Zu Gast in der Klimawerkstatt

Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Klimaschutz sollte in jedem von uns verankert sein. Ein Ort, an dem man sich aktiv mit diesen Themen beschäftigen kann, ist die Klimawerkstatt in der Luisenstraße 16 in Werder (Havel)

Martina Rumpel ist Projektkoordinatorin in der Klimawerkstatt, Fotos: wsw

Werder (Havel), 6. November 2018 – In der Luisenstraße 16 in Werder (Havel) befindet sich mit der Klimawerkstatt ein ganz besonderer Ort des Zusammentreffens. Seit Februar dieses Jahres finden hier regelmäßig Reparaturtreffs, Veranstaltungen, Vorträge und Filmabende statt, die sich mit der Frage beschäftigen, wie man die Nachhaltigkeit im täglichen Alltag fördern kann. Wir trafen die Projektkoordinatorin Martina Rumpel auf eine leckere Tasse Tee, bei der sie die vergangenen Monate resümierte. 

Die Grundidee der Klimawerkstatt ist, Menschen in Bezug auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu sensibilisieren. „Wir wollten einen Raum schaffen, in dem die Menschen lernen, wie sie ihren Alltag klimafreundlicher gestalten können. Hierfür haben wir die Holz-, Fahrrad-, Näh- und Elektrowerkstatt gegründet. Hier kann man einfach vorbeikommen und seine kaputten Sachen unter Anleitung selbst reparieren“, erklärt uns Martina Rumpel. Einmal im Monat findet hierfür der Reparaturtreff statt, bei dem alle vier Werkstätten besetzt sind. Denn gerade beim Einsatz der großen Geräte in der Holzwerkstatt ist eine fachkundige Anleitung wichtig. Ziel ist jedoch stets, dass die Reparaturen selbstständig vorgenommen werden und die Experten nur bei Fragen unterstützend zur Seite stehen. „Darüber hinaus bieten wir aber auch noch viele andere Sachen an. Wir haben bereits Filmabende mit themenspezifischen Filmen angeboten und verschiedene Diskussionsrunden“, so die Projektkoordinatorin weiter. 

Das Angebot richtet sich nicht nur an die erwachsenen Werderanerinnen und Werderaner, sondern auch an die kleinen Bürger unserer Stadt. „Uns ist wichtig, dass schon die Kleinsten lernen, alte Dinge zu reparieren oder wie man aus ihnen etwas Neues gestalten kann. Heute schmeißt man leichtfertig kaputte Dinge einfach weg, anstatt ihnen ein neues Leben zu geben. Man kauft sozusagen den Müll von morgen. Wenn wir Kinder dahingehend schon sensibilisieren können, wie toll das Upcycling eigentlich ist, ist schon ein großer Schritt in die richtige Richtung getan“, freut sich die sympathische Werderanerin. So war zum Beispiel der Maustüröffnertag am 3. Oktober ein voller Erfolg. In Zukunft soll hierfür auch die Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Schulen und Kindertagesstätten weiter ausgebaut werden. Martina Rumpel verrät uns, dass erst vor kurzem eine Kita-Gruppe in der Klimawerkstatt zu Gast war, die mit Begeisterung alte T-Shirts bestempelt hat. Und auch Schüler einer Klasse des Gymnasiums haben sich in der Luisenstraße 16 intensiv damit beschäftigt, wie viel Plastik sie im Alltag eigentlich verwenden und wie man den Plastikmüll verringern kann. 

Auf die Bitte, uns Alltagstipps zur Plastikvermeidung zu verraten, erklärt Martina Rumpel: „Vor jedem Einkauf überlege ich ganz genau, ob ich das neue Produkt wirklich brauche. Bei Lebensmitteln geht das natürlich schlecht, essen müssen wir ja alle. Hier achte ich darauf, dass ich möglichst regional und ökologisch produzierte Lebensmittel kaufe, am besten verpackungsfrei auf dem Markt. Und auch sonst versuche ich, so wenig wie möglich wegzuschmeißen. Wenn Kleidung kaputt geht, nähe ich sie zum Beispiel einfach um.“
Das tolle Angebot in der Klimawerkstatt ist für alle Besucher kostenfrei nutzbar. „Wir sind zur Zeit in der glücklichen Situationen, dass wir eine Förderung kriegen, von der wir unsere Miete und die Personalkosten bezahlen können. So können wir alle Veranstaltungen kostenlos anbieten. Höchstens die Ersatzteile, die zum Beispiel bei der Fahrradreparatur anfallen, müssen bezahlt werden.“ 

Seit knapp neun Monaten ist die Klimawerkstatt nun schon geöffnet. Doch wie wird das Angebot eigentlich angenommen? „In der Fahrradwerkstatt ist immer etwas los und auch in den anderen Werkstattbereichen nimmt es immer mehr zu. Uns gibt es ja noch nicht so lange. Für die kurze Zeit ist die Resonanz schon ganz gut. Ich merke, dass uns viele noch gar nicht kennen, aber so langsam werden wir immer bekannter“, freut sich Martina Rumpel. 

Und sie verrät uns auch gleich noch das nächste Highlight. Vom 17. bis 25. November gibt es im Rahmen der europaweiten Aktionswoche zum Thema Abfallvermeidung eine Reihe von Veranstaltungen in der Klimawerkstatt. „Es wird eine Kleidertauschparty stattfinden, bei der man Sachen aus dem Kleiderschrank mitbringen und sie gegen andere Sachen eintauschen kann, dann planen wir einen Upcycling-Abend, an dem wir Mehrwegverpackungen herstellen, wir möchten Adventskalender-Säckchen nähen, Geschenkpapier bestempeln und zum Abschluss findet ein großer Müllsammelspaziergang statt. Kommt alle vorbei! Wir freuen uns auf euch!“ 

Wer noch mehr über die Klimawerkstatt erfahren möchte, für den lohnt ein Blick auf die Homepage. (wsw)