Werder Helau – KCW startet in die 58. Saison

Werder Helau! Närrisch sind sie alle - Karnevalisten des KCW Werder. Und die Machtübernahme am heutigen 11.11. war eine ganz Besondere. Foto: wsw

Werder (Havel), 11. November 2018 – „Das alles ist Werder – das alles sind wir. Das gibt es nirgendwo anders – nur hier, nur hier!“, tönte es vor dem Schützenhaus vielstimmig aus den Kehlen der KCW-Gesangsgruppe. Und das traf es heute ganz besonders.

Während bundesweit am heutigen 11.11. um 11.11 Uhr die Närrinnen und Narren in die fünfte Saison starteten, musste sich Werders Stadtoberhaupt Manuela Saß, ihr 1. Beigeordneter Christian Große, die Fachbereichsleiterin Ulrike Paniccia und auch die Baumblütenkönigin Peggy Sinning und viele Rathausmitarbeiter in Geduld üben.

Als der Zug der Karnevalisten auf der Insel mit „Olé, olé – hier kommt der KCW“ eintraf, war es bereits fast 14 Uhr. „Was ist euer Begehr?“, rief die Bürgermeisterin vom Balkon des Schützenhauses, an dem ein Schild hing mit der Aufschrift „Geschlossen. Nächster Termin: 11.11.19, 11.11 Uhr“ und an dessen Eingangstür ein Schild mit folgender Information klebte: „Lieber KCW, wir haben gewartet bis 12.12 Uhr, dann mussten wir leider zum Mittagessen. Das versteht Ihr bestimmt. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr – dann hoffentlich wieder um 11.11 Uhr. Viel Spaß und eine lustige Karnevalssaison wünscht Manuela Saß“.

KCW-Chef Karsten Möwes wollte sich ob der Verspätung mit dem Wetter herausreden: „Um 11.11 Uhr war es noch nicht so schön – jetzt scheint die Sonne“. Bürgermeisterin Saß konterte, dass man sich „alles auch schön reden könne“. Auch die nächste Begründung von Karsten Möwes, dass die Karnevalisten ein Völkchen seien, das Überraschungen liebt und deshalb an einem Sonntag der Bürgermeisterin das Ausschlafen gönnen würde, ging bei den Amtsträgern noch nicht so richtig durch.

Manuela Saß berichtete im Gegenteil, dass die Freunde des Frohsinns, der Töplitzer und auch der Glindower Karnevalsverein bereits pünktlich um 11.11 Uhr bei ihr gewesen seien – es sähe also für den KCW schlecht aus in diesem Jahr.

Dennoch hatte sie Erbarmen – besonders wegen der kleinen Tänzerinnen der Knospen, die sich so sehr auf diesen Tag gefreut hätten. Nachdem die Stimmungssänger noch einmal „Jetzt gehts los, wir sind nicht mehr aufzuhalten“ schmetterten, durften die Kleinen unter großen Applaus ihren mitreißenden Tanz zeigen. Das wollte sich denn auch die Bürgermeisterin nicht entgehen lassen ….

Die Regentschaft der 58. Saison haben als Kinderprinzenpaar Kassandra und Jonas. Doris und Bernd führten bereits durch die 57. Saison. Erstmals in der Geschichte des KCW dürfen beide erneut Prinzenpaar sein, denn nach einem kleinen Unfall von Prinzessin Doris bei der ersten Veranstaltung im vergangenen Jahr konnte sie ihr Amt nicht mehr ausüben. „Wir möchten, dass sie erlebt, wie so eine Karnevalssaison als Ganzes funktioniert“, begründete der Zeremonienmeister das besondere Procedere in diesem Jahr. „Ihr seid es auch wert!“, rief Bernd Neumann dem Werderaner Ehepaar Doris und Bernd Maak zu. Beide Paare wurden vereidigt, die Bestätigung „Ja, so närrisch sind wir“, ließ nicht auf sich warten. Ihre Lieblichkeiten Kassandra und Doris, die 58., und Ihre Tollitäten Jonas und Bernd, die 58., sind nunmehr die närrischen Regenten der Blütenstadt.

