Werderaner Spitzensportler Christopher Linke besucht Rotary Club Werder

Werder (Havel), 18. November 2021 – Am 9. November war der Leistungssportler und dreifache Olympiateilnehmer Christopher Linke beim Rotary Club Werder (Havel) zu Gast und erläuterte den anwesenden Rotariern seinen sportlichen Werdegang und seine Vorbereitung auf die nächsten Olympischen Spiele 2024 in Paris. Ebenfalls begrüßen konnte der Rotaryclub, Frau Dr. Iris Gerloff, die jetzige Schulleiterin der Eliteschule des Sports in Potsdam und ehemalige – bis 2009 – Leiterin der Realschule in Werder. Frau Dr. Gerloff, ist ebenfalls Rotarierin beim Rotary Club Brandenburg und vermittelte den Anwesenden das Konzept der Sport-Eliteschule.

Die aufmerksamen und hochinteressierten Rotarier erfuhren, das Christopher Linke seit seiner Geburt Werderaner Bürger ist, hier auch zur Schule gegangen ist und seinen sportlichen Ursprung ebenfalls hier in Werder erlebt hat. Christopher Linke gehört in der Leichtathletik zwar zur Weltspitze der Geher, fokussierte seinen sportlichen Ehrgeiz und Enthusiasmus jedoch ursprünglich auf den Handball, für den er sich immer noch leidenschaftlich begeistert. Mit dem Schulwechsel zur Eliteschule des Sports in Potsdam, kam jedoch auch der Wechsel in die Leichtathletik und schlussendlich auch zu den Gehern. Um sich wettkampfmäßig international etablieren zu können, fing Christopher Linke mit der 50km Strecke an, wechselte dann jedoch wenig später auf die 20km „Kurzstrecke“. Zur Erheiterung der anwesenden Rotarier, begründete er dies unter anderem mit dem Hinweis, dass die 20km Strecke nicht so sehr von Taktig bestimmt ist, sondern dass man bei den 20km permanent „volle Pulle“ gehen kann, muss und was er auch bevorzugt.  Nichtsdestotrotz war Christopher Linke seit 2011 auf beiden Strecken auch bei Welt- und Europameisterschaften mit vielen 1. bis 5. Plätzen höchst erfolgreich.

Trotz coronabedingter widriger Trainingsvorbereitung und schwierigen klimatischen Verhältnissen in Sapporo – der Stadt mit den normalerweise milderen Temperaturen als in der Olympiastadt Tokio – erreichte Christopher wie auch bereits in Rio wieder einen ausgezeichneten 5. Platz bei den diesjährigen Olympischen Spielen. Natürlich ist es immer wieder ein großartiges Erlebnis an diesen Spielen teilnehmen zu können. Es war für ihn jedoch bedauerlich, dass alle Teams hermetisch in ihren Quartieren von den Mitstreitern und der Außenwelt abgekapselt waren, es keinerlei Kontakt zu den anderen Olympioniquen gab und das im Gegensatz zu Tokio, in Sapporo kaum Olympische Stimmung herrschte. Sein Ehrgeiz, sein Kampfgeist und das Wissen um sein Durchhaltevermögen machen ihn offensichtlich jedoch zuversichtlich, dass er es bei den nächsten Spielen in Paris in die Medaillenränge schaffen kann und dann auch wieder den wirklichen Geist und das Gefühl von Olympischen Spielen miterleben kann.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss Christopher Linke hart trainieren und zwar an sechs Tagen in der Woche, 5 bis 6 Stunden pro Tag. Dabei handelt es sich hauptsächlich um intensives Ausdauertraining, wie Radfahren, Schwimmen, Laufen und Gehen, sowie regelmäßiges Krafttraining. Abgesehen davon hat Christopher Linke in den bisherigen 16 Jahren seiner aktiven Karriere ca. 80000km mit sportlichem Gehen absolviert. Zugegebenermaßen ist dies nicht nur Spaß, sondern oft auch harte Arbeit.

Die Rotarier hatten natürlich ein breites Fragenspektrum an Christopher Linke, dabei ging es nicht nur um die Art des Trainings und die für Außenstehende vielleicht schwierigen Regularien bei den Geher-Wettkämpfen – auch über die Einkommensmöglichkeiten für Elitesportler wurde ausführlich gesprochen. Als Vollprofi muss auch Christopher Linke dafür Sorgen tragen, das er neben der benötigten individuellen Trainingsunterstützung auch seinen Lebensunterhalt, wie Wohnung, Essen usw. bezahlen kann. Von der Sporthilfe und Wettkampfprämien allein ist dies nicht möglich, denn besonders auch im internationalen Vergleich ist die finanzielle Förderung der Sporthilfe relativ gering und ermöglicht keine verlässliche Unterhalts- und Zukunftssicherung für einen Vollprofi in einer nicht im Focus stehenden Sportart wie Gehen. Um ein geordnetes Einkommen sicherzustellen, ist Christoph Linke inzwischen seit 13 Jahren mit dem derzeitigen Dienstgrad Hauptfeldwebel als Zeitsoldat bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr und hat dort eine Ausbildung als Bürokaufmann abgeschlossen.

Einen maßgeblichen Anteil an seiner erfolgreichen Talentförderung hatte jedoch sicherlich seine ursprüngliche Unterrichtung und Ausbildung in der Eliteschule des Sports in Potsdam. Diese Sportschule ist eine Gesamt- und Ganztagsschule mit gymnasialer Oberstufe die den Unterricht, die Erziehung, sowie ergänzende Förderung, Betreuung und zum großen Teil auch Unterbringung einschließen. Unzählige Welt- und Europameistertitel, 135 Medaillen – davon 73 Goldene – bei Olympischen Spielen sind ein Indikator für den Erfolg dieses Konzepts. Zurzeit werden in der Sportschule 680 Schüler von 120 Lehrkräften, Lehrertrainern und Trainern unterrichtet und ihren sportlichen Talenten entsprechend in ausgezeichneten Sportstätten optimal trainiert.

Die Stadt Werder kann sich Stolz fühlen, mit Christopher Linke diesen erfolgreichen Sportler als ortsverbundenen Mitbürger zu haben. Der Rotary Club Werder hat sich gefreut, dass Christopher Linke und auch Frau Dr. Iris GERLOFF sich die Zeit genommen haben den Club über diese sportlichen Aktivitäten und Hintergründe so umfangreich zu informieren. Wir wünschen Christopher Linke Glück, Erfolg und Zufriedenheit bei seinen zukünftigen Wettkämpfen und seinem beruflichen Werdegang. (r.s.)