Wie man Hunde vor Kälte schützt

Ratschläge von Tierärztin Magdalena Ruby und Dr. Inga Vetrella

Windhunde müssen aufgrund ihres geringen Fettgehalts im Winter besonders vor der Kälte geschützt werden.

Werder (Havel), 9. Dezember 2021 – Wenn die Temperaturen auf dem Thermometer nach unten wandern, greifen nicht nur wir Menschen auf wärmende Jacke, Schal und Mütze zurück. Für längere Spaziergänge benötigen auch unsere vierbeinigen Begleiter angemessene Winterkleidung. 

Natürlich benötigt nicht jeder Hund im Winter einen Mantel, um sich vor Kälte zu schützen. Rassen, die viel Unterwolle und ein dichtes Fell besitzen, sollten im Sommer, so wie im Winter ohne jegliche Bekleidung draußen umher laufen. Darunter zählen z.B. Australian Shepherds, Collies, Schäferhunde und sämtliche Schlittenhunde. 

Kurzhaarige Rassen, die keine Unterwolle besitzen, frieren am ehesten. Klassische Vertreter sind Magyar Vizsla, Dalmatiner, Boxer, Pinscher, Rhodesian Ridgebacks oder Windhunde. Wobei die Windhunde noch zusätzlich geschützt werden müssen, da sie einen ausgesprochen geringen Körperfettanteil haben. 

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Aber auch Langhaarrassen können betroffen sein und im Winter frieren, wenn ihnen die Unterwolle fehlt. So ist es beispielsweise beim Yorkshire Terrier oder Biewer Yorkshire Terrier der Fall. Darüber hinaus haben kurzbeinige Rassen (z.B. Prager Rattler, Dackel, Chihuahua) ein ebenfalls erhöhtes Wärmebedürfnis. Die anatomisch bedingte Bodennähe sorgt für mehr Nässe und Kälte. 

Unabhängig von der Rasse gibt es noch weitere logische Gründe, warum Hunde vor Kälte geschützt werden sollten. So zeigen z.B. Welpen aufgrund ihrer Hyperaktivität und Freude dem Besitzer manchmal gar nicht an, dass sie frieren. Genauso sollten Senioren vor Kälte geschützt werden, da sie sich altersbedingt nicht mehr so viel bewegen und der Körper sich dadurch nicht von selbst „aufheizen“ kann. 

Tiere, die vor kurzem operiert wurden, erkrankt sind oder großflächig rasiert wurden, benötigen ebenfalls mehr Wärme als gesunde Tiere.  

Um zu erkennen, wann ein Hund friert, bedarf es genauer Beobachtung. Sie als Besitzer kennen Ihr Tier am besten und können das normale Verhalten Ihres Hundes einschätzen. 

Viele Hunde neigen dazu, bei kalten Temperaturen lediglich ihr Geschäft zu verrichten und wollen dann am liebsten wieder ins Warme. Wenn wir außen und innen Temperaturunterschiede von 20-30°C haben, kann man manchmal beobachten, dass sich das Gangbild des Hundes verändert. So läuft er dann eher verspannt, mit einem leicht aufgekrümmten Rücken und einem leicht eingezogenen Schwanz. 

Das eindeutigste Anzeichen ist natürlich das Zittern. Aber hier sollte man streng unterscheiden, ob es sich wirklich um ein kältebedingtes Zittern handelt oder ob es andere Gründe (z.B. Angst, Unsicherheit) geben könnte. Wenn Sie sich unsicher sein sollten, ob Ihr Liebling einen Mantel benötigt oder nicht, beraten wir Sie gerne!

In jedem Falle sollte der Mantel bedürfnisorientiert sein und nicht nur dem Menschen gefallen. Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Modelle, vom kurzen Pullover bis hin zum Overall. Der Mantel sollte nicht nur den Rücken und die Nierenregion schützen, sondern im Idealfall auch den Bauch und die Brust abdecken, da über diese Körperregionen die meiste Wärme abgegeben wird. 

Als Besitzer sollten Sie weiterhin darauf achten, dass es sich um einen atmungsaktiven, wärmeisolierenden und wasserdichten Stoff handelt. So ist Ihr Liebling in jeder Situation geschützt. Die Passform sollte dem Körperbau optimal angepasst sein, damit der Mantel an keiner Stelle einschneidet oder zu locker hängt. 

Auf modische Accessoires, wie Strassketten oder lange Schleifen sollten Sie verzichten, da diese den Tragekomfort einschränken können. Der Hals und die Rute sollten immer frei beweglich sein. Reflektierende Applikationen und extra Öffnungen für Leinen oder Geschirre sind hingegen sehr nützlich. 

Abschließend kann gesagt werden, dass Aussagen wie „Das ist doch nur ein Hund, der braucht keinen Mantel“ gelegentlich überdacht werden sollten. Schauen Sie sich doch einmal die Fellstruktur Ihres Lieblings ganz genau an und beobachten Sie das Verhalten bei ungemütlichem kalten Wetter. Vielleicht werden Sie einen deutlichen Unterschied merken, wenn Sie den nächsten langen Spaziergang im Wald machen und nicht nur Sie, sondern auch Ihr Vierbeiner warm eingepackt ist. (wsw)

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