Werder ist bunt, tolerant und weltoffen

v.l.(hinten): Matthias Lack (AWO Bezirksverband Potsdam e.V.) und Georg Thimme - v.l. (vorne): Mitinitiator Dieter Dörflinger, Projektkoordinatorin Miriam Schauer, Simone Holzwarth und Manuela Saß, Foto: wsw

Werder (Havel), 13. August 2019 – Die zweite Aktionswoche Weltoffenes Werder steht kurz bevor. Vom 24. bis zum 31. August finden wieder zahlreiche Veranstaltungen in Werder (Havel) statt, die zeigen, wie bunt, tolerant und weltoffen unsere Stadt ist. Hinter der Organisation steht das Aktionsbündnis Weltoffenes Werder, das sich im Jahr 2017 gegründet hat, und dem bereits 20 Akteure aus Werder und Umgebung angehören. Das Netzwerk aus Initiativen, evangelischer Kirche, Kultur- und Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Einzelpersonen aus Werder (Havel) und Umgebung tritt für eine offene, demokratische und solidarische Stadt und Gesellschaft ein, mit der Botschaft: “Hier in Werder ist kein Platz für Rassismus und Ausgrenzung, rechte Verschwörungstheorien und anderes menschenfeindliches Gedankengut.”

“Als Aktionsbündnis wollen wir Mut machen, jeder Form von Diskrimierung, Beleidigung und Hass entgegenzutreten”, so Initiatorin Simone Holzwarth. Bereits zum dritten Mal wird das Aktionsbündnis nun in Werder aktiv. Alles begann im Oktober 2017 mit einem Konzert in der Heilig-Geist-Kirche. Im vergangenen Jahr fand dann erstmals eine ganze Aktionswoche statt, wir hatten unter anderem hier darüber berichtet. Der Erfolg aus den vergangenen Jahren motivierte die Akteure, auch in diesem Jahr wieder eine tolle Veranstaltungswoche auf die Beine zu stellen.

Simone Holzwarth erklärte auf der Pressekonferenz, die heute im Gemeinderaum der Evangelischen Kirche Werder in der Adolf-Damaschke-Straße stattfand: “Wir möchten mit der Aktionswoche Weltoffenes Werder einen Rahmen schaffen, der individuell mit verschiedenen Ideen gefüllt wird. Wir sind bei unseren Planungen auf viele begeisterte Menschen gestoßen, die diese Festwoche mitgestalten wollten.”

So startet die Aktionswoche am 24. August mit einem tollen Nachbarschaftsfest auf der Jugendhöhe. Gemeinsam mit der Nachbarschaft, dem Netzwerk Neue Nachbarn und vielen weiteren Akteuren wird der Auftakt der Aktionswoche gebührend auf dem Gelände der Karl-Hagemeister-Grundschule in der Gluckstraße 8 gefeiert. Los geht es ab 15 Uhr. Einige Frauen aus der Gemeinschaftsunterkunft auf der Jugendhöhe werden landestypische Spezialitäten vorbereiten, die Kita Havelzwerge bietet Kinderschminken an, das Familienzentrum hat eine Hüpfburg organisiert, das OSZ beteiligt sich mit einem Bastelangebot und die Gemeinschaftsunterkunft wird ein tolles Kinderprogramm anbieten. So kann man sich z.B. die Hände mit Henna bemalen lassen und kleine Anstecker anfertigen, auf denen der eigene Name in vielen verschiedenen Sprachen geschrieben steht.

Weiter geht es dann am Sonntag mit einem Kunstworkshop im Kunstatelier von Katharina Forster in der Vulkanfiberfabrik. Gemeinsam mit Künstlern aus Südafrika und dem ALIVE Café Berlin können die Beteiligten unter dem Motto “Ubuntu – Ich bin, weil wir sind” gemeinsam ein einzigartiges Kunstwerk schaffen. Der kreative Mitbring-Brunch geht von 11 bis 17 Uhr.
Ebenfalls am 25. August lädt ab 18 Uhr der Friedens-Raum in der Heilig-Geist-Kirche zum Nachdenken und Mitmachen ein.

