Zeppelinstraße: 4250 Autos weniger

Potsdam, 12. Dezember 2018 – Über den aktuellen Stand der Neuaufteilung des Verkehrsraumes in der Zeppelinstraße hat Norman Niehoff, Bereichsleiter Verkehrsentwicklung, gestern im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr informiert. „Durch die Umgestaltung des Verkehrsraumes durchfahren heute täglich 4250 Autos weniger den Bereich. Rechne man die Zunahmen im übrigen Straßennetz dagegen, betrage der Rückgang immer noch rund 2500 Autos am Tag für das gesamte Untersuchungsgebiet.“ Es sei absehbar, dass auch für dieses Jahr die Belastung mit dem gesundheitsgefährdenden Stickstoffdioxid in dem Verkehrsraum unter dem Jahres-Grenzwert bleiben wird.

„Es hat sich aber auch gezeigt, dass wir bei dem Umstieg auf Verkehrsmittel des Umweltverbundes noch Steigerungspotential haben. Ein Teil der Autofahrer nutzt noch nicht die bereits vorhandenen Alternativen, sondern weicht auf andere Strecken aus“, sagte Niehoff. Er kündigte an, dass ab Januar 2019 versuchsweise eine Einbahnstraße im Verbindungsweg zwischen Geschwister-Scholl-Straße und Maybachstraße eingerichtet werden soll. „Dadurch soll die Zufahrtmöglichkeit in das Gebiet von der Kastanienallee aus unterbunden werden, um so die Ausweichverkehre aus der Geschwister-Scholl-Straße zu verdrängen und die Verkehrsbelastung dort zu reduzieren.“ Allein für die morgendliche Hauptverkehrszeit ergebe sich daraus ein Verminderungspotenzial von circa 300 Kfz/3h. Für die Bereiche des sogenannten Nebennetzes, in denen sich durch den Ausweichverkehr das Verkehrsaufkommen erhöht hat, hatte es zwei Anwohnerveranstaltungen und weiterführende Untersuchungen gegeben.

Um das Umsteigen auf den ÖPNV und das Fahrrad für Autofahrer attraktiver zu machen, wurden zahlreiche Verbesserungsmaßnahmen entlang der Strecke umgesetzt, wie die Potsdamer Stadtverwaltung mitteilte. Unter anderem wurde der P+R-Parkplatz Bahnhof Pirschheide aufgewertet. Hier wurden den Informationen zufolge die Abstellflächen so markiert und sortiert, dass die vorhandenen Flächen jetzt optimal ausgenutzt werden können und nun auf beiden Parkplätzen 157 Parkflächen sowie vier Behindertenstellplätze zur Verfügung stehen. Auch das Angebot an Fahrradabstellplätzen wurde erweitert. Ebenso sei die Beleuchtung erneuert und der Gehweg beziehungsweise die Straßenquerung vom P+R-Parkplatz zur Straßenbahnhaltestelle baulich verbessert worden. Die Nutzung des Parkplatzes sei weiterhin kostenfrei; die Auslastung würde regelmäßig beobachtet, um bei steigendem Bedarf reagieren zu können. Derzeit im Bau ist ein P+R-Parkplatz in Baumgartenbrück (Geltow), der ebenfalls das Angebot verbessern soll.

Die Straßenbahnen verkehren, wie es weiter in der Mitteilung heißt, vom Bahnhof Pirschheide im Berufsverkehr im 10-Minutentakt. Die Fahrzeit in die Innenstadt beträgt zehn Minuten. Seit Anfang des letzten Jahres gebe es auf der Strecke zwischen Werder (Havel) und Potsdam darüber hinaus ein verbessertes ÖPNV-Angebot. Die Busse der Linien 631 und 580 bieten in den Spitzenzeiten morgens und nachmittags sechs statt wie bisher vier Fahrten pro Stunde an. Die Buslinie 631 fährt zu diesen Zeiten alle 15 Minuten und die Buslinie 580 im 30-Minuten-Takt. Ab dem Ortseingang Potsdam steht eine separate ÖPNV-Spur stadteinwärts mit einer Gesamtlänge von etwa 2100 Metern bis zur Kastanienallee zur Verfügung. Die Erweiterung der Busspur in Richtung Geltow befindet sich im Genehmigungsverfahren; Ziel ist der Baustart im Herbst 2019. Am Bahnhof Charlottenhof wurden darüber hinaus neue Fahrradabstellplätze geschaffen. Zusammen mit den 156 neu errichteten und überdachten Stellplätzen stehen hier jetzt 204 Parkplätze für Fahrräder zur Verfügung.

Besonders für Fußgänger und Fahrradfahrer hätte sich die Situation mit der Umgestaltung des Verkehrsraumes entlang der Zeppelinstraße erheblich verbessert. Durch den separaten Fahrstreifen auf der Fahrbahn gebe es weniger Konflikte mit Fußgängern, denen jetzt angemessene Flächen, auch für die Nutzung mit Kinderwagen und Rollstühlen, zur Verfügung stünden. Das zeige sich auch in den ermittelten gesunkenen Unfallzahlen mit Radfahrer- und Fußgängerbeteiligung. (lhp/wsw)


Die Umgestaltung der Zeppelinstraße war notwendig, so die Potsdamer Verwaltung, da hier seit Jahren regelmäßig die Grenzwerte an gesundheitsschädlichen Luftschadstoffen überschritten werden. Die Stadtverordnetenversammlung hatte daher im Rahmen eines Beschlusses empfohlen, durch einen Modellversuch zu testen, ob sich durch die Neuaufteilung des Straßenraumes das Verkehrsverhalten ändert und der Anteil des motorisierten Individualverkehrs auf der Strecke verringert und damit die Schadstoffbelastung der Luft abnimmt. Für die Laufzeit des Modellversuchs wurde der Straßenraum neu aufgeteilt. Für Autofahrer steht seitdem je eine durchgängige Fahrspur pro Richtung sowie eine Abbiegespur zur Verfügung. Stadtauswärts gibt es für Fahrradfahrer einen markierten Fahrstreifen auf der Fahrbahn. Der Modellversuch in der Zeppelinstraße mit der neuen Verkehrsführung ab Juli 2017 war erfolgreich. Im vergangenen Jahr wurden in dem Straßenabschnitt erstmals die Jahres-Grenzwerte für das gesundheitsgefährdende Stickstoffdioxid nicht überschritten.