Wir müssen auf unsere Lieblinge aufpassen

Blaualgen und Bakterien lauern in Pfützen & Gewässern

Werder (Havel), 12. Juli 2019 – Gerade jetzt, wo es unheimlich warm draußen ist, müssen auch unsere Fellnasen viel trinken. Worauf Sie beim Spaziergang im Wald und an Gewässern unbedingt achten müssen, erzählt uns Dr. Inga Vetrella von der Tierarztpraxis in den Havelauen.

Warum sollten unsere Hunde nicht aus Pfützen trinken?
Insbesondere kleine Nagetiere tragen die sogenannten Leptospiren, wie die Erreger der Leptospirose heißen, in sich. Sie selbst werden zwar nicht krank, aber sie scheiden trotzdem Leptospiren über den Urin aus. Die Leptospirose-Erreger fühlen sich vor allem in feuchter, milder Umgebung wohl – daher vermehren sie sich in Tümpeln, Teichen und eben in Pfützen besonders gut. Durch das Trinken aus eben diesen Quellen, nimmt der Hund diese Leptospiren driekt auf.

Was sind die Symtome einer Infektion?
Eine Infektion macht sich durch Erbrechen und Durchfall sowie häufiges Harnabsetzen bzw. Harnverfärbungen bemerkbar. Im Verlauf der Erkrankung können sich Haut und Schleimhäute gelblich verfärben. Bei Verdacht auf Leptospirose sollten Sie mit Ihrem Hund sofort zum Tierarzt fahren. Früh erkannt, lässt sich die Krankheit in vielen Fällen mit Antibiotika behandeln, kann aber auch tödlich verlaufen. Achtung: Auch auf den Menschen ist die Leptospirose übertragbar und äußert sich mit grippeähnlichen Symptomen. Um eine Erkrankung zu verhindern, wird die Impfung gegen Leptospirose empfohlen.

Leptospieren sind nicht die einzige Gefahr, die einem Vierbeiner beim Trinken aus vermeindlichem Frischwasser drohen. Blaualgen können beim Hund ebenfalls zu einer Vergiftung führen.
Blaualgen im Wasser vermehren sich insbesondere bei sehr warmen Temperaturen. Hunde, die sich gern im kühlen Nass tummeln, sind am häufigsten betroffen, wenn sie zum Beispiel beim Schwimmen Wasser schlucken. Da man giftige von ungiftigen Algen nicht unterscheiden kann, sollte eine sichtbare Verunreinigung als ernstzunehmende Warnung genommen werden. 

Blaualgen können verschiedene Gifte produzieren, die unterschiedliche Wirkungen im Körper entfalten. Können Sie uns über die Symptome aufklären?
Unterschiedliche Arten von Gift rufen unterschiedlichste Symptome hervor, die von Durchfall, Schwäche, Verfärbung der Schleimhäute, Gelbsucht, Schock, Muskelzittern, Lähmungen, Harnabsatz, starkes Speicheln oder Tränen der Augen bis hin zu spastischen Muskelkrämpfen führen können. Diese Symptome können sehr schnell nach dem Kontakt mit der Blaualge auftreten und innerhalb kürzester Zeit zum Tod führen.

Welche Maßnahmen können ergriffen werden, wenn ein Hund die genannten Symptome aufzeigt?
Bei Anzeichen einer Blaualgenvergiftung benötigt der Hund eine sofortige aggressive Therapie. Wird die Vergiftung sehr früh erkannt, kann eine Verminderung der Giftaufnahme, zum Beispiel durch eine Magenspülung oder die Verabreichung von Aktivkohle, hilfreich sein. Ein spezifisches Gegenmittel gibt es leider nicht. Jeder Hundebesitzer hat die wichtigste Maßnahme selbst in der Hand, in dem er den Kontakt seines Hundes mit blühendem Wasser unbedingt vermeidet.

Was kann vorbeugend getan werden, um unseren Vierbeinern auch im Sommer eine sichere Abkühlung und den Zugang zu frischem Wasser zu ermöglichen?
Auf längeren Spaziergängen kann man sich prima eine Flasche Wasser für den Hund einpacken. Mit ein bisschen Übung klappt das Trinken auch aus der Flasche oder man hat einen faltbaren Trinknapf dabei. Bei Touren am Wasser oder in Wäldern mit Tümpeln und Pfützen können Sie Ihren Hund nur schützen, wenn sie ihn an der Leine führen.

(wsw)