“Wenn wir etwas machen, dann machen wir es gescheit”

Uwe Barth, Geschäftsführer der Schauer & Co. GmbH, führt uns über die Thermenbaustelle

Werder (Havel), 11. August 2020 – Es ist 13.30 Uhr als wir an einem Julifreitag das Areal der HAVEL THERME betreten. Regentropfen fallen aus grauen Wolken auf uns herab, perfektes Thermenwetter. Von der allseits beliebten Redewendung “Freitag ab eins, macht jeder seins” haben die fleißigen Arbeiter auf der Baustelle in den Havelauen noch nichts gehört. “Wir haben tolle Firmen an unserer Seite, hier wird das ganze Wochenende durchgearbeitet”, erklärt uns Uwe Barth bei der Begrüßung. Der Geschäftsführer und Leiter des operativen Betriebs der Schauer & Co. GmbH hat sich extra für uns Zeit genommen, um uns durch die Therme zu führen. Der Zeitplan ist straff: Bereits Anfang Dezember soll der Betrieb anlaufen. Doch ehe die ersten Gäste, in flauschige Bademäntel gehüllt, durch die mediterrane Erlebniswelt lustwandeln können, ist noch einiges zu tun …


“Wir möchten den Besucherinnen und Besuchern einen Tag Urlaub schenken”, beschreibt Uwe Barth die Grundidee der neuen HAVEL THERME. Und wenn man den Ausführungen des sympathischen 56-Jährigen lauscht, fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, was die Besucher hier in naher Zukunft erwarten wird. Betritt man den großzügigen Eingangsbereich wird man von zwei offenen Kaminen empfangen. Neben einer Rezeption wird es auch mehrere Speed-Gates geben. Ganz bequem kann man sich online sein individuelles Thermenpaket zusammenstellen und buchen, mittels QR-Code geht es dann an den wartenden Besuchern vorbei, direkt hinein in die mediterrane Wohlfühloase.

Über 1.000 Umkleideschränke, die sich direkt an den Eingangsbereich anschließen, lassen erahnen: Hier entsteht etwas ganz Großes! Es gibt einen separaten Umkleidebereich für Familien und Schulklassen. Bezüglich des Schwimmunterrichts der Werderaner Schulen, sind die Betreiber der HAVEL THERME bereits in Kontakt mit den zuständigen Stellen. Der Wunsch nach Schwimmunterricht in Werder ist groß. “Durch die separaten Umkleidebereiche können wir die Besucherströme optimal lenken”, erklärt Uwe Barth. Nicht jeder Thermenbesucher möchte sich zwischen schnatternden Grundschülern umziehen, darauf wird Rücksicht genommen. Bunte Quadrate an den Wänden geben einen kleinen Ausblick auf die künftige Farbgestaltung der Räumlichkeiten. Gelb, Orange, Terrakotta – farblich orientiert sich die Gestaltung an den warmen Farben des Mittelmeerraumes. Und auch die ersten dekorativen Lampen hängen – noch etwas einsam – an Gerüsten von der Decke und lassen das spätere Gesamt-Dekor erahnen.

Wir betreten den Saunabereich im Erdgeschoss und ärgern uns etwas, dass wir unsere Badesachen nicht mitgenommen haben. Das Panoramabecken ist nämlich bereits mit Wasser gefüllt, die Dichtigkeit wird geprüft. Wir können kein Leck entdecken, unsere Füße bleiben also trocken. Über den frisch gefliesten Boden erreichen wir die Olivensauna. Wie der Name es schon verrät, ist die Sauna mit Olivenholz ausgestattet. Wir staunen nicht schlecht ob der wunderschön gemaserten Holzbohlen an den Wänden und nehmen gleich mal auf den noch jungfräulichen Bänken Platz. Wir lassen den Blick durch das große Fenster raus ins Grüne schweifen und den Gedanken freien Lauf.

Weiter geht’s. Wir erfahren, dass zusätzlich zu dem mediterranen Servicerestaurant an den Wochenenden eine kleine Bar mit Snacks, hausgemachten Smoothies und isotonischen Getränken im Saunabereich bereitstehen wird. An den zwei Poolbars im Innen- und Außenpanoramabecken kommt dann mit dem entsprechenden Cocktail richtig Urlaubslaune auf. Gleich nebenan befindet sich die Kräuter-Sauna, laut Uwe Barth wird das “die Lieblingssauna der Frauen”. Wir treten ein und sind von der gewölbten Steindecke und der kräftigen Wandfarbe gleich angetan. Hier wird in milder Niedertemperatur geschwitzt – in einem angenehmen Rahmen mit wohltuender, fein aromatisierter Luftfeuchte, kombiniert mit dem Duft der mediterranen Kräuter.

