Werderaner Klima Impulse

Klima Initiative Werder startet Online-Veranstaltungsreihe

Werder (Havel), 19. Mai 2021Die Sommer werden immer heißer und trockener. Wann gab es eigentlich den letzten, richtigen eisigen Winter mit Schnee, so weit das Auge reicht? Sooo nass und kühl waren der April und Mai doch noch nie! Die Stürme werden irgendwie auch immer tosender. 

Auch wenn Wetteraufzeichnungen belegen, dass es auch früher schon heiße Sommer mit Temperaturen über 36°C gab bzw. Unwetter mit Tennisball großen Hagelkörnern und milde Winter, sind die langfristigen Folgen des Klimawandels nicht von der Hand zu weisen.

Beim „Day for Future“, der vor gut einem Jahr am Ernst-Haeckel-Gymnasium stattfand, antwortete Volker Quaschning (BTW/Scientist for future) auf die Frage, wie denn die Welt in zwei Generationen im schlimmsten Fall aussehen würde, wenn der Klimawandel weiter voranschreitet: „Die Erde würde sicherlich nicht in Flammen aufgehen, aber für die Menschen, die Tier- und die Pflanzenwelt hätte die Erderwärmung um drei oder vier Grad gravierende Folgen. Die Meeresspiegel würden um zwei bis drei Meter steigen, Millionenmetropolen direkt am Wasser wären unbewohnbar. Wir hätten es mit Flüchtlingsströmen ungeahnten Ausmaßes zu tun. Ende dieses Jahrhunderts müssten ein bis zwei Milliarden komplett umgesiedelt werden, Indien wäre zum Beispiel nicht mehr bewohnbar. Tagsüber würden dort Temperaturen von 60 Grad herrschen, für den Menschen ist dies nicht auszuhalten. Wenn wir die Kurve noch kriegen und die Erwärmung bei knapp 1,5 Grad bleibt, wäre dies zwar auch nicht folgenlos, aber damit würde man leben können. Die Meeresspiegel würden dann nur um etwa 30 cm steigen, das könnte man mit Deichen in den Griff bekommen. Hitzeperioden im Sommer würde es auch geben, was sehr unangenehm wäre, aber Menschen müssten deswegen nicht umgesiedelt werden.“

In Werder hat sich die Klima Initiative Werder gegründet, um sich als überparteilicher Zusammenschluss für mehr Klimaschutz und eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft einzusetzen. Die Initiative macht sich dafür stark, dass auch Werder seinen Beitrag dazu leistet, den Treibhausgas-Ausstoß zu reduzieren und das Ziel des Pariser Klima-Abkommens zu erreichen, die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. In der Klima Initiative Werder haben sich Stadt-Land.move e.V., die NABU Ortsgruppe Werder, die Klimawerkstatt Werder und die Initiative Verkehrswende Werder zusammengeschlossen.

Als erste Aktivität der Initiative wurde die Online-Veranstaltungsreihe „Werderaner Klima Impulse“ ins Leben gerufen. Die Abendveranstaltungen finden via Zoom statt und verknüpfen jeweils einen Aspekt der Klimakrise mit dem konkreten Kontext in Werder und Brandenburg. Die Veranstaltungen möchten informieren und zur Diskussion anregen und zugleich Impuls sein, selbst für Klimaschutz und eine nachhaltige Zukunft aktiv zu werden.

Am 20. Mai um 20 Uhr findet der Online-Talk „(So) Machen wir Werder zur Fahrradstadt!“ statt.

Täglich rollen mehrere 10.000 Autos durch Werder: Gestank, Lärm, Umweltbelastung und Gefahren für Fußgänger, spielende Kinder und Radler*innen sind die Folge. Bei dem Online-Talk stellt die Initiative Verkehrswende Werder ihre Ideen für umweltfreundliche Mobilität vor. Ergänzend berichtet Carl Fellenberg vom VCD Brandenburg und aktiv bei der Volksinitiative Verkehrswende Brandenburg jetzt über Vorschläge für eine sozial gerechte und ökologische Mobilitätswende und das anstehende Mobilitätsgesetz für Brandenburg.

Am 29. Mai geht es um 19.30 Uhr weiter mit Film & Gespräch: „Aufschrei der Jugend“

Seit Anfang 2019 begleitet die Filmemacherin Berliner ProtagonistInnen von „Fridays for Future“ und konzentriert sich dabei auf ihre Lebenswelt. Wer sind die jungen Menschen, die da auf die Straße gehen? Was treibt sie an? Der Film zeigt, wie vielfältig, schöpferisch und kräftezehrend die Protestarbeit ist. Sie erzählen von ihren Ängsten, Träumen, Erfolgserlebnissen und Niederlagen. Nach dem Livestream des Films findet ein anschließendes Publikumsgespräch statt.

Am 3. Juni ab 20 Uhr ist der „Wassermangel am Plessower See“ Thema.

Massive Waldbrände, Wassermangel und sinkende Wasserstände in den Seen und Flüssen – das sind die Folgen von mittlerweile drei Dürresommern in Brandenburg. Der Groß Glienicker See in Potsdam hat seit 1980 rund 1,60 Meter seines Wasserstandes verloren. Am Seddiner See liegen Stege und Boote mittlerweile am Seerand auf dem Trockenen.
Und auch in Werder leidet der Große Plessower See unter einem stetig fallenden Wasserstand, das Seevolumen ist deutlich geschrumpft und große Uferbereiche sind trockengefallen. Gemeinsam mit den Expertinnen Nicole Spundflasch (NABU Brandenburg) und Ulrike Wirth (Landschaftsökologin) wird u.a. der Frage nachgegangen, was die Einwohner*innen von Werder tun können, zum den See zu schützen.

Weitere Infos und den Link zur Teilnahme an den Veranstaltungen gibt es unter: www.klima-initiative-werder.de

(wsw, kiw)