Wie kam der Apfel ins Havelland, Gedicht einer Freundschaft

In der Bibel ist zu lesen,
Adam und Eva im Paradies gewesen.
Doch ein Apfel, knackig und prall
Wurde ihnen zum Sündenfall.
Nur nirgends steht geschrieben,
wo der Rest ist abgeblieben.
Eine Vermutung habe ich zur Hand,
er schmiss ihn mit Wucht ins Havelland.
Denn es weiß jedes Kind,
dort die besten Äpfel zu finden sind.
(Herbert Stohr)

Werder (Havel), 1. April 2021 – Ein Gedicht über den Obstanbau im Havelland, als Ode an seine Jugend in Werder (Havel), geschrieben von Herbert Stohr, einem karnevalistischen Jecken, der jetzt in Siegburg lebt.

Als gebürtiger Kölner verbrachte er von 1941 bis 1952 in Werder seine Jugend, bevor es ihn wieder ins Rheinland verschlagen hat. Durch einen Fernsehbericht 1983 im WDR über die Mark Brandenburg, kam er zu der Idee, die Verbindung in die Stadt zu suchen. So schrieb er eine alte Nachbarin an und diese schickte ihm nach längerem Briefkontakt eine Aufenthaltsgenehmigung. Ab diesem Zeitpunkt besuchte die Familie Stohr zu jedem Urlaub die Stadt Werder. 

Als Karnevalist und Elferratsmitglied aus Siegburg wollte er unbedingt den Karneval in Werder kennen lernen. Über Umwege gelang dies und so entstand schon lange vor der Wende die Idee, dass der KG Husaren Schwarz-Weiß Siegburg 1950 e.V. den Karnevalsclub Werder besuchen wollte. Der amtierende Präsident des KCW Walter Kassin sagte damals noch: „Det machen wa!“ 

Politisch zu dieser Zeit schwierig, wurden Lösungen gesucht und als weitläufige Verwandte bekam die Abordnung aus Siegburg eine Einreisegenehmigung, passend zu einer Veranstaltung 1989. Noch in dieser Zeit fiel die Mauer, so dass die Jecken aus Siegburg zur Veranstaltung mit auf die Bühne marschierten und das Publikum mit ihrer Anwesenheit überraschen konnten. 

So ist Herbert Stohr die innige Freundschaft zweier Vereine seit dem Jahr 1989 zu verdanken. Ohne seine Mitinitiative wäre diese Beziehung vielleicht nie zu Stande gekommen und auch nicht die daraus entstandene Beziehung der Stadt Werder und der Stadt Siegburg, die gerade in den ersten Jahren des politischen Umbruchs immer wieder helfend den Machern, z.B. dem Bürgermeister Werner Große, bei der Stadtentwicklung unterstützt hat. 

Zum 70. Vereinsgeburtstag der Husaren SW, kurz vor Corona, reiste eine Delegation vom KCW nach Siegburg und Herbert wurde zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. (b.n.)