Wie der Heimatverein Glindow „seinen“ Fontane ehrt

Angeregt von Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ haben Mitglieder des Fördervereines im Jahr 2018 Wege und Strecken erkundet, die ein Angebot für Besucher des Heimatmuseums sind, Glindow und seine Umgebung kennenzulernen.

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Werder (Havel), OTGlindow, 5. November 2018 – Bei seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg kam Fontane auch nach Glindow. So recht begeistert scheint er von dem havelländischen Dorf mit alten Bäumen und „hingestreckt zwischen See und Hügeln“ nicht gewesen zu sein. Während er dem benachbarten Werder, der „Hauptstadt des Obstkonsums“ zugestand, ein „Ort wachsender Kultur“ zu sein, fand er Glindow als einen Ort „wachsender Industrie“. Tatsächlich drückten „mehr denn fünfzig Ringöfen“ und unzählige Schornsteine der prosperierenden Ziegelindustrie dem Ort einen Stempel auf. Auch die sozialen Unterschiede zwischen den „Veranden der Ziegellords am See“ einerseits und dunklen Lehmstuben der Ziegelstreicher und Tagelöhner andererseits, blieben Fontane nicht verborgen.

In Vorbereitung auf den 200. Geburtstag Fontanes 2019 will auch der Heimatverein Glindow „seinen“ Fontane ehren. Unser Programm ist vergleichsweise unspektakulär, aber es passt zu uns. Vielleicht würde es Fontane erfreuen und seine Neugier auf das heutige Glindow wecken. Das wünschen wir uns auch von den Gästen und Besuchern des Heimatmuseums im nächsten Jahr.

Angeregt von Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ haben Mitglieder des Fördervereines im Jahr 2018 – zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem Paddelboot – Wege und Strecken erkundet, die ein Angebot für Besucher des Heimatmuseums sind, Glindow und seine Umgebung kennenzulernen. Geführte Wanderungen durch die Glindower Alpen gehören seit langem zum Programm des Vereines und sind beliebt. Auf Schautafeln und mit Fotos bestückt, werden in der neuen Ausstellung ab April 2019 Möglichkeiten für Wander-, Fahrrad- und Paddeltouren von Glindow aus unterbreitet, die man ganz individuell nutzen kann. Für Fontane-affine Leser und welche, die es werden könnten oder sich einfach nur für seine Romane und Gedichte interessieren, wollen wir an ausgewählten Tagen zu Lesungen in das Heimatmuseum einladen. Das Highlight im Fontanejahr wird die Pflanzung eines Birnbaumes, einer Melanchton-Birne, an der Giebelsüdseite des Heimatmuseums. (B.Wi.)