Wolfgang Liebert – Retrospektive – Malerie & Grafik

Werder (Havel), 23. September 2019 – Die Werke der letzten Ausstellung mit der japanischen Künstlerin Aishu Gen “Form-Licht-Schatten” zu 100 Jahre Bauhaus sind bereits mit dem Containerschiff in Richtung Japan unterwegs und werden dort am 23. Oktober erwartet. Doch die Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS gönnt sich keine Zeit zum Luft holen. Anlässlich seines 75. Geburtstages wird das Werk des Potsdamer Dozenten, Malers und Grafikers Wolfgang Liebert in einer umfassenden Werkschau gewürdigt.

Eröffnet wird die Ausstellung am Mittwoch, dem 25. September, um 19 Uhr. Bis zum 3. November können Besucher immer Donnerstag, Samstag und Sonntag von 13 bis 18 Uhr die Ausstellung “Wolfgang Liebert – Retrospektive – Malerie & Grafik” im KUNST-GESCHOSS in der Stadtgalerie im Schützenhaus besichtigen. Die Ausstellung wird auch am 3. und 31. Oktober geöffnet sein.

„Am Ende des Potsdamer Stadtkanals unweit der zerstörten Heilig-Geist-Kirche existierten vier Ateliers. Im Maleratelier mit Oberlicht arbeitete damals ein junger Absolvent der Leningrader Kunstakademie. In der Dunkelheit der Herbstabende lehnte ich oft am Kanalgeländer und schaute ihm bei der Arbeit zu. Es war Fritz Eisel. Ihm durfte ich später meine Arbeiten zeigen, er gab mir nützliche Hinweise zum Naturstudium und zur Vorbereitung meiner Mappe für die Aufnahmejury an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee…, so begann mein Lebenstraum von Kunst.“ (Wolfang Liebert)

Wolfgang Liebert studierte später an besagter Kunsthochschule bei Prof. Brendel, Prof. Womacka, Prof. Robbel und Prof. Mohr. In allen seinen Arbeiten, ob grafisch oder malerisch, steht das bildtechnische Handwerk gleichberechtigt neben dem Inhalt. Hier offenbart sich der Gebende und es erscheint als ganz normale Schlussfolgerung, dass er bis 1996 Dozent an der Fachschule für Werbung und Gestaltung für das Lehrgebiet künstlerische Grundlagen und an der später neugegründeten Fachhochschule Potsdam im Bereich Restaurierung in der Denkmalpflege für die Ausbildung im Naturstudium, Kopie, historische und zeitgemäße Maltechniken war.

Er selbst bezeichnet sich als Alleingänger und Arbeiter der Kunst, welcher der Konstruktion zweier Elemente dient – der Wirklichkeit und der Ästhetik. Von den in den vergangenen Jahren zahlreich und vielfältig entstandenen Werken befindet sich eine große Anzahl in privaten Sammlungen und in öffentlichem Besitz, wie dem Potsdam-Museum, dem Deutschen Historischem Museum zu Berlin, in der Sammlung der Burg Beeskow, im Stadtmuseum Berlin, sowie der Commerzbank Potsdam und der Landeszentralbank Potsdam.

Darüber hinaus existieren baugebundene Werke und die Beteiligung an Entwurfstätigkeit und Ausführung von Werken bei der Neugestaltung, zum Beispiel des Berliner Stadtzentrums und die Teilnahme an künstlerischen Wettbewerben. Mit den Möglichkeiten der offenen Grenzen verarbeitet der Künstler heute auch seine familiären Erinnerungswelt an die Heimat östlich der Oder.

Wolfgang Liebert war in den vergangenen zehn Jahren zwei Mal mit dem großformatigen Gemälde „Zeitenwende 1988/89“ an Ausstellungen in der Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS beteiligt. In der Ausstellung „Blick zurück nach vorn“ zum 20. Jahrestag des Mauerfalls und exklusiv an der Ausstellung „30 – EINE GENERATION“ im März 2019. In der Retrospektive wird deutlich, dass das Werk des Künstlers von gesellschaftlichen Systemen geprägt ist und er sich durch fast 55-jähriges Schaffen als bildender Chronist erweist. (f.w., wsw)