Wo ist meine Köderbox?

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen – So wie die Kinder und Jugendlichen vom Ortsanglerverein Werder (Havel), die ein spannendes Angelwochenende in Jabel erleben durften

Werder (Havel)/Jabel, 27. September 2021 – Normalerweise sind die Rufe der Kraniche und das Schreien der Wildgänse das erste, was man früh morgens auf dem Campingplatz Natur- und Strandcamping in 17194 Jabel vernimmt. Doch am 21. August mischte sich morgens um 4.10 Uhr aufgeregtes Stimmengewirr unter die gewohnten Naturgeräusche: Die Kinder- und Jugendgruppe des Ortsanglervereins Werder (Havel) freute sich auf den ersten Angeltag.

Doch starten wir beim Anfang …

Am 20. August 2021 treffen sich insgesamt 17 Kinder und Jugendliche vom Ortsanglerverein Werder (Havel) am Vereinsgelände in Werder. Sie sind ausgerüstet mit allem, was für ein Angelwochenende im Mecklenburger Großseenland benötigt wird. Ihr Ziel ist der Natur- und Strandcampingplatz in Jabel, dort möchten sie Raubfische wie Barsch, Hecht oder Zander im Jabelschen See, im Kölpinsee und im Fleesensee angeln.

Geplant und organisiert wurde dieses Abenteuer vom Kinder- und Jugendwart Gordon Rosch. „Dank toller Unterstützung konnten wir den Kindern und Jugendlichen diesen besonderen Ausflug ermöglichen“, so Gordon Rosch. „Finanzielle Zuschüsse vom Verein, Spenden von einzelnen Mitgliedern sowie ein Zuschuss durch den Kreisanglerverband in Höhe von 1000 Euro machten das Projekt erst möglich. Ein Dank geht auch an die Eltern, die nicht nur bei der Vorbereitung der Fahrt fleißig mithalfen, sondern auch bereit waren, die Gruppe zu begleiten.“

Nach der Ankunft auf dem Campingplatz und einem schnellen Einrichten vor Ort erfolgte die erste Stunde mit einem gebuchten Angel-Guide, der das Revier und die verschiedenen Angelmethoden vorstellte. So waren die Strapazen der Reise schnell vergessen!

Der frühe Angler fängt den Fisch …

Am Samstag ging es dann in aller Frühe los. Das zeitige Aufstehen verschaffte allen die notwendige Zeit fürs Zähneputzen, Frühstücken und für das Herrichten der Angelausrüstung. Von überall hörte man: „Wo ist meine Angelrute“, „Welche Schnur soll da noch mal rauf?“, „Gordon, weißt du, wo meine Köderbox steht?“

Gegen 9 Uhr waren dann alle startklar. Ein Teil der Kinder wurde mit Autos nach Eldenburg auf einen Angelkutter namens MS Wolldüp gebracht. Mit an Board war Angel-Guide AngelAnni. Der Kutter gehört Angel-Guide Eddy, der die Besatzung sicher zu ausgewählten Angelplätzen führte und ebenfalls neben AngelAnni die Gruppe betreute.

Die anderen Kinder starteten direkt am Steg des Campingplatzes und wurden vom dritten Angel-Guide, Robin von Heppi-Guiding, auf dem Jabelschen See zu den Angelplätzen gebracht und betreut. Diese Gruppe war auf drei Boote aufgeteilt, zwei davon wurden durch die Sportfreunde Heiko und Michael gefahren und betreut.

Eigentlich sollte es an diesem Tag zwei Angeltouren für die Kinder und Jugendliche geben, doch die jeweiligen Gruppen waren so begeistert von ihrem Ausflug und fasziniert vom Angeln, dass erst gegen 18 Uhr Schluss war. Zum Glück hatten alle ausreichend Verpflegung mitgenommen! Gefangen wurden Hechte, Barsche und ein Zander. Die Fische, die das Mindestmaß nicht erreicht hatten, wurden natürlich wieder schonend zurück ins Wasser gesetzt. Tagessieger war Willi, der einen 65 cm Hecht gefangen hat! Etwas Pech hatte hingegen Finn, der sich aus Versehen in einen Wobbler kniete, und an Land betreut und ins nahe gelegene Krankenhaus gebracht werden musste. Gut verarztet signalisierte Finn sofort: „Ich will wieder zurück zur Gruppe und weiter angeln!“

Willi und Finn

Die Mühen des Tages wurden durch die von Micha gebratenen, fangfrischen Fische sowie einen riesigen Topf Soljanka entlohnt. Zufrieden mit sich selbst und den Fängen des Tages tauschten sich alle über ihre Angelerlebnisse aus, bis gegen 23 Uhr die Lichter in den Zelten ausgingen. Wahrscheinlich träumten einige von neuen Strategien für den Folgetag.

Wiederholung erwünscht

Kraniche, Wildgänse, Aufstehen, Zähneputzen, Frühstücken, Zeltabbau und schon waren alle um 9 Uhr wieder startklar für die nächste Angeltour. Rute und Köder im Gepäck ging es erneut zu den Booten. Die Besatzungseinteilung war der vom Vortag nahezu identisch. Der leichte Wetterwechsel versprach für den zweiten Angeltag eine höhere Fangquote. Und tatsächlich: überall und an jedem Board ein reges Zupfen und Zappeln der Rutenspitzen. Schade, dass um 12 Uhr das Angeln eingestellt werden musste, doch die Rückreise stand bereits an.

Auch wenn nicht jeder mit einem kapitalen Fisch das Boot verlassen konnte, hatte auch dieser Angeltag wieder die Freude am Angeln, die individuelle Fähigkeiten beim Angeln, aber insbesondere auch das Bewusstsein im Umgang mit Fisch und Natur geweckt, verbessert und geschärft.

Leider konnten bei dieser Fahrt nicht alle Kinder und Jugendlichen der Gruppe mitfahren, aber vielleicht klappt es ja dann beim nächsten Mal. Diese Fahrt nährt in jedem Fall die Hoffnung und Vorfreude auf Wiederholung eines solchen Abenteuers. Petri Heil. (d.b., wsw)