Werderaner Oberschüler in Seelow und Golzow

Die Schüler/innen der neunten Klasse der CvO vor der Gedenkstätte Seelower Höhen

Werder (Havel), 18. September 2019 – „Wozu sind Kriege da?“ mit diesem Lied von Udo Lindenberg begann im Fach Geschichte die Vorbereitung zur Exkursion zur Gedenkstätte „Seelower Höhen“ für die Klasse 9b der Carl-von-Ossietzky Oberschule mit angegliederter Primarstufe aus Werder. Für viele ist klar: „Krieg ist völlig unnötig!“ Der 2. Weltkrieg ist nunmehr 80 Jahre her, da ist das Interesse der Schüler/innen recht unterschiedlich. Umso wichtiger ist es, den Jugendlichen Geschichtsbewusstsein und Weltoffenheit nahezubringen.

Lernen am anderen Ort; hier in der Gedenkstätte in Seelow, war für viele der Jungen und Mädchen der Klasse 9b ein nachhaltiges Erlebnis. Besonders beeindruckt waren alle vom Blick auf das riesige Schlachtfeld und das Ausmaß des Krieges auf den Seelower Höhen. Viele junge Soldaten, kaum älter als die Jugendlichen selbst, mussten sterben. Noch heute werden die Gebeine der Opfer gefunden, die aus Angst vor Seuchen einfach nur verscharrt wurden. Die Schüler sind froh, solche Zeiten nicht erlebt zu haben. Die Gedenkstättenfahrt wurde vom Staatlichen Schulamt Brandenburg finanziell gefördert.

Zweiter Schwerpunkt der Exkursion war der Besuch des Museums „Die Kinder von Golzow“ und damit verbunden das Zusammentreffen mit den Regisseuren Barbara und Winfried Junge. In dieser ältesten Langzeitdokumentation des internationalen Films (1961-2007) wurde eine Schulklasse filmisch begleitet. Bei einigen der ehemaligen Golzower Schüler nahmen die Regisseure auch nach Beendigung der Schulzeit weiterhin an ihrer Entwicklung teil. Am Beispiel von Jürgen hat die Klasse 9b erfahren, wie es für diesen Schüler nach dem Besuch der Schule weiter gegangen ist. Die Schüler haben sich mit den Lebensumständen in der DDR beschäftigt, haben Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgefunden und sich selbst in Beziehung dazu gesetzt. Sie haben gesehen, wie es aussieht, wenn man als Protagonist vor der Kamera steht.

In Golzow haben Barbara und Winfried Junge erzählt, wie die Dokumentation entstanden ist und welche Schwierigkeiten es gab. So gab es in ihrem gemeinsamen Film immer Schüler, die in der 1. Reihe standen und andere, die regelrecht vor der Kamera geflohen sind. Das konnte nicht verordnet werden.

Die jetzige 9b der CvO wird seit Beginn der 7. Klasse gefilmt und fotografiert. „Das Projekt ‘Wir an der Oberschule Werder. Verbesserung sozialer Kompetenzen durch filmische Reflexion’ ist für uns ein Erfolgsprojekt”, so Heike Woltmann und Jördis Freiwald. Selbsteinschätzungen der Kinder zu ihrem eigenen Verhalten, individuelle Zielsetzungen und damit tiefgründige Reflexionen ihrer eigenen Persönlichkeit werden mittels Foto und Film festgehalten. So sind Serien und Filme entstanden (https://www.youtube.com/watch?v=FHwbca-Bn8w). Der Besuch im Museum in Golzow und das Gespräch mit den Regisseuren sollte die Schüler der Klasse 9b motivieren, auch weiterhin ein wichtiger Teil des Films über ihre eigene Klasse zu sein. Ob das gelungen ist, werden die nächsten Filme zeigen.

Dieses Projekt wird im Rahmen der ‚Initiative Sekundarstufe I‘ (INISEK I) vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg gefördert. Die ‚Initiative Sekundarstufe I‘ (INISEK I) unterstützt Kooperationsprojekte zwischen Oberschulen, Gesamtschulen sowie Förderschulen „Lernen“ und außerschulischen Partnern, die der Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit und der schulischen Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler dienen sollen. Ein weiteres Ziel ist der Ausbau und die Verstetigung von Kooperationen zwischen Schule und außerschulischen Akteuren und Einrichtungen. (h.w., j.f.)