Zeitkapsel geklaut!

Werder (Havel), 1. Juni 2018 – Die Zeitkapsel, die bei der gestrigen Grundsteinlegung der Braumanufaktur Werder feierlich versenkt wurde, ist gestohlen worden! Schock für Thomas Köhler und Jörg Kirchhoff, die Bauherren von der Potsdamer Braumanufaktur Forsthaus Templin, die heute morgen auf der Baustelle diese schlimme Entdeckung machte. „Wir sind fassungslos!, sagte Köhler. Die bekannte Braumanufaktur, die seit 2004 das beliebte Werdersche Bier produziert, will hier am neuen Standort in den Havelauen ab Herbst 2019 die ersten Flaschen abfüllen. Für Hinweise, die zu den Langfingern oder gar zur Wiederbeschaffung der Zeitkapsel mit Inhalt führen, kündigt die Braumanufaktur 1000 Euro Belohnung an. „Der ideelle Wert ist natürlich weitaus höher für uns“, betont Jörg Kirchhoff.

Ein Fläschchen Bier, Glina Whiskey, Kirschkerne, ein Satz Euromünze, ein Gruppenbild aller anwesenden Gäste, ein Glas der Manufaktur, Tageszeitungen, eine Silbermünze, Bilder von den Kindern, ein Paninibild von Mario Gomez, Etiketten aller Sorten, ein pro Agro-Anstecker – und viele weitere Dinge, die als Zeitzeugen in der Kapsel späteren Generationen darüber Auskunft geben sollten, was hier passierte.

Eine 50 mal 23 Meter große Halle soll auf dem 3600 Quadratmeter großen Grundstück in der Otto-Lilienthal-Straße entstehen. Baubeginn war ebenfalls gestern. 8000 Flaschen Bier können hier ab Herbst 2019 abgefüllt werden, kündigt Thomas Köhler von der Braumanufaktur an. Nach mehr als 80 Jahren Unterbrechung gab es seit 2004 bereits wieder Werdersches Bier nach alter Tradition – gebraut von den beiden ambitionierten Inhabern der Braumanufaktur Forsthaus Templin, Thomas Köhler und Jörg Kirchhoff, bekannt für die „Potsdamer Stange“ und viele weitere naturbelassene, unfiltrierte Bierspezialitäten mit Rohstoffen aus biologisch kontrolliertem Anbau. Alle Biere sind bio-zertifiziert. Bei dem „Bio-Werdersches“ handelt es sich um ein bernsteinfarbenes, unfiltriertes Vollbier, welches mild gebittert ist. Das Dunkle Bier ist milder gebittert als das Helle oder das Stangenbier. Die Werderaner schätzen „ihr“ Bier, das aus Gerstenmalz dunkel und Naturdolden-Aromahopfen hergestellt wird.

Die Bürgermeisterin Manuela Saß sowie viele weitere Gäste aus Politik und Gesellschaft, Freunde und Geschäftspartner der Braumanufaktur waren gestern dabei, als der frühere Werderander Bürgermeister Werner Große aus Fontanes Wanderungen durch die Mark zitierte: „All Großes, wie bekannt, wirft seinen Schatten; Und ehe dich, o Bayrische, wir hatten, Erschien, ankündigend, in braunem Schaum, Die Werdersche. Ihr Leben war ein Traum“.

Gebraut werde weiterhin in der Manufaktur im Forsthaus Templin, so Thomas Köhler. In Werder entstünden mit der Abfüllanlage zwei neue Arbeitsplätze. In der 1200 Quadratmeter großen Halle entstünden auf deinem Drittel der Fläche ein Lager, auf einem weiteren Drittel die Abfüllanlage und auf dem verbleibenden Drittel Büros für die Verwaltung. Angeschafft wurde laut Thomas Köhler eine gebrauchte Abfüllanlage, „die wartet schon auf die neue Halle“, ist Köhler voller Vorfreude. Außerdem sei die Anlage schneller als neue Abfüllgenerationen, sie schaffe 8000 Flaschen pro Stunde – neue Anlagen hingegen nur 4000.

Gefördert wird das Projekt zu 30 Prozent vom Land Brandenburg, die Gesamtkosten betragen 1,7 Millionen Euro. „Die Baugenehmigung hatten wir innerhalb von sechs Monaten“ berichtet Köhler. (wsw)