Ein großes Thema der diesjährigen Aktionswoche sind die Landtagswahlen am 1. September. Dies wird am Dienstag, dem 27. August, bei einer Talkrunde im SCALA-Kulturpalast in der Eisenbahnstraße 182 deutlich. Neben lokalen Vertretern aus aktiven Bewegungen haben sich auch Kandidaten der Landtagswahl aus dem Wahlkreis 19 angemeldet. Bisher haben Robert Funke (Bündnis 90/Die Grünen), Tina Lange (Die Linke), Uwe Adler (SPD) und Kay Martin (FDP) zugesagt. In der Talkrunde soll darüber beraten werden, wie das Land Brandenburg und die Stadt Werder (Havel) zum effektiven Klimaschutz, gegen soziale Spaltung und für Weltoffenheit und Solidarität mit Geflüchteten beitragen kann. Los geht es um 19 Uhr.

Am 29. August ist das bolivianische Jugendtheater “El mañana es hoy” um 18 Uhr im Theater Comédie Soleil in der Eisenbahnstraße 210 zu Gast. Die Gruppe Teatro Trono verbindet in ihrer einstündigen Performance, die den Klimaschutz zum Thema hat, Theater, Musik und Pantomime. In einem anschließenden Gespräch können die Besucher mit den bolivianischen Darstellern ins Gespräch kommen.

Den Abschluss der Aktionswoche Weltoffenes Werder bildet das große Festival am 31. August von 15 bis 22 Uhr vor der Heilig-Geist-Kirche auf der Insel. Neben zahlreichen Ständen, u.a. von der Seebrücke Potsdam, dem Netzwerk Neue Nachbarn, der AWO und dem Aktionsbündnis Brandenburg, wird ein mobiler Wahl-O-Mat bereitstehen. Highlight sind zudem die Beiträge auf der großen Festivalbühne. Neben Schulbeiträgen und einer Open Stage, zu der jeder, der will, etwas beitragen kann, wird die Werderaner Rockband Blacksmith für ausgelassene Stimmung sorgen.

“Wir erwarten in diesem Jahr weit mehr Besucher als bei der letzten Aktionswoche”, ist Simone Holzwarth zuversichtlich. “Ein großes Dankeschön geht auch an die Stadt Werder (Havel), die uns finanziell und logistisch enorm unterstützt hat.” Das Gesamtprojekt Weltoffenes Werder hat bei der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung und bei der Koordinierungsstelle Tolerantes Brandenburg einen Antrag auf Förderung gestellt, der auch in vollem Umfang bewilligt wurde. Die Förderung betrug 18.500 Euro. “Auf rein ehrenamtlicher Ebene sind die Arbeit, Koordination, und Planung einfach nicht mehr zu schaffen. Um diese Förderung zu erhalten, mussten wir zuvor auch Spenden sammeln und die Stadt hat sich auch großzügig beteiligt.”

Wie im Jahr zuvor hat Werders Bürgermeisterin auch in 2019 die Schirmherrschaft für die Aktionswoche Weltoffenes Werder übernommen. “Toleranz und Weltoffenheit haben in Werder Tradition. Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus haben bei uns keinen Platz. Georg Thimme und Simone Holzwarth sind untrennbar mit dem Aktionsbündnis verbunden und es ist auch mir ein Bedürfnis, Farbe zu bekennen. Ich bin mir sicher, dass wir nicht zum letzten Mal zusammensitzen”, so Manuela Saß bei der Pressekonferenz. Pfarrer Georg Thimme, der im September das Amt des Superintendenten im Kirchenkreis Cottbus antritt, ergänzt: “Uns ist es wichtig, dass wir miteinander im Gespräch bleiben und ein breites Angebot schaffen, bei dem unterschiedliche Menschen zusammenkommen. Wir sind ganz klar gegen eine Auseinanderdividierung der Gesellschaft.”

Wir wünschen allen Beteiligten und allen Besuchern eine tolle Aktionswoche Weltoffenes Werder und freuen uns schon sehr auf die einzelnen Programmpunkte. (wsw)