Gegenüber der Kräuter-Sauna, neben der sich auch der Eingang zum Hamam befindet, erwartet die BesucherInnen ein Eisbrunnen sowie ein Angebot an verschiedenen aromatisierten Peeling-Salzen, die die Haut nicht nur pflegen, sondern auch die Sinne betören. Nach einem kurzen Blick in das mit goldenen Mosaikfliesen verzierte Rasul Schlammbad und die 1001-Lichter-Sauna erklimmen wir das Obergeschoss.

Hier stehen wir erstmal im Weg. An allen Ecken wird fleißig gewerkelt, Fliesen werden verlegt, Beton gegossen, Trockenbauwände gestellt, und wir mittendrin. Wir erkennen einige regionale Firmenlogos und freuen uns zusammen mit Uwe Barth darüber, dass bei den öffentlichen Ausschreibungen für die einzelnen Gewerke, auch Werderaner Firmen das Rennen gemacht haben. Wir versuchen, möglichst wenig Chaos zu verbreiten, und bewundern die Poolbar. Die in Blautönen gefliesten Barhocker laden schon jetzt dazu ein, auf ihnen, im wohl temperierten Wasser, Platz zu nehmen und sich einen fruchtigen Aperol Spritz zu bestellen.

“Der durchschnittliche Saunagast verweilt mindestens sechs Stunden in einer Therme”, verweist Uwe Barth in Hinblick auf die Erfahrungen aus anderen Thermen. “Doch auch Aufenthalte von bis zu 12 Stunden sind keine Seltenheit.” Bei einer Auswahl von insgesamt 14 Sauna- und Dampfbadangeboten, die in der HAVEL THERME für allerlei Abwechslung sorgen werden, glauben wir ihm sofort. Für Erholung zwischen den Saunagängen steht ein großzügiger Kaminraum bereit. Auf gemütlichen Kuschelpolstern sitzend und einen offenen Kamin in der Mitte des Raumes im Blick, kann man hier bestens entspannen.

Der Geschäftsführer der Schauer & Co. GmbH verrät uns, dass aufgrund der Größe der Therme ausreichend Anonymität gewährleistet wird. Durch die verschiedenen Angebote werden auch viele Frauen, Pärchen und Familien in die Therme gelockt, das Publikum wird gut durchmischt sein.

Im nächsten großzügigen Bereich wissen wir gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollen:
Das Onsen-Becken, das die Besucherinnen und Besucher mit heißem Wasser von bis zu 45°C empfängt, verschafft vor allem Gästen mit rheumatischen Erkrankungen Linderung.
In der Finka-Sauna, eines der drei Angebote im Textilwellness-Bereich der HAVEL THERME, kann man bei bis zu 80°C ordentlich schwitzen.
Eine weitere Poolbar bietet ausreichend Platz für durstige Thermenbesucher, und wer lieber Getränke und leckere mediterrane Speisen im Trockenen genießen möchte, wird im Gastronomiebereich mit digitalen Speisekarten und großzügigem Frontcooking-Bereich fündig.

Nun dürfen wir doch noch in einen Pool gehen! Das beeindruckende Soleaußenbecken ist zwar noch nicht mit Wasser gefüllt, aber wir können uns gut vorstellen, wie beliebt in naher Zukunft die Sprudelplätze innerhalb des Beckens sein werden. Von hier hat man einen tollen Panoramablick auf den Zernsee. Wir ziehen die Köpfe etwas ein – noch ist das Becken überdacht, um es vor der Witterung zu schützen – und schlängeln uns wieder in den Innenbereich.

Uwe Barth verrät uns, dass im Thermenbereich auch Platz für eine Bühne geschaffen wird. “Wir können uns allerlei Events hier vorstellen. Ob Saxofonistin, DJ oder Bandauftritte – Platz ist hier auf jeden Fall. Und kombiniert mit Artistik oder Bauchtanz können wir hier thematische Veranstaltungen und lange Thermennächte anbieten, die sich über das gesamte Haus erstrecken.” Wir sind beeindruckt von der Vorstellungskraft des Geschäftsführers, der trotz aktueller Baustelle schon die eine oder andere Artistin an Bändern über den Poolbecken schweben sieht.

