Zuschlagsverbot für Therme in Werder aufgehoben

Der Geschäftsführer Andreas Schauer und Bürgermeisterin Manuela Saß bei der Präsentation der Pläne für die Havel Therme Anfang Juni. Schauer hatte mit seiner schauer & co. GmbH die europaweite Ausschreibung als wirtschaftlichster Bieter für sich entschieden. Foto: wsw

Werder (Havel), 20. Juli 2018 – Der Antrag auf die Nachprüfung des Vergabeverfahrens für Werders Therme ist am gestrigen Donnerstag zurückgenommen worden. Der unterlegene Bieter, der die Überprüfung des Vergabeverfahrens beantragt hatte, entschied sich während der mündlichen Verhandlung bei der Vergabekammer des Landes Brandenburg in Potsdam für diesen Schritt, wie die Stadt mitteilte.

Dazu erklärt Bürgermeisterin Manuela Saß: „Es ist das gute Recht eines jeden Bieters, Vergabeentscheidungen einer rechtlichen Prüfung unterziehen zu lassen. Doch das EU-Vergabeverfahren für unsere Therme fand und findet zu wettbewerbskonformen Rahmenbedingungen statt.“ Das sei bei dem Termin bei der Vergabekammer einmal mehr deutlich geworden.

Die Kammer habe die Vergabeunterlagen acht Wochen lang geprüft und keine Vergabefehler, insbesondere bei der Bewertung der Angebote, erkannt. „Die Schlussfolgerung des unterlegenen Bieters, seine Rüge zurückzuziehen, war deshalb konsequent“, so die Bürgermeisterin.

Das Zuschlagsverbot an den Bestbieter wurde durch die Vergabekammer aufgehoben. Nach Billigung des Vertrags durch den Badausschuss im August kann die Bürgermeisterin die Verträge planmäßig unterschreiben.

Das renommierte Hamburger Bäderberatungsbüro PROFUND hat der Stadt Werder (Havel) bereits Anfang Juli die schauer & co. GmbH als neuen Partner für die Therme am Zernsee empfohlen. Der Bestbieter aus dem EU-weiten Vergabeverfahren gehöre zu den „nachgewiesenermaßen erfolgreichsten Betreibern von Bäderanlagen in Deutschland“, heißt es in einer Expertise des Büros, die die Stadt angefordert hatte.

Der Auftrag an PROFUND war, das von der schauer & co. GmbH vorgelegte Konzept sowie die wirtschaftlichen Parameter für die neue Therme zu bewerten. Diese Analyse erfolgte zusätzlich zur Bewertung, die das Bielefelder Bäderbüro Constrata innerhalb des Vergabeverfahrens vorgenommen hatte, in welchem schauer & co. als wirtschaftlichster Bieter ermittelt wurde. Es ging um eine zweite Meinung aus gutachterlicher Sicht, ob das Projekt Havel-Therme markttauglich ist und zukünftig ohne Betriebskostenzuschüsse auskommen kann.

Die Antwort von PROFUND: Das vorgelegte Konzept von schauer & co. überzeuge durch „eine breite Zielgruppenansprache, eine hohe Aufenthaltsqualität, eine Wetterunabhängigkeit sowie ein Alleinstellungsmerkmal.“ Sowohl Angebote für sportlich orientierte Schwimmer, Familien mit Kindern als auch für Erholungssuchende bzw. Saunaliebhaber würden in der neuen Havel-Therme realisiert. Sport- und Familienbad mit Cabriodach, Vitalbad, Sauna, Spa-Bereich, großzügige Außenbereiche und die Seesauna werden als Erlebnisbereiche  benannt. „Damit erfolgt von vornherein kein Ausschluss einer bestimmten Zielgruppe.“

Die Bevölkerungs- und Tourismuspotenziale für die Therme im Einzugsgebiet mit Berlin könnten mit dem Konzept „voll ausgeschöpft“ werden. Die von der schauer & co. GmbH eingereichte Wirtschaftlichkeitsberechnung sowie Besuchsprognose von 285.000 Besuchern im ersten Jahr seien realistisch.  „Sollten keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten, wird die schauer & co. GmbH die Havel-Therme erfolgreich am Markt etablieren“, wie es in der Expertise heißt.

Das sei schauer & co. auch an anderen Standorten gelungen: Liegt der durchschnittliche Kostendeckungsgrad der Freizeitbäder und Thermen in Deutschland bei 74,3 Prozent, so wiesen alle vier Anlagen der schauer & co. GmbH  einen Kostendeckungsgrad von durchweg über 100 Prozent auf, so PROFUND in der Analyse. Teilweise werden die 100 Prozent sogar deutlich überschritten. PRO-FUND weiter: „Die von der schauer & co. GmbH geführten Anlagen weisen alle eine hohe bis sehr hohe Attraktivität auf und benötigen für den Betrieb allesamt keine Betriebskostenzuschüsse.“ Das soll auch für Werder (Havel) vereinbart werden. (wsw)