes Werder 1. bis 8. September 2018

1. – 8. September
Ausstellung: Asyl ist Menschenrecht

Warum fliehen Menschen? Welchen Gefahren sind sie ausgesetzt? Welche Wege müssen sie beschreiten? Wo und unter welchen Umständen finden sie Schutz? Dies sind die grundlegenden Fragen, zu denen die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ informiert.
Heilig-Geist-Kirche, Kirchstraße 9, 14542 Werder (Auf der Insel), TREFFPUNKT Werder, Plantagenplatz 11 und Schützenhaus, Uferstraße 10, 14542 Werder (Havel)

Filmwoche „WELToffen“

Im Scala Kulturpalast läuft die Filmreihe „WELToffen“ mit ausgewählten Filmen zu den Themen Antidiskriminierung, Homophobie, Flucht,  Rassismus, die rechte Gefahr und Neonationalismus. Filme: TRANSIT, SEEFEUER, ÜBERleben IN DEMMIN,  BLUT MUSS FLIESSEN  und BRANDENBURG BLEIBT BUNT. Oftmals mit Anwesenheit der Filmemacher oder anderen Gästen.
Zum ausführlichen Programm siehe: https://scala-werder.de
Eintritt: 6-7 €, Filmwoche Pass; 40 €
Scala Kulturpalast, Eisenbahnstraße 182, 14542 Werder (Havel)

Samstag 1. September
Werder Stadt des Friedens

Anlässlich des Weltfriedenstages macht Die Linke einen Informationsstand auf dem Plantagenplatz zum Thema: Ohne Frieden keine Weltoffenheit und eine Plakatkennzeichnung „Werder Stadt des Friedens“ an den Ortsein- und -ausgängen Werders.
10 – 12 Uhr, Plantagenplatz, 14542 Werder

Sonntag 2. September
Gottesdienst zur Eröffnung der Aktionswoche Weltoffenes Werder.
Die Predigt hält Pfarrer Georg Thimme, Musik Kantor Bernhard Barth.

10.30 Uhr, Heilig Geist Kirche, Kirchstraße 9, (Auf der Insel)

“Sich fügen heißt lügen” Ein Requiem für Erich Mühsam
Klaus Hugler und Britta Hagel tragen in dieser musikalischen Lesung vertonte Gedichte des Friedensaktivisten und Schriftstellers Erich Mühsam vor.

17 Uhr, Gemeindehaus, Adolf-Damaschke-Straße. 9, 14542 Werder (Havel)

Mittwoch, 5. September

Planspiele: Deutschland zwischen Willkommensinitiativen, Rechtsruck und Fake News
In Form von Rollenspielen haben junge Menschen und Erwachsene die Möglichkeit,  neue Blickwinkel einzunehmen und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen um Rassismus entgegen zu treten.
14 Uhr, TREFFPUNKT Werder, Plantagenplatz 11, 14542 Werder (Havel)

Bürgerdialog: Toleranz als Kitt der Gesellschaft.
Wie ein Miteinander unterschiedlicher Ansichten, Lebenseinstellungen und Sitten in Werder (Havel) gelingen kann. Bürgermeisterin Manuela Saß und Pfarrer Georg Thimme im Gespräch über das Miteinander in Gesellschaft und Politik.
19 Uhr, Schützenhaus, Uferstraße 10

Inselrundgang Jüdische Verfolgtenschicksale in der NS-Zeit
Die Arbeitsgruppe “Erinnern und Bewahren“ bietet einen Rundgang über die Werderinsel zu den Wohnungen und Häusern ehemaliger jüdischer Einwohner.
19 Uhr, Treffpunkt: Stadtplan vor der Inselbrücke, 14542 Werder (Havel)

Donnerstag, 6. September
Schulworkshop mit Mo Asumang

Die bekannte Fernsehmoderatorin zeigt Ausschnitte aus ihrem preisgekrönten Dokumentarfilm “Die Arier” und diskutiert mit Schülerinnen und Schülern zum Thema Rassismus.
Der Workshop ist nur für Schülerinnen und Schüler der Werderaner Schulen.

Film: Stille Retter

Der mit dem Deutsch-französischen Journalistenpreis ausgezeichnete Film berichtet über die Juden, die die nationalsozialistische Besatzung Frankreichs überlebten und über ihre Retter. Die Autorin Susanne Wittek steht nach dem Film für ein Publikumsgespräch zur Verfügung.
20.15 Uhr, Klimawerkstatt Werder, Luisenstr. 16, 14542 Werder (Havel)

Freitag 7. September
Theaterstück: Warten auf den Frühling – Die Geschichten von Rutka und Rykwa

Das Stück erzählt basierend auf Tagebüchern die Geschichte von Rutka Laskier und Rywka Lipszyc, zwei 14-jährigen jüdischen Mädchen, die 1943/44 in zwei verschiedenen Ghettos im besetzten Polen lebten.
19.30, Theater Comédie Soleil, Eisenbahnstraße 210, 14542 Werder (Havel)

Samstag, 8. September
Konzert für ein weltoffenes Werder

Musikalische, künstlerische und inhaltliche Beiträge auf der Bühne, Kinderprogramm, Kulinarisches und Informationsstände gestalten den Abschluss der Aktionswoche.
U.a. mit Arno Schmidt (Liedermacher – Berlin), Fulani & Willy Sahel (Music & Rhythms aus West-Afrika), Musicalle (Latin Orquesta – Berlin/Lateinamerika), Lennox (Punk – Werder)
15-22 Uhr, vor der Heilig-Geist-Kirche, Kirchstraße 9, 14542 Werder auf der Insel. (wsw)


Das ausführliche Programm und weitere Informationen sind zu finden unter www.weltoffenes-werder.de

Wer sich für das Buch interessiert: Aladin El-Mafaalani: “Das Integrationsparadox. Warum gelungene Integration zu mehr Konflikten führt”. Kiepenheuer & Witsch; 240 Seiten; 15 Euro. Erscheint am 16. August.