Der Eingang zum Sportbereich bleibt uns bei unserem Besuch verwehrt, da gerade der Betonboden gegossen wird. Wir werfen einen kurzen Blick auf die Sprungtürme und können die Ausmaße des Sportbeckens, das mit Holzplatten abgedeckt wurde, nur erahnen. Uns zieht es in den Familienbereich.

Amy Winehouse schallt gerade aus einem Bauradio und die Sonne zeigt sich endlich wieder am Himmel. Durch das Panoramaschiebedach, das sich über dem Multifunktionsbecken im Familienbereich befindet, schaut Klärchen neugierig herein. In Zukunft werden hier die Kleinen und Kleinsten planschen und schwimmen (lernen). Neben dem großen Becken, an das sich eine Breitrutsche und ein Wildwasserkanal anschließen, gibt es auch ein Bambini-Becken mit unterschiedlichen Wassertiefen. Mama und Papa können, während die Kleinen das kühle Nass genießen, bequem auf beheizten Bänken sitzen und den Nachwuchs beobachten. Ein Bademeister ist hier natürlich auch vor Ort. Im gesamten Familienbereich wird es übrigens, anders als im Thermenbereich, kein Sole-, sondern Süßwasser geben.

Langsam neigt sich unser Rundgang im Inneren des Gebäudes dem Ende entgegen, doch wir lassen es uns nicht nehmen, und erklimmen noch die Rutschenanlage. Am liebsten hätten wir die Reifen- und Röhrenrutsche mit Tageslichteffekten gleich ausprobiert, aber wir konnten uns dann doch noch zurückhalten und freuten uns stattdessen über den Ausblick auf die benachbarte Marina.

Neben Thermen-, Sauna-, Sport- und Familienbereich gibt es in der neuen HAVEL THERME natürlich auch Räumlichkeiten für Wohlfühlbehandlungen. Drei Doppel- und vier Einzeltreatmenträume bieten Platz für Massagen, Schlammpackungen und Wellness-Anwendungen aller Art. Als besonderer Clou lädt eine Private Suite mit Jacuzzi, Dampfbad und Massageliege zu einem ungestörten Aufenthalt ein.

Nun geht es raus in den Saunagarten. Wir nehmen in der Eukalyptus Sauna Platz, die mit finnischem Keloholz verkleidet ist, entdecken die Piniensauna und besuchen die “Brique” Sauna. Besonders beeindruckt sind wir von der “Alhambra”, der Eventsauna mit angeordneten Plätzen in Form eines Theaters für über 120 Gäste. Ein eigener DJ-Raum, der sich an die Sauna anschließt, lässt erahnen, was hier in Zukunft geplant ist. Glaubt man Uwe Barth, ist hier alles möglich. Beruhigende Klangschalenaufgüsse und donnernde ACDC-Rhythmen bis hin zum thematischen Fluch-der-Karibik-Aufguss: “Von Entspannung bis Spannung können wir hier alles bieten. Wir sind bereits mit den bekanntesten europäischen Aufgießern in Kontakt, die gemeinsam mit unserem Team den Besuchern ordentlich einheizen werden – immer mit Blick auf den idyllischen Zernsee.” Auf dem Liegedeck oberhalb der Eventsauna finden 50 Gäste auf bequemen Liegen Platz. Auch hier wird ein offener Kamin für eine ganz besondere Wohlfühlstimmung sorgen.

Vom Garten aus erhaschen wir einen Blick auf die Dachlounge der HAVEL THERME. “Die Dachterrasse wird wohl einer der schönsten Orte werden. Liegen mit Baldachinen werden hier Nikki-Beach-Flair versprühen”, freut sich Uwe Barth. Doch auch wenn der Vergleich zu dem bekannten Luxus-Beach-Club es vermuten lässt, die HAVEL THERME wird ein Ort für alle werden! “Von 3,80 Euro Eintritt für den Familienbereich bis hin zu 500 Euro für die Private Suite sprechen wir alle Zielgruppen an. Wir freuen uns über Familien aus Werder, die erholungssuchenden Urlaubsgäste aus Potsdam, Berlin und Brandenburg sowie die Tagestouristen, die mit dem Boot nach Werder kommen”, erklärt der Geschäftsführer abschließend.

Bei der Verabschiedung müssen wir etwas lauter werden, da dröhnende Maschinen an uns vorbeifahren. Wir staunen noch einmal, dass hier – es ist nach 15 Uhr – immer noch gearbeitet wird, Feierabend ist noch lange nicht in Sicht. “Wenn wir etwas machen, dann machen wir es gescheit”, so Uwe Barth. Da können wir nicht widersprechen. (wsw)