Werder startet Spendenaktion für Sportverein im Eifeldorf Hallschlag

Foto vom 15. Juli 2021: SV Hallschlag

Werder (Havel)/Hallschlag, 20. August 2021 – Der Werderaner FC Viktoria, der Stadtsportbund Werder (Havel) und die Stadt haben nach dem Hochwasser in der Eifel ein kommunales Hilfsprojekt ins Leben gerufen. Dies teilte die Stadt soeben in einer Pressemitteilung mit. Ziel des Hilfsprojektes ist es, den Sportverein im Eifeldorf Hallschlag beim Wiederaufbau seines Sportplatzes zu unterstützen. Insbesondere das Sportvereinsgebäude und der Gemeinschaftsraum sind bei der Flutkatastrophe in Mitleidenschaft gezogen worden. Mit einem gemeinsamen Spendenaufruf werden Bürger und Vereine in Werder um Unterstützung gebeten.

Der Ort in der Mitteleifel mit etwa 500 Einwohnern sitze zwar rund 500 Meter hoch auf einem Berg, sagt Ortsbürgermeister Dirk Weicker. „In unserer Gegend entspringen viele der Flüsschen, die unten die Schäden angerichtet haben.“ Dennoch sei besonders das am Ortsrand gelegene Gelände des Sportvereins von der Wucht der Wassermassen überraschend stark getroffen worden.

Aus dem Taubkyll-Bach wurde ein Fluss wie die Mosel

Das Vereinsgelände liegt in der Nähe dreier Bäche, die in den nahen Kronburger See münden. „Der Taubkyll-Bach, der direkt am Vereinsgelände entlangfließt, ist an sich 1,20 Meter breit und so flach, das man rüberhopsen kann“, sagt der SV-Hallschlag-Präsident Thomas Klarhöfer. „Am 14. Juli sah die Taubkyll dann aber aus wie die Mosel.“ 100 Meter breit und sechs Meter hoch habe das Wasser in der Nacht gestanden.

„Der komplette Sportplatz wurde überflutet, Gehwegplatten unterspült und unterirdische Leitungsverteiler freigelegt. Sogar ein Gastank wurde aus der Erde gerissen.“ Im Sportvereinsgebäude, das aufgrund des nahen Bachs vor 20 Jahren bereits recht hoch gegründet worden ist, habe das Wasser eine Schlammschicht hinterlassen. „Tische, Stühle, die Gefrierkombination, der Herd – die komplette Ausstattung ist hin“, sagt Thomas Klarhöfer.

Vieles von dem, was die 80 Vereinsmitglieder in Jahren gemeinsam aufgebaut hatten, sei kaputt. „Im Vereinshaus fanden ja auch Geburtstagsfeiern statt, andere Möglichkeiten dafür gibt es nicht in Hallschlag“, sagt Ortsbürgermeister Weicker. Zusätzlich gebe es Schäden an etwa 10 Häusern, mehreren Wegen und etwa 20 Flussdurchlässen in Hallschlag. „Uns hat es bei weitem nicht so schwer erwischt wie das Ahrtal, aber es wird natürlich umso schwieriger, Unterstützung für unseren kleinen Sportverein zu bekommen“, sagt der Ortsbürgermeister. Die Initiative aus der Blütenstadt sei deshalb sehr willkommen.

Der SV Hallschlag und der FC Viktoria 1920 – es gibt viele Parallelen

Über einen Kontakt mit Werders Partnerstadt Siegburg hatte die Stadt das Hilfsersuchen aus Hallschlag erreicht. Die Bilder, die Dirk Weicker und Thomas Klarhöfer per E-Mail nach Werder schickten, haben auch Klaus-Dieter Bartsch erreicht. „Das Schicksal der Sportler ist mir sehr nahe gegangen“, sagt der Viktoria-Präsident. „Zumal es im Vereinsleben viele Parallelen zu Viktoria gibt.“ Der Verein in Hallschlag ist wie der Werderaner Viktoria gerade 100 Jahre alt geworden.

Die Jubiläumsfeier ist wie in Werder wegen Corona verschoben worden. Und während in Werder die Erste Männermannschaft zur Jubiläumsfeier gegen Hertha BSC spielen wollte, gab es in Hallschlag schon einen Termin für ein Spiel gegen die Traditionsmannschaft von Borussia Mönchengladbach. Die Erste Männermannschaft spiele in der Rheinland-Liga – dieselbe Fußballklasse wie die Brandenburgliga, in der Viktoria unterwegs ist. „Sie sind in der letzten Saison sechster geworden, wir fünfter.“

Klaus-Dieter Bartsch ist sich sicher, dass sich in den nächsten Wochen noch weitere Anknüpfungspunkte finden werden. „Auf jeden Fall werden wir da helfen.“ Im Vereinsvorstand von Viktoria habe man nach der Flutkatastrophe schon länger über ein kleines Hilfsprojekt für einen Sportverein gesprochen. „Damit könne wir über den Stadtsportbund vielleicht auch noch andere Vereine in Werder erreichen.“

Bürgermeisterin: „Kleine Kraftanstrengung kann große Hilfe sein“

„Eine kleine Kraftanstrengung bei uns in Werder kann für das Dorfleben in Hallschlag eine große Hilfe sein“, sagt Werders Bürgermeisterin Manuela. Das Hochwasser habe in der Eifel gewaltige Schäden angerichtet und es gebe bereits große Spendeninitiativen. Mit einem kleinen Hilfsprojekt auf zwischenmenschlicher Ebene könne man viele Werderaner erreichen und die Lage vor Ort veranschaulichen, ist sie sich sicher.

Manuela Saß: „Wir können mit Viktoria, den anderen Vereinen und unseren Bürgern mit einer konkreten Hilfe dazu beitragen, dass ein Stück Normalität nach Hallschlag zurückkehrt.“

Die Spenden können mit dem Kennwort „Sportler unterstützen Sportler“ auf das Konto des Stadtsportbundes Werder, Berliner Volksbank, IBAN DE63 1009 0000 7164 5450 02, überwiesen werden. Spendenbescheinigungen unter info@stadtsportbundwerder.de.

Weitere Infos unter www.werder-havel.de/hallschlag

(wh)