Wilhelm Felsch & Karl Lehmgrübner – Kindheit in Werder um 1850

Werder (Havel), 22. November 2019 – Nichts ist spannender als erlebte Geschichte, die Menschen lange vor unserer Zeit schriftlich festgehalten haben. 

Wilhelm Felsch wurde 1827 als Sohn eines in Glindow ansässigen Pferdehirten geboren. „Bei deiner Geburt“, meinte seine Mutter später einmal, „warst du nicht größer als eine Sechsersemmel …“.  Durch eine geschickte Heirat schaffte er den Aufstieg vom einfachen Arbeiter zum Obstmucker im Havelland. Trotzdem lief nicht immer alles glatt in seinem Leben. In seiner Jugend erlitt er in der Werderschen Brauerei einen furchtbaren Unfall, der ihn fast das Leben kostete. Die bittere Enttäuschung über die Tat seines besten Freundes machte ihn einige Jahre später für einige Zeit „Sprachlos“. Trotz aller Widrigkeiten ist er bodenständig geblieben und hat seinen Aufstieg vom einfachen Arbeiter zum Obstmucker im Havelland schriftlich festgehalten. Damit schaffte er es, seine Identität über das physische Leben hinaus dauern zu lassen, genauso wie Karl Lehmgrübner. Der Potsdamer Stadtälteste, geboren 1848 in Berlin, schrieb eine Familienchronik, in der er seine Kindheitserinnerungen aus dem Werder um 1850 aufgeschrieben hat.

Die Leser tauchen auf 165 Seiten mit zahlreichen Abbildungen ein in ein Leben lange vor unserer Zeit, und wer sich die Mühe macht, die Insel Werder zu erkunden, wird vielleicht jene Straßen entlanglaufen, in denen sich die Erlebnisse dieser Zeit zugetragen haben könnten.  

Erhältlich ist das Buch bei der Autorin Ingeborg Lauwaßer, über Havel-Künstler oder zum Werderschen Kunstmarkt, jeweils am 1. und 2. Advent im Lendelhaus. Preis: 13,50 Euro (i.l.)