Christian Große übergab den Stadtschlüssel an die beiden Prinzenpaare. „Damit kommt man zwar ins Rathaus rein, aber viel anfangen kann man damit nicht“, rief Manuela Saß. Die Stadtkasse müsse in Frauenhand, die Männer gäben immer so viel Geld aus. Und so erhielten die Lieblichkeiten die Reservekasse, in der allerdings nur ein paar Schokoladentaler waren. „Die großen fetten Geldtruhen sind ja nun schon weg“, spielte die Bürgermeisterin erneut auf die Verspätung des KCW an. „Wir wünschen Euch eine tolle Regentschaft!“ klangen die Grüße von Christian Große und Manuela Saß dann aber versöhnlich, die Verleihung des diesjährigen KCW-Ordens tat ein Übriges.

Auch die Apfelblüten zeigten noch eine Probe ihres Könnens, die Gesangsgruppe bedankte sich mit „Mich hat ein Engel geküsst“ – auch diese Darbietungen kamen als gelungene Werbung für die kommenden Veranstaltungen beim zahlreichen Publikum vor dem Schützenhaus gut an. „Es lohnt sich, das muss man gesehen haben“ warb auch der Zeremonienmeister noch einmal für die kommende Gala am 17. November auf der Bismarckhöhe, eine Tanzgarde aus dem fränkischen Sesslach bei Coburg, das Tanzcorps aus Siegburg, Büttenredner aus Mainz und weitere Gäste sollen das Programm an diesem Abend zu einem seltenen Erlebnis werden lassen. (wsw)


Alle Infos und die Kartenreservierung gibt es auf der Website unter www.kcw-ev.de oder auf facebook.com unter Karnevalsclub Werder 1961 e.V..
Karnevals-Gala des KCW am 17. November ab 19.19 Uhr auf der Bismarckhöhe, Hoher Weg, Eintritt 17 Euro, Vorverkauf: Easy Moden und Reisen, Inh. André Duschka,
Unter den Linden 4, 14542 Werder (Havel), Telefon 03327 43296

Lieber KCW, was ist hier los? 11.11 Uhr ist vorbei, die Bürgermeisterin hat am 11.11. lange auf das übliche Eintreffen der Karnevalisten gewartet … Foto: wsw
Die Bürgermeisterin Manuela Saß schaut auf die Uhr - das ist nicht die übliche Zeit für die Übernahme der Macht der Närrinnen und Narren. Foto: wsw
11.11 Uhr ist lange vorbei - erst gegen 14 Uhr kommen die Karnevalisten des KCW am Schützenhaus an. Haben sie einen guten Grund für die Verspätung? Foto: wsw
KCW-Chef Karsten Möwes versucht, die Situation der späten Machtübernahme zu erklären. Foto: wsw
Die Tanzgarde der Knospen des KCW erwärmt auch das Herz der Bürgermeisterin Manuela Saß. Foto: wsw
Lieblichkeiten und Tollitäten: Doris und Bernd sowie Kassandra und Jonas führen durch die 58. Saison. Foto: wsw
Den Stadtschlüssel für die Prinzen, die Stadtkasse für die Prinzessinnen - die Bürgermeisterin weiß, wie man Macht klug verteilt. Foto: wsw
Mal sehen, was noch in der Stadtkasse drin ist … Die Reservekasse der Bürgermeisterin ist bunt und voller Überraschungen. Foto: wsw
Werders amtierende Blütenkönigin Peggy Sinning ist durchaus für närrische Aktivitäten zu haben und verfolgt das Treiben am Schützenhaus. Foto: wsw
Die Bürgermeisterin und ihr 1. Beigeordneter Christian Große wundern sich, dass die närrische Saison diesmal bis Anfang März dauert. Ein langer „Urlaub“ für die Stadtpolitik. Foto: wsw
So findet die verspätete Machtübernahme ein glückliches Ende - mit Blumen für Manuela Saß. KCW-Chef Karsten Möwes hofft auf die Gnade der Bürgermeisterin. Foto: wsw
Blumen und Orden für die Bürgermeisterin und Christian Große. Die Karnevalisten haben es wieder geschafft und freuen sich auf die närrische Saison. Foto: wsw
Viele Werderanerinnen und Werderaner ließen sich das Spektakel am 11. 11. vor dem Schützenhaus nicht entgehen. Foto: wsw