Werders jüngster Stadtteil

Wie aus der ehemaligen Fliegersiedlung Werders mediterrane Mitte entstand

Werder (Havel), 8. Juli 2019 – Knapp 3000 Menschen haben sich bereits für ein Zuhause in den Werderaner Havelauen entschieden. Nördlich der Bahnschienen ist in den letzten Jahren ein beliebter Stadtteil entstanden, dessen Einwohnerzahl sich von knapp 500 im Jahre 2007 bis heute versechsfacht hat. 

Die tolle Lage am Wasser, die naturnahe Umgebung, mehrere Bildungseinrichtungen (Kitas/Schulen), ein Einkaufszentrum, eine Marina sowie kurze Wege zum Bahnhof und den Autobahnanschlüssen machen die Havelauen zu einer höchst attraktiven Wohnlage. Ursprünglich wurden die ehemaligen „Werderschen Wiesen“ 60 Jahre lang militärisch genutzt, bis sie ab 2010 eine komplette Neuausrichtung erlebten. 

2010 gründete sich die Projektgesellschaft Havelauen. Ihr Ziel war es, aus dem vorhandenen Areal einen neuen Lebensmittelpunkt zu machen. Maßgeblich an der Neugestaltung der Havelauen beteiligt, waren die HPG, die TRAX und Strala-Bau. Das Areal, das 2010 von der insolventen MEGA AG abgekauft wurde, setzte sich aus 184.000 Quadratmetern Nettobauland für Wohngebiete, 120.000 Quadratmetern Misch- und Sondergebietsflächen sowie 268.000 Quadratmetern für öffentliche Flächen zusammen.

Die Idee, dieses herrliche Stückchen Erde zum Wohngebiet zu entwickeln, ist aber nicht neu, sondern schon über 100 Jahre alt. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gab es einen offiziellen Bebauungsplan für die „Werderschen Wiesen“. Es sollte ein üppiger Gartenstadtteil entstehen mit Kirche, Dorfplatz und Wohnhäusern im Landhausstil. Der Beginn des ersten Weltkrieges machte die Umsetzung dieser Pläne jedoch zunichte. 

Während des Wirtschaftsaufschwungs in den Goldenen Zwanziger Jahren wurden die ursprünglichen Pläne um fantastische, ja fast utopische Ideen ergänzt. Die Rede war von einem Klein-Venedig mit befahrbaren Kanälen. Doch diese optimistischen Ziele mussten der Weltwirtschaftskrise weichen. 

Ab Mitte der 1930er Jahre errichtete das von Hermann Goering geleitete Reichsluftfahrtministerium (RLM) auf Teilen der „Werderschen Wiesen“ die Luftkriegsschule (LKS) Werder. Neben den für den Flugbetrieb notwendigen Einrichtungen, wurden auch Lehrsaalbauten und Wohnhäuser für die dort stationierten Ausbilder und Flugschüler errichtet. Bis 1945 wurden rund 1.500 Luftwaffenpiloten in Werder ausgebildet. 

Nach Kriegsende wurde die LKS Werder von den Sowjets als Kaserne genutzt. Nach dem Abzug der Roten Armee im Jahr 1994, fiel das Gelände wieder an die Stadt Werder zurück und die Pläne für die Errichtung eines neuen Stadtteils flammten nach einem fast 100-jährigen Dornröschenschlaf wieder auf. 

Neben den militärischen Altlasten wurde auch der Name entsorgt und die „Havelauen Werder“ waren bereit für eine komplette Umstrukturierung. Zwischen 2010 und 2017 investierten die Unternehmen HPG und TRAX etwa 17 Millionen Euro in die Erschließungsanlagen. Sie bauten mehr als zehn Kilometer Straßen und Verkehrswege, bildeten und erschlossen rund 250 Baugrundstücke zur individuellen Bebauung und schufen Voraussetzungen für den Bau von mehr als 500 Wohnungen in den Havelauen. 

Die Grundstücke sowie die Wohnungen sind äußerst begehrt, sodass nur noch wenige Immobilien zum Kauf/zur Miete angeboten werden. Die Lage direkt an den Ufern von Zernsee, Havel sowie eines großen Bootshafens ist einmalig. Die Havelauen teilen sich in eine Nord- und eine Südhälfte. Im nördlichen Teil befinden sich die Einfamilien- und Reihenhäuser und im südlichen Teil lädt eine Promenade an der Hafenbucht zum Flanieren ein. Diese erstreckt sich an der künstlich angelegten Hafenbucht bis hin zur Therme. 

Wer in den Havelauen ein Zuhause gefunden hat, geht hier auch nicht mehr so schnell wieder weg. Denn die „Auenländer“, wie sich die Bewohner der Havelauen nennen, haben vor der Haustür alles, was sie zum Leben brauchen. (wsw)