“Wir wollen auch zukünftig den Fokus auf die Jugendarbeit setzen.”

Tom Lessig, Fotos: privat

Werder (Havel), 21. Mai 2019 – Stefan Demuth, der Verantwortliche für Pressearbeit beim HV Grün-Weiß Werder, führte mit Tom Lessig, dem Abteilungsleiter Handball beim HV Grün-Weiß Werder, ein Interview.

Die Mitglieder der Abteilung Handball des HV Grün-Weißen Werder haben Sie im November 2018 zu ihrem neuen Abteilungsleiter gewählt. Was hat Sie bewogen, sich zur Wahl zu stellen.
In den vergangenen Jahren hat der HV Grün-Weiß Werder in der Entwicklung des Handballsports einen immensen Sprung vollzogen. Die Oberliga-Mannschaften, mit denen wir die Stadt Werder (Havel) in Auswärtsspielen in drei Bundesländern repräsentieren, sind in der oberen Hälfte wiederzufinden. Die 1. Frauenmannschaft ist die einzige brandenburgische Mannschaft in der 4. höchsten Liga Deutschland. Alle weiteren Frauenmannschaften der Oberliga kommen aus der Hauptstadt und aus Mecklenburg-Vorpommern.

Gab es im Nachwuchsbereich vor fünf Jahren nur eine Mannschaft im Verein, spielen jetzt insgesamt schon sieben Mannschaften um die Meisterschaftspunkte. Des Weiteren steht dem Verein eine modern eingerichtete Geschäftsstelle zur Verfügung. Von dort aus wird unser Verein mit seinen über 300 Mitgliedern aktiv gestaltet und verwaltet.

Sicherlich haben Sie bei der Realisierung Ihrer neuen Aufgaben bestimmte Versionen – welche sind das?
Um im Männerbereich langfristig erfolgreich zu sein, wollen wir die Oberliga-Mannschaft mit jungen und gut ausgebildeten Spielern aus der Region personell verstärken sowie für deren Weiterentwicklung optimale Bedingungen schaffen.

Bereits in der zurückliegenden Spielsaison hat sich hier die Zusammenarbeit mit dem 1. VfL Potsdam bewährt. Beide Vereine können davon profitieren, wenn Potsdamer A-Jugendspieler (ab AK17) von der Sportschule ihre ersten Erfahrungen im Männerbereich des HV Grün-Weiß Werder machen und frühzeitig lernen, Verantwortung zu übernehmen. Alle eingesetzten Spieler aus Potsdam, die mit einem Zweitspielrecht für Werder ausgestattet sind, haben uns in der vergangenen Saison schon ordentlich den Rücken gestärkt.

Zudem wollen wir auch zukünftig den Fokus auf die Jugendarbeit setzen. Unsere 8 bis 12-jährigen Handballerinnen und Handballer (E- und D-Jugend) sollen bestens von unserem Verein betreut werden. Bereits in dieser Altersklasse wollen wir den Grundstein für eine erfolgreiche handballspezifische Entwicklung legen. Unser Ziel ist es, die besten Nachwuchsspieler an die Sportschule nach Potsdam zu schicken. Damit ein Talent wie Finley Seidel, der die DNA unseres Vereins in sich trägt, keine Ausnahme bleibt. Ich selbst habe von der 7. bis zur 13. Klasse die Sportschule in Potsdam besucht und habe in meiner persönlichen Entwicklung und in meiner sportlichen Laufbahn davon sehr profitiert.

Eine wichtige Aufgabe sehe ich daher auch in der Entwicklung der Schul-AG’s. Hier sind wir in der Karl-Hagemeister-Grundschule, in der Inselschule Töplitz und in der Grundschule Glindow aktiv. Im kommenden Schuljahr werden die AG`s durch zwei Lehramtsstudentinnen und Spielerinnen der 1. Frauenmannschaft betreut. Einen weiteren großen qualitativen Sprung haben wir in den letzten Jahren auf dem Gebiet der Ausbildung von Schiedsrichtern, Sekretären und Zeitnehmern gemacht. Für die Saison 2019/20 konnten wir elf Jugendspieler/innen der Altersklasse 14-16 für einen Lehrgang als Schiedsrichter begeistern. Mit Jan Bois steht Ihnen zukünftig ein kompetenter Ansprechpartner zur Seite. Diesem wichtigen Ehrenamt möchte ich auch weiterhin große Aufmerksamkeit schenken. Auch hier setzen wir verstärkt auf die Jugend, ihr mehr Verantwortung zu geben.

Ihr Programm ist sehr anspruchsvoll. Wie sieht in Ihrer Handballabteilung die Bereitschaft aus, ein Ehrenamt als Trainer oder im Management zu übernehmen.
Meiner Meinung nach ist unser Konzept stimmig. Allerdings kann man unsere anspruchsvollen Ziele und Aufgaben nur erreichen, wenn sich viele Mitglieder mit einem hohen Engagement beteiligen. Denn um einen großen Verein nicht nur am Laufen zu halten, sondern mit guten Ideen weiterzuentwickeln, benötigt es viele helfende Hände. Egal ob als Übungsleiter, ausgebildeter Trainer, Schiedsrichter, Ordner, Kampfrichter oder als Vorstandsmitglied. Wir alle verfolgen ein Ziel, einen Verein zu kreieren, der uns mehr gibt als nur den Sport. Zukünftig gilt es daher, die vielen Aufgaben auf noch breitere Schultern zu verteilen.

Wie schätzen Sie die Bedingung in der Stadt Werder zur weiteren Entwicklung des Handballsports ein.
Handball hat mittlerweile eine über 70-jährige Tradition in Werder. Dieser fühlen wir uns selbstverständlich auch verpflichtet. Denn die erfolgreiche Entwicklung des Handballsports war immer eng verbunden, mit der positiven Entwicklung der Bedingungen des Sporttreibens in der Stadt Werder. Dafür sind wir gegenüber den Stadtverantwortlichen sehr dankbar. Die Stadt Werder ist stets ein zuverlässiger Partner für unseren Verein. Wir sind aber mittlerweise an einen Punkt angekommen, wo zum Beispiel die vorhandenden Hallenkapazitäten in der Stadt eine weitere Expansion auch vieler anderer Sportvereine sehr erschweren. Hier muss in den nächsten Jahren durch den Bau einer weiteren Sporthalle unbedingt eine Verbesserung erreicht werden. (s.d.)