„Willkommen im Wohnzimmer der Obstzüchter“

Stadt legt richtungsweisendes Konzept für das künftige Besucherzentrum der Stadt Werder (Havel) vor.

Das Lindowsche Gehöft zum Beginn der Bauarbeiten Anfang März 2018. Foto: wsw

Werder (Havel), 17. Dezember 2018 – „Willkommen im Wohnzimmer der Obstzüchter“ ist das Konzept für die künftige Tourist-Information der Stadt Werder (Havel) überschrieben. Im denkmalgeschützen ehemaligen „Lindowschen Anwesen“ soll Mitte des kommenden Jahres die Eröffnung des neuen Besucherzentrums gefeiert werden – modern und besucherfreundlich soll das künftige Aushängeschild der Stadt als zentraler Anlaufpunkt für die Bewohner und Gäste der Stadt werden.

Während der Bürgerservice die Remise nutzen wird, soll die Tourist-Information ins frühere Wohnhaus einziehen. Dort sollen dem Konzept zufolge vier Funktionsinseln eingerichtet werden: der Eingangsbereich mit ersten Informationen, der Aufenthaltsbereich mit Informationen zur Stadtgeschichte und zu Urlaubsinspirationen, die Servicezone mit multimedialen Angeboten und einer Prospektwand sowie der Beratungsbereich mit Counter und Verkaufsfläche für regionale Produkte und Souvenirs. Im Konzept werden besucherfreundlichere Öffnungszeiten für die Tourist Information vorgeschlagen, wofür 1,5 zusätzliche Vollzeitstellen benötigt werden.

Der 1. Beigeordnete Christian Große stellte auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung das Konzept vor, das mehrheitlich angenommen wurde. Mit dem Umbau des 1879 errichteten Hauses am Plantagenplatz biete sich der Stadt die einmalige Chance, sich den Gästen, Bürgern und Leistungsträgern als attraktiver Tourismusstandort zu präsentieren, heißt es im Konzept. Dazu gehörten eine zeitgemäße Ausstattung, eine gut durchdachte Angebotspalette und ein definiertes Serviceverständnis. Dass mit dem Besucherzentrum auch die Weichen für eine zukunftsweisende Entwicklung des lokalen und regionalen Tourismus gestellt werden, betonte Christian Große: “Mit dem Konzept legen wir einen neuen Standard fest“, auch wenn es ohnehin aufgrund des Titels “Staatlich anerkannter Erholungsort” und weiterer Zertifizierungen bestimmte Auflagen gebe. Mit großer Leidenschaft und Akribie hätten sie dieses Konzept erarbeitet, bedankte sich Große bei seinen Mitarbeitern.

Funktions- und Themenbereiche sollen „Lust auf Werder“ machen.

Dem Konzept zufolge könne das große und weiter wachsende Aufgabenspektrum – angefangen von der Planung und Durchführung von Vermarkungsaktivitäten bis hin zur eigentlichen Gästebetreuung nur nachhaltig gesichert werden, wenn mit der räumlichen Veränderung auch eine personelle Verstärkung einher ginge. Öffnungszeiten auch an den Wochenende würden selbstverständlich sein. Die Stadt sei in den Top 10 der beliebtesten Reiseziele in Brandenburg, der Tourismus sei auch ein wichtiger Motor für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Die Marketingaktivitäten müssten künftig noch konkreter und zielgruppenspezifischer werden, heißt es. Sowohl das Selbstverständnis Werders als „Obstkammer der Mark“ und als „Blütenstadt am Wasser“ sollen gefördert werden, Qualitätsstandards für die nächsten Jahre definiert werden, um die Marke „Werder (Havel)“ unverwechselbar zu machen. Ein wesentlicher Schritt zur positiven Außendarstellung der Stadt soll die neue Tourist-Information sein.

Die Anforderungen dabei gingen über das reine Beraten und Verkaufen hinaus. Neben den Kernaufgaben Information, Beratung, Inspiration, Verkauf und Beschwerdemanagement solle auch das Direktmarketing und die Kundenbindung noch stärker fokussiert werden. Lokale Angebote sollen integriert werden, Trends sollen durch den direkten Kundenkontakt abgeleitet werden. Aus der Tourist-Information heraus könnten die Leistungsträger der Stadt in touristische Aktivitäten und Planungen der Stadt eingebunden werden.

Anspruch des neuen Besucherzentrums müsse es sein, mit dem Qualitätssiegel für Tourist-Informationen, dem „roten i“, ausgezeichnet zu werden. Das weiße „i“ auf rotem Grund wird vom Deutschen Tourismusverband an entsprechend streng geprüfte Tourist-Information vergeben.

Claudia Fehrenberg (Freie Bürger) vermisste in dem Konzept das Obstbaumuseum. Christian Große informierte, dass das Museum vorerst am aktuellen Standort im ehemaligen Stadtgefängnis neben dem Alten Rathaus auf der Inselstadt verbleibe. Während einer Schließzeit solle eine gründliche Bestandsaufnahme gemacht werden. Wie und wo es dann seine Heimat finde, solle dann überlegt werden – in Zusammenarbeit mit dem Werderschen Obst- und Gartenbauverein. (